Montag, 31. Dezember 2007
Silvester
So landete ich am 29. gegen 11 Uhr in Oslo und schleppte mein Gepäck wieder hoch ins beinahe ausgestorbene Sogn. Seltsam dieses Wiederkehren. Ich war nicht lange weg und doch habe ich angefangen diese Stadt zu vermissen. Es war jedoch eine andere Art der Sehnsucht als nach Berlin. Meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde sind in Berlin. Ich bin in Marzahn aufgewachsen, habe meine Kindheit und Jugend dort verbracht und kenne die Umgebung auswendig. Und genau wegen dieser langen Vertrautheit ist zumindest dieser Bezirk langweilig geworden. Ich möchte dort nicht mehr leben.
Oslo hingegegen war meine Wahl. Ohne zu wissen was mich erwartet bin ich hier hingegangen und habe versucht so gut wie möglich zu leben. Und es gefällt mir hier. Mir gefallen die Menschen, die Natur und der Lebensstil. Ich könnte mir wirklich vorstellen eines Tages hier zu leben. Momentan ist das noch reine Utopie, doch wer aufhört zu träumen hört auch auf zu leben.
Berlin als Stadt hat weiterhin ihren Reiz auf mich und ist in Sachen Nachtleben Oslo um Meilen voraus. Doch im Moment genieße ich es mehr hier, in Oslo, zu sein.
Damit bin ich auch schon bei meinem kleinen persönlichen Jahresrückblick angekommen. Was hat mir 2007 gebracht? In erster Linie eine ganze Menge neuer Erfahrungen, Einblicke und Ereignisse. Durch mein Praktikum in diesem Jahr bin mir ein klein wenig sicherer in welche Richtung ich später beruflich gehen möchte. Den mit Abstand größten Einfluss haben jedoch die letzten fünf Monate. Ich habe Einblicke in andere Kulturen erhalten, gemerkt wie viel Spaß es doch macht eine gelernte Sprache im Alltag zu benutzen und neue Freunde gewonnen. All das gibt mir Kraft und Energie für 2008, in das ich natürlich in Oslo hineinfeiern werde! Ich werde mir die Feuerwerke vom Holmenkollen aus anschauen.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Mögen eure guten Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen!
Freitag, 21. Dezember 2007
Die letzten Tage
Julebord ("Weihnachtstisch")
Am letzten Samstag fand im Uglebo (der Studentenclub von dem ich schon öfters geschrieben habe) die alljährliche Vorweihnachtsfeier statt - genannt Julebord. Hauptbestandteil eines Julebord ist, wie bei allen mit Weihnachten verbundenen Feierlichkeiten, das Essen. Es gab die Auswahl zwischen Schweinerippe, geräuchertem Schafsfleisch oder einem vegetarischem Gericht. Ich habe mich für das Schafsfleisch entschieden und kann es nur weiterempfehlen. Als zweites wichtiges Element durfte der Alkohol nicht fehlen. Wir sind hier schließlich in Norwegen. Und so war im Preis für das Essen auch der Akevitt mit inbegriffen. Jeder Tisch hatte also eine Flasche 40-prozentigen, besten norwegischen Schnaps zur freien Bedienung. Verbunden mit der norwegischen Trinkmentalität, die darauf basiert so viel wie möglich so schnell wie möglich zu trinken, versprach das ein sehr fröhlicher Abend zu werden.
Diese Erwartung wurde auch voll und ganz erfüllt! Leider habe ich mir dann auf dem Heimweg, der wohl irgendwann gegen fünf Uhr geschehen sein muss, eine Erkältung zu gezogen. Jetzt futter ich schon die Woche über fleißig Paracetamol, trinke viel Tee und esse ne Menge Klementinen.
Die Woche
... begann mit meiner letzten Klausur. Bei der kann ich froh sein wenn ich bestanden habe. Meine Vorbereitung war alles andere als ideal, ich war bereits krank und kein bißchen motiviert. Die Note kann ich nirgendwo einbringen, also hat die Prüfung keine große Bedeutung für mich. Am nächsten gab es dann die letzte große Party dieses Semesters in Kringsjå. Es war eine Abschiedsfeier auf der mindestens 90 % Deutsche waren. Hier habe ich auch Leute wiedergesehen die ich ein-, zweimal am Anfang des Semesters getroffen habe. An den folgenden Tagen habe ich mich mit Wäsche waschen, Weihnachtseinkäufen, Skype-Gesprächen, Internet-TV und guter Literatur beschäftigt. Klingt langweilig ... is' es auch.
![]() |
| Julebord |
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Geisterstadt
Mit den zweistelligen Minusgraden kommt auch die Reisewelle. Sie trägt die aus allen Enden der Welt gekommenen Studenten zurück nach Hause. Für einige ist es ein endgültiger Abschied, für andere nur ein kurzzeitiger. Manche fahren mit dem Gewissen nach Hause ein unvergessliches und schönes Semester gehabt zu haben, doch einige waren auch enttäuscht von der Hauptstadt Norwegens. Ich zähle mich zu denjenigen die dieses Semester so genossen haben wie noch kein anderes.
Auch wenn ich mich nicht endgültig von Oslo verabschiede (das geschieht erst im März), so endet mit diesem Semester doch mein Aufenthalt als Student hier. Zu den Dingen die ich vermissen werde gehören: der tägliche Weg nach Blindern, die Backsteinvorlesungsäle oder an Schulzimmer erinnernde Seminarräume, der schöne Akademika-Buchladen mit seinen teuren Fachbüchern, die Cafes auf dem Campus, die Bibliothek im Sophus Bugges-Gebäude (mein zweites Zuhause während der Prüfungsphase), die 15-minütigen Pausen in den Lehrveranstaltungen, das Waffel-Lunsj im Uglebo, ... Es gibt auch Dinge die ich nicht vermissen werde, nur fallen die mir gerade nicht ein.
Im Januar beginne ich dann mein Praktikum an der deutschen Botschaft in Oslo. Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem Ansprechpartner und bin sehr erfreut. Ich bekomme ein eigenes Büro, habe natürlich Internetzugang und werde mich wohl auch nicht langweilen. Hört sich alles sehr gut an! Da bleibt mir keine Zeit um in Erinnerungen an dieses Erasmus-Semester zu schwelgen.
Dienstag, 18. Dezember 2007
Weihnachtseinkäufe
Heute habe ich denn nun endlich mal mit dem angefangen, was die meisten anderen schon längst erledigt haben: Weihnachtseinkäufe. Nun ist Oslo nicht wirklich für seine Schnäppchen oder billigen Waren bekannt, was ich heute besonders zu spüren bekommen habe. Aber das hat mich bisher nie vom kaufen abgehalten, im Gegenteil: man gewöhnt sich dran.
Auf der Karl Johanns Gate, die Prachtstraße Oslos, war heute sehr viel los. Musikanten unterhielten die Passanten, nette Leute von einer Organisation die ich nicht kenne wollten mit mir über Krebs, den Tod oder über die Vergewaltigung von Frauen reden und Turbonegro gaben eine Autogrammstunde im "Ark"-Buchhandel am Stortinget. Trotz der Masse an Menschen bin ich recht zügig zu den Sachen gekommen die ich haben wollte. Ich will nicht zuviel verraten, doch es sind überwiegend typisch norwegische Sachen.
Um mal wieder ein paar Bilder zu zeigen, hier Impressionen aus Oslo im Dezember. Nicht wundern, die sind in einem bereits bestehenden Album hochgeladen.
![]() |
| Impression |
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Worst Case
Wecker klingelt - Reflex: ausschalten und zwei Minuten liegen bleiben
8:59 Uhr -
Erneut aufgewacht - Erster Gedanke: Die Klausur beginnt um 9
9:20 Uhr -
Ankunft im Auditorium - Hungrig, Atemlos, Verwirrt
Sonntag, 25. November 2007
Augenblick
Im Nebel
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Hesse
Montag, 12. November 2007
Back to Oslo (29.10.)
An diesem Wochenende gehe ich auf Hyttetur. Soll heißen 35 Studenten fahren für drei Tage zu einer etwas größeren Hütte in der Nähe von Oslo, haben billiges Bier und Cider zur Verfügung und gehen wandern. Das ist sehr schlecht fürs Lernen, da ich aber Erasmus-Student bin konnte ich zu dieser Tour nicht "nein" sagen. Die Wochen danach ist dafür umso mehr Lesen und Lernen angesagt.
Nun aber zurück nach Göteborg. An jenem Montag ging es gegen 12 Uhr in die Stadt - mit unserem gesamten Gepäck, das wir wieder einmal in den Bahnhofs-Schließfächern untergebracht haben. Um ein paar Kilo erleichtert führte uns der Weg ins Einkaufszentrum, wo wir ein paar touristische Kleinigkeiten kauften. Der wichtigste Programmpunkt an diesem Tag war jedoch der kleine Tierpark, wo es neben den üblichen europäischen Tierarten auch jene Geschöpfe zu sehen gab, die so charakteristisch für Schweden sind wie kaum eine andere Art: nämlich Elche! (siehe Fotos im Album "Sverige") Danach haben wir diesen Tag zusammen mit Mareike für einen kleine Rundgang in der Altstadt genutzt und uns mal wieder in ein gemütliches Café gesetzt.
Als die Zeit für unsere Abfahrt immer näher rückte, sind wir in Richtung Bahnhof gegangen und haben uns herzlich verabschiedet. Um unsere letzten schwedischen Kronen auszugeben, sind wir rüber ins Einkaufszentrum gelaufen. Sandra hat es geschafft das Geld für Kleinkram auszugeben, doch ich habe nichts gefunden was mir zugesagt hat. So habe ich jetzt ca. 90 SEK in meinem Raum liegen und bin unentschlossen was ich mit diesen tun soll. Mal gucken, vielleicht fahre ich im März nochmal kurz nach Göteborg - das liegt schließlich auf dem Weg nach Berlin.
Mit fünf Minuten Verspätung fuhren wir um 17:35 Uhr wieder zurück nach Oslo, wo wir gegen 21:30 Uhr ankamen.
Jene vier Tage haben mir sehr viel Spaß gemacht und eine Menge neuer Eindrücke beschert. Vielleicht sogar zu viele in zu kurzer Zeit. Besonders für Stockholm reichen zwei Tage nicht ansatzweise aus, um die Stadt kennenzulernen. Auch für Göteborg braucht man ein wenig mehr Zeit. Dafür habe ich jetzt eine ungefähre Vorstellung der zwei Städte und weiß dass ich eines Tages gerne mehr sehen möchte. Besonders in Stockholm gibt es eine Vielzahl von kulturellen und historischen Höhepunkten.
Dafür war es der mit Abstand billigste "Urlaub" den ich je gemacht habe, da die drei Busfahrten weniger als hundert Euro gekostet haben und ich mit 900 SEK (also ca. 100€) die vier Tage gut überstanden habe. Außerdem bot sich diese Fahrt auf Grund der Nähe der drei Städte förmlich an. Natürlich sollte man eine solche Fahrt nur unternehmen, wenn man sich mit dem oder der Begleiter(in) gut versteht. Insgesamt bin ich sehr froh, dass wir diese spontane Idee in die Tat umgesetzt haben. Ich kann diese Art des Reisens nur weiterempfehlen.
Sonntag, 11. November 2007
Gedankensplitter
"Wir zieh'n immer weiter,
denn wir sind Schattenreiter
auf unserem Weg ins Licht."
Auf der einen Seite freue ich mich meine Familie und Freunde wieder zu treffen, mit ihnen zu reden, doch gleichzeitig fühle ich mich immer enger an diese Stadt gebunden. Der Charme ist ein anderer als in Berlin oder Stockholm: Auch wenn sich Oslo Hauptstadt nennt, so fühle ich mich mehr in einer Kleinstadt. Das Leben ist entspannter: keine überfüllten Bahnen, keine hupenden Kamikazeautofahrer und ein übersichtlicher Campus. Auch die Natur ist viel näher, schon des öfteren sind mir Eichhörnchen über den Weg gelaufen und eines Morgens konnte ich Rehe von meinem Fenster aus beobachten.
Jetzt beginnt langsam der Winter, das konnte ich diesen Morgen feststellen. Auch wenn es vom Nachspiel (und um Missverständnissen vorzubeugen: "Nachspiel" ist die Feier nach der Feier, also in kleinerer Runde bei jemandem zu Hause sitzen, Bier trinken, Kebap oder Pizza essen und sich im angetrunkenen Zustand über die wirklich wichtigen Dinge im Leben unterhalten) nach Hause nur ca. eine halbe Stunde Fußweg war, konnte ich meine Gesichtsmuskeln erst nach ein, zwei Minuten in der Wärme wieder spüren und bewegen. Ich freue mich auf den Schnee, den vereisten Sognsvann und die Langlaufloipen.
Mittwoch, 7. November 2007
Göteborger Stadionerlebnisse (28.10.)
Mit dem Zug ging es zwei Stationen raus aus Stadt, in den Vorort Partille. Dort trafen wir Mareike, die uns herzlich empfing. Mit ihr habe ich im Wintersemester 2005/06 mein Studium angefangen - mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass sie die Kombination Schwedisch/Finnisch gewählt hattte, während meine Entscheidung auf Norwegisch/Isländisch fiel. Ihr Wohngebäude erinnerte mich dann wie so oft... an Marzahn: Ein zehngeschossiger Betongigant, von denen es in der Umgebung allerdings nicht allzu viele gab. Leicht ungewohnt ist das Fahrstuhlfahrgefühl (gibt es dieses Wort überhaupt ? ... egal), da die Schweden des öfteren auf die innere Tür verzichten.
In der Wohnung angekommen, war der Frühstückstisch schon hergerichtet. Mareike wusste gar nicht wie nötig wir diese Entspannung nach diesem besch******* Ort zwischen Göteborg und Stockholm hatten. Anschließend ging es dann in die Stadt, wo wir uns zunächst den Hafen anschauten. Beim gemütlichen Spaziergang durch Göteborg zeigte Mareike uns die interessantesten Orte der Stadt. Nach ein paar Stunden laufen ging es schließlich in das Café "Java".
Als finaler Programmpunkt für diesen Tag stand der Besuch des Saisonendspiels zwischen IFK Göteborg und Trelleborg an. Das Besondere an dieser Partie war, dass Göteborg Meister werden konnte. Glücklicherweise hatten wir Gratistickets erhalten und kamen ohne Probleme ins Ullevi-Stadion. Kontrollen wurden an dem Eingang nicht sehr ernst genommen, da ich mit meinem Trekkingrucksack ohne eine solche ins Stadion konnte.
Schon auf dem Weg zum Spiel regnete es. Und der Regen wurde mit der Zeit stärker. Auch der Wind nahm zu. Die zweieinhalb Stunden im kalten Wind und Regen waren nicht gerade das Angenehmste (besonders nach der vorigen Nacht), aber dafür wurde das Durchhaltevermögen mit dem Sieg Göteborgs und damit dem Meistertitel belohnt. Nach dem Abpfiff stürmten die Fans auf den Rasen, um mit ihren Spielern zu feiern. Die Nacht über wurde in der Stadt gefeiert. Davon haben wir nicht mehr viel mitbekommen, denn nach dem Spiel waren wir durchnässt, halb erfroren, müde und hungrig. Es ging also zurück nach Partille, wo wir kjöttboller mit Kartoffeln und Gemüse gegessen haben. Traditionell Schwedisch! Auch der anschließende Kuchen war nach einem schwedischen Rezept gebacken. Und so ging ein langer Tag ruhig und friedlich bei Kerzenschein zu Ende. Ab jetzt gibt es auch wieder neue Bilder im Album "Sverige".
Sonntag, 4. November 2007
Der Jönkjöping-Vorfall
Bis nach Jönkjöping lief alles so wie gedacht, doch an der Umsteigehaltestelle war das erste Problem offensichtlich: Die Bahnhofshalle war geschlossen und es gab keine andere Möglichkeit sich in einem warmen Gebäude aufzuhalten. Der Versuch in einem Hotel unterzukommen scheiterte, da der Rezeptionsmitarbeiter uns freundlich aber bestimmt abwies. Obwohl es nicht besonders kalt war - vielleicht 8 bis 10°: Gefühlt können die Temperaturen in dieser Nacht nicht über 0° gelegen haben.
Da saßen wir nun mit den anderen Umsteigenden vor dem Bahnhofsgebäude und warteten. Auf der anderen Straßenseite standen dunkle und zu dieser Tageszeit verlassene Bürogebäude. Ich weiß nicht genau wie, doch einer der anderen wartenden Fahrgäste hatte es nach ca. einer halben Stunde geschafft sich Zugang zu einem der Bürogebäude zu verschaffen. Zwei weitere folgten ihm, und ein wenig später auch Sandra und ich. Auch wenn der Flur nur schwach beheizt wurde, so war dieser Ort doch weitaus besser als der Bahnhofsvorplatz. Ich habe mich dann ein wenig mit den anderen drei Fahrgästen unterhalten, die alle Schweden waren. In dieser Situation habe ich zum ersten Mal meine interskandinavischen Sprachfertigkeiten in der Praxis probieren können, da ich natürlich Nowegisch gesprochen habe und Schwedisch verstehen musste. Das hat ganz gut geklappt und ne Weile haben die wirklich geglaubt dass ich Norweger wäre.
Nach ca. einer Stunde war die schöne warme Zeit dann leider vorbei, da ein Wachmann seine Routinekontrolle machte und uns rausschmiss. Doch da sollte es nach Fahrplan nicht mehr lange dauern bis der Bus kommen würde. Es wurde 5:35 Uhr... kein Bus in Sicht. Auf der Fahrt hatte wir zwei entgegengesetzte Infos erhalten: Die Umstellung auf Winterzeit würde erst die Busse betreffen die nach 6 Uhr fahren. Auf dem ersten Teil der Fahrt wurde uns erzählt, dass die Zeitumstellung zu einer weiteren Stunde Wartezeit führen würde. Letzters war die richtige Information, was nicht gerade zur Steigerung unserer Laune führte.
Drei Stunden mit sinnlosem Warten in einem kleinen, schwedischen Dorf zu verbringen, ohne die Möglichkeit eines warmen Aufenthalts zu haben gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen! Wer also jemals die Strecke Göteborg-Stockholm mit Bus fahren möchte, der sollte IMMER die Direktverbindung wählen. Doch immerhin, von den drei Stunden Wartezeit konnten wir fünf Minuten in der Wartehalle verbringen, da diese um 5:30 Uhr (Winterzeit) aufmachte.
Im nächsten Post geht es dann um den sehr schönen Aufenthalt bei Mareike in Göteborg.
P.S.:
Ich habe letzte Woche meine norwegische Personennummer erhalten. Jetzt bin ich also im "Folkeregister" erfasst und darf ein Konto anlegen. Außerdem wurde mein Erasmus-Aufenthalt bis März verlängert, wodurch ich keine Probleme mit meiner Wohnung beim Osloer Studentenwerk bekomme.
Am Freitag war ich bei der Eröffnung der früher erwähnten Ausstellung und habe Laila wieder getroffen. Es war sehr schön mal wieder mit der alten Lehrerin zu sprechen. Sie hat mich auch schon nach Kolbotn eingeladen, wir müssen nur ein passendes Datum finden.
Donnerstag, 1. November 2007
Stockholm zum zweiten (27.10.)
Den Großteil des Nachmittags brauchten wir für die Erkundung des Moderna Museet. Hier wird moderne Kunst ausgestellt, also von Picasso bis Warhol findet man fast alles was Rang und Namen hat. Kurz vor fünf verließen wir das Museum. Als nächstes stand H&M auf dem Programm. Davon findet man in Stockholm an fast jeder Straßenecke mindestens einen, was Sandra natürlich sehr gefiel. Auf dem Weg machten wir noch einen Schlenker in einen der vielen Süßigkeitenläden.
Die meisten Geschäfte in der Innenstadt haben am Samstag nur bis 17 oder 18 Uhr geöffnet, weshalb Sandra nur eine gute Stunde für H&M hatte. Überraschenderweise haben wir sogar weniger Zeit gebraucht, denn die Lederjacke die sie haben wollte kostete dann doch so viel, dass ihr Kauflust einen argen Dämpfer erhielt. Außerdem meldete sich dann unser Magen. Es war Zeit etwas zu essen.
Nach kurzer Suche fanden wir ein Haus, das vollständig aus Restaurants besteht. Von Griechisch über Italienisch bis Amerikanisch gab es für jeden Geschmack etwas. Unsere Entscheidung fiel auf die billigste Möglichkeit: Thailändisch. Eiernudeln mit gebratenem Hünchenfilet kosteten nur 75 SEK (8€). Die restlichen Stunden des Abends verbrachten wir dann in einem sehr gemütlich eingerichteten Pub. Im Album "Sverige" (siehe Post "Die erste Nacht, die erste Fahrt") sind jetzt Fotos vom "Katarinahissen" (Katarina-Aufzug) zu sehen. Im nächsten Post zum Schwedentrip gibt es Informationen zu einer langen, kalten und ungemütlichen Nacht in Jönkjöping.
Norwegisch-Lektorin
Der Anruf war kurz, aber erfolgreich. Am Freitag wird eine Ausstellung mit deutschem Bezug in der Nationalbibliothek eröffnet. Laila wird dort das Buch vorstellen, was sie zusammen mit Studenten während ihrer Zeit in Berlin erarbeitet hat. Ich freue mich sie wieder zu sehen und endlich Norwegisch mit ihr zu sprechen. Zwar musste ich das schon im Norwegisch-Sprachkurs bei ihr machen, doch seitdem haben sich meine Sprachfertigkeiten verbessert.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Die erste Nacht, die erste Fahrt
Gegen halb sieben erreichte der Bus dann sein Ziel, den Stockholmer Busbahnhof. Ein wenig verschlafen verließen wir den Bus und gingen zum nächsten Geldautomaten. Schließlich konnten wir in Schweden nicht mit norwegischen Kronen bezahlen. Jetzt mussten wir nur noch ein Café zum Brunchen finden. Unsere Entscheidung fiel auf "Waynes Coffee" im Hauptbahnhof.
Nach einem guten, pechschwarzen Kaffee fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und war bereit nach "Västra Skog" zu fahren, da dort die StudiVZ-Freundin wohnte. Nachdem wir dort unsere Sachen abgestellt haben und uns unterhalten hatten, ging es in die Innenstadt.
Dort führte uns unser erster Weg nach "Gamla Stan", also in die Altstadt. Leider war das Wetter nicht optimal, da es den ganzen Tag bedeckt war. Doch trotz schlechtem Wetters war es sehr interessant die geschichtsträchtige Altstadt Stockholms zu sehen. Oslo kann in dieser Hinsicht nicht mithalten.
Unser Mittagessen haben wir im Restaurant mit dem goldenem M zu uns genommen, was nicht mal nicht viel teurer war als in Deutschland. Interessanterweise sind die Toaletten in Schweden oft sehr minimal geplant. Der McDonalds in dem wir waren war mit Sicherheit für ca. 100 Menschne konzipiert und es gab eine Sitztoilette sowie zwei Pissoirs. In Bars und anderen Restaurants sieht es nicht anders aus.
Uns wurde vor der Fahrt mehrmals empfohlen ins Vasamuseum zu gehen, also taten wir das auch. Kern des Museums ist die "Vasa", ein Prachtschiff das bei seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 direkt vor Stockholm sank. Mit viel Aufwand wurde es geborgen und zum Ausstellen präpariert. Ich kann das Museum nur empfehlen, die Geschichte um das Schiff ist sehr spannend und informativ aufgearbeitet.
Der Abschluss dieses Tages war ein Besuch des "Globen", welcher ein Veranstaltungszentrum am Rande Stockholms ist. Wie der Name erahnen lässt, hat das Gebäude die Form einer Kugel. Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück im Studentenwohnheim, haben Abendbrot gegessen und uns dann schlafen gelegt. Zwar waren wir noch zu einer Party eingeladen, doch auf Grund der Busfahrt und des langen Tages hatten wir keine Lust feiern zu gehen. Zumal die nächste Nacht eine noch viel interessantere Busfahrt versprach...
![]() |
| Sverige |
Dienstag, 30. Oktober 2007
Vier Tage Schweden
Es war Anfang September, als Sandra und ich mal wieder morgens um 10 in der Kafeteria der Sozialwissenschaftlichen Fakultät saßen um Kaffee zu trinken. Wir unterhielten uns über unsere Eindrücke hier in Oslo und den Besuch den wir noch erwarten. Dabei kamen wir auf die Orte zu sprechen, die wir noch gerne besichtigen wollten. Sandra hatte fest vor, nach Stockholm zu fahren und ich spielte mit dem Gedanken Mareike in Göteborg zu besuchen. Warum sollten wir das also nicht miteinander verbinden?
Über das StudiVZ hatte ich eine Studentin in Stockholm kennengelernt, die ihre Wohnung zur Übernachtung anbot und dafür im Gegenzug nach Oslo kommen möchte. Somit mussten nur noch die Busfahrten gebucht werden. Das haben wir Anfang Oktober erledigt, hier die Zeiten:
Oslo - Stockholm (25.10.2007): 23:00 bis 06:20 Uhr
Stockholm - Jönköping (27.10.2007): 22:50 bis 03:25 Uhr
Jönköping - Göteborg (28.10.2007): 05:35 bis 07:40 Uhr
Göteborg - Oslo (29.10.2007): 17:30 bis 21:30 Uhr.
Was auf einer solche Tour passieren kann, wie eine Zeitumstellung zu Aggressionen führen kann und welche Sehenswürdigkeiten wir innerhalb der vier Tage gesehen haben gibt es in den nächsten Einträgen.
Sonntag, 21. Oktober 2007
Eine lange Nacht
- eine Party
- zwei Clubs
- drei Taxifahrten
- zwei Feueralarme
- sechs Bier
- ein harter Kern
- vier Norweger
- ein Deutscher
- neun Stunden.
Bevor ich anfange: Ich studiere hier natürlich auch und könnte u.a. über die Auffassung von Sprache und Kultur im Rahmen der Nationalitätsdebatte in Norwegen im 19./20. Jahrhundert berichten.... doch ich verzichte darauf. Letzte Woche habe ich den ersten Entwurf meiner Semesteraufgabe eingereicht und werde heute bzw. morgen noch zwei Kommentare zu Entwürfen von den anderen Studierenden schreiben. Ansonsten habe ich in der letzten Woche mal wieder viel gelesen, geschrieben und fleißig Norwegisch geredet. Ach ja, natürlich koche ich weiterhin mein Wasser. Allerdings schmeckt das so ekelhaft, dass ich schon mit dem Gedanken spiele einen 10 Liter Wasserkanister zu kaufen...
Jetzt aber zur letzten Nacht. Ich war zu einer Party bei Norwegern eingeladen, die ich während der ersten Uni-Woche kennengelernt hatte und seitdem des öfteren im Studentenclub der Humanistischen Fakultät getroffen habe. Der Ort war ein wenig abgelegen, doch ich habe es geschafft das Haus zu finden und kam ungefähr gegen acht Uhr an. An dem Abend war ich der einzige Nicht-Norweger dort und hatte viele interessante Gespräche. Gegen halb eins kam dann die Idee auf, weiterzuziehen. Warum nicht?
Also wurden zwei Taxis bestellt, um zum Zentrum zu fahren. Aus den acht Leuten wurden nach dem ersten Club nur noch fünf, der Rest ist dort geblieben oder einfach verschwunden. Nachdem gegen drei Uhr in der Garage (siehe Post zum Beatsteaks-Konzert) die Lichter angingen, meinte der zweite Christian der Gruppe er kenne da noch jemanden in der Altstadt. Da könnten wir weiterfeiern... gesagt, getan. Doch die Party dort war schon vorbei, was man an dem Mangel an Menschen und der Vielzahl an Bierdosen und - flaschen ablesen konnte. So blieben wir nicht lange und nahmen mal wieder ein Taxi, welches uns schlussendlich nach Hause brachte. Gegen fünf Uhr kam ich dann in Sogn an. Ich lag vielleicht fünf Minuten im Bett, als mich das sanfte Scheppern unseres Feueralarms unsanft weckte. Anscheinend haben wir ein kleines Problem mit der Technik, denn es war der dritte Alarm innerhalb von zwei Tagen. Bevor ich nach Hause kam, gab es schon einen Alarm gegen 2 Uhr. Nun ja, dafür habe ich heute umso länger geschlafen.
Morgen werde ich erfahren ob ich meine "Qualifizierungsaufgabe" für einen meiner Kurse bestanden habe.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Kontaminiertes Trinkwasser!
Bereits 2004 hatte ein ähnlicher Vorfall in Bergen zu einer kleinen Epidemie geführt, bei der mindestens 6000 Menschen erkrankten. Daher ist die Reaktion in Oslo sehr strikt, es ist nicht mal mehr möglich Kaffee in der Kafeteria zu erhalten (zumindest bei den Sozialwissenschaftlern). Laut Aftenposten erwärmen moderne Kaffeeautomaten das Wasser nur bis zu 70 oder 80° - das ist nicht genug um die Bakterien zu töten. Noch habe ich nichts über die Dauer dieses Zustandes gehört, doch bis auf weiteres muss ich Leitungswasser vor der Nutzung kochen. Und wer weiß, vielleicht bin ich ja schon infiziert...
Samstag, 13. Oktober 2007
Besuch
Das Programm war intensiv: Zunächst ging es zum Jernbanetorget, dem Hauptbahnhof in Oslo, wo ich mir eine neue Monatskarte gekauft habe. Der stolze Preis (wie die letzten zwei Monate): 430 kr. (ca. 56 €). Von dort aus kann man die Karl Johans Gate bis zum Schloss hochlaufen. Diese Prachtstraße ist gesäumt von verschiedenen Touristenläden, einem Burger King, einem HardRock-Cafe, mehreren Hotels und dem historischen Hauptgebäude der Universität Oslos. In Letzterem verkehren nur die Juristen, der Hauptcampus der Uni ist weiter nördlich im Stadtteil "Blindern" gelegen. Auch ein Abstecher in die Nationalgallerie durfte nicht fehlen.
Da das Wetter wunderschön war, ging es anschließend hoch zum Holmenkollen. Von dort aus hat man einen sehr guten Blick über den Oslofjord und auf Oslo. Im Sommer ist die Landezone der Schanze mit Wasser gefüllt, was im Winter dann wieder abgepumpt wird. Der nächste Punkt auf der Tagesplanung war schließlich der Vigelandsparken, welcher innerhalb zweier Jahrzehnte entstand. Das Gebiet war bereits um 1900 als öffentlicher Park erschlossen, doch erst ab 1924 wurden die heutigen Anlagen Stück für Stück aufgebaut. 1950 standen dann die meisten Skulpturen an ihrem heutigen Platz. Der Park ist beeindruckend und die zwei Male die ich bisher dort war gefiel es mir sehr.
Zum Ausklang des anstrengenden Tages gab haben wir mit ein paar deutschen Erasmusstudenten ein paar Bier im "Evergreen" getrunken. Die Bar ist eine der billigsten im Osloer Stadtzentrum: Hier kostet das Bier "nur" 33 kr. (ca. 4,20 €).
Am Mittwoch musste ich frühs zu einem Kurs an der Uni - und zwar um acht Uhr. Ein Graus, doch irgendwie habe ich es geschafft um sieben aufzustehen, die eiskalte Dusche zu überleben, mein Frühstück schnell runterzuschlingen und pünktlich zum Kurs zu erscheinen. An dem Morgen ging es um den Streit um die norwegische Nationalität zwischen Wergeland und Welhaven... wie dem auch sei. Kurz darauf war ich bei meinem Erasmuskoordinator und habe mit ihm über ein kleines Problem hinsichtlich meiner Wohnung gesprochen. Das dürfte jetzt gelöst sein.
Der Vormittag begann für meinen Kumpel mit einer kleinen Campustour und nem Kaffee in der Kafeteria. Um auch die volle Ladung Kultur zu bekommen, führte uns der Weg ins Munch-Museum. Ab dem ersten Oktober ist der Eintritt kostenlos, das muss genutzt werden. Den Rest des Tages sind wir am Hafen langegelaufen. Leider habe ich davon keine Bilder mehr, da die Akkus meiner Kamera alle waren und die frisch gekauften Akkus nicht aufgeladen waren. Dafür hätte ich fast einen Schock wegen dem Preis erlitten: 169 kr. (21 €)!!! Das war mir in diesem Moment egal, aber im nachhinein ärgere ich mich doch sehr stark dass ich soviel Geld für die Dinger ausgegeben habe.
Am Abend haben wir bei ner Freundin gekocht, die ebenfalls Besuch hatte. Leckeres Essen, guter Alkohol und nette Gespräche. Ein guter Ausklang für die Extremtour durch Oslo. Gegen sechs Uhr klingelte der Wecker am Donnerstag, da der Flug kurz nach 9 Uhr abfliegen sollte. Und der Weg zum Flughafen ist weit. So habe ich meinen Besuch zum Hauptbahnhof gebracht, von wo der Zug zum Flughafen abfuhr.
Seitdem habe ich viel gelesen (und das meine ich ernst), da wieder eine Aufgabe ansteht: Bis Mittwoch muss ich den Anfang einer Hausarbeit für nen Kurs geschrieben haben. Ich hab' noch nicht annähernd genug gelesen, um etwas sinnvolles zu schreiben...
![]() |
| Tour durch Oslo |
Dienstag, 2. Oktober 2007
Finally !
In diesem Post möchte einmal beschreiben wie ein Tag hier in Oslo so aussehen kann. Theoretisch wollte ich heute früh joggen, daher war mein Wecker auf halb neun gestellt. Nun... da ich mich krank fühle und ständig niesen muss, war es wohl eine gute Entscheidung den Wecker auszustellen und weiterzudösen. Gegen halb zehn kämpfte ich mich aus dem Bett und begab mich ins Bad. Anschließend gab's ein genüssliches Frühstück.
Bevor ich gegen 12 Uhr in die Stadt fuhr, habe ich noch einen wissenschaftlichen Aufsatz gelesen. Somit war mein studentisches Gewissen beruhigt. In der Stadt habe ich einer Freundin beim Ticketkauf für den Bus geholfen, da wir gestern Probleme hatten. Heute hat auch sie ihre drei Bustickets bekommen. Wo die Reise hingeht wird in einem anderen Post stehen. Lasst euch überraschen...
Anschließend war ich auf dem Campus verabredet und hatte danach von 16 bis 19 Uhr Sprachkurs. Der war nicht sehr spannend - eher einschläfernd. Zum Abschluss des Tages habe ich am Spieleabend im Uglebo teilgenommen, was sehr witzig war. Idiot, Bums, Gnav und Gris hießen die Kartenspiele. Mit Ausnahme von Gnav habe ich alle zum ersten Mal gespielt. So kann ein interessanter Tag hier in Oslo aussehen, morgen gibt es nur eine Hauptbeschäftigung: Lesen und Schreiben.
Sonntag, 30. September 2007
Die Beatsteaks!
Zwei nette, freundliche Herren, stehen vor der Wohnungstür und möchten mit mir über Gott und die Welt reden. Mein Vokabular ist auf ein Wort beschränkt: NEI! Das "takk" (danke) habe ich mir gespart.
So begann der Tag nach dem großartigen Konzert der Beatsteaks.
Die "Garage", welche man ungefähr mit dem Magnet in Berlin vergleichen kann, war gestern auf jeden Fall der Club mit den meisten deutschen Gästen. Nachdem sie schon in Stockholm und Helsinki gespielt hatten, kamen die Beatsteaks nun endlich nach Oslo. Ich könnte jetzt viele Worte für die Beschreibung des Abends verwenden, doch kurz gesagt: Es war großartig! Fotos folgen, auch das mit mir und dem Sänger, Arnim.
Sonntag, 23. September 2007
Mal wieder studieren
So bestanden die letzten Tagen vor allem aus geistiger Arbeit, wobei ich mich besonders intensiv meiner HA gewidmet habe. Sie ist zu 99% fertig und wird diese Woche abgeschickt. Ich bin so glücklich, dass dieses Kapitel jetzt ein Ende findet.
Mittlerweile mache ich mir schon Gedanken zu der nächsten Aufgabenstellung, die übersetzt so lautet:
"Untersuche die Entwicklung der politischen Führung im Zeitraum 800-1300. Mache das im Zusammenhang mit ideologischen und ökonomischen Verhältnissen und beziehe die anthropologische Literatur mit ein."
Das ist eine von vier möglichen Aufgabenstellungen, aber da mich die Rolle der Frau (auch wenn sie in Norwegen sowie Island zwischen 800 und 1300 durchaus speziell ist), der "rikdombegrepet" (Reichtumsbegriff) sowie die Kirche und Christianisierung nicht so stark interessieren habe ich mich für die politische Führung entschieden. Sechs Seiten dazu ist jetzt auch nicht die Herausforderung, ich habe eher Respekt vor dem Fakt dass ich das in Norwegisch verfassen muss. Gleichzeitig freue ich mich darauf anzufangen, denn ich will endlich mal einen langen, sinnhaften Text auf Norwegisch schreiben. Gut dass ich Norweger kenne die den für mich kontrollieren werden. Ach ja, der Kurs hat die norwegische, politische Kultur zwischen 800 und 1300 zum Thema.
Am Freitag habe ich zusammen mit Rowena im Uglebo gearbeitet. Wir hatten die Spätschicht, also von 22:30 bis 02:00 Uhr mit anschließendem Putzen. Es hat richtig Spaß gemacht. Wir haben mit zwei weiteren "Internen" stündlich zwischen Bar und Einlass gewechselt. Natürlich gingen an diesem Abend auch Deutsche in den Club, die gerade Urlaub in Oslo machten. Man findet sie überall... diese Deutschen. Je später es wurde, desto torkelnder und schwankender liefen die Gäste am Einlass vorbei. Ab und zu haben einige Norweger mitbekommen dass wir Deutsche sind - und beinahe jeder betrunkene Norweger möchte dann sein "Schuldeutsch" anwenden. Sehr unterhaltsam! Nach dem Aufräumen haben wir unsere Gratisbiere getrunken und ein wenig mit den anderen "Internen" geredet. Mal schauen wie der nächste Freitag verläuft - ich habe noch keine richtigen Plan für meinen Geburtstag. Ich weiß nur: Irgendwas muss ich machen!
Mittwoch, 19. September 2007
Naturnah
Dieses Mal ist die Situation eine andere: Die HA ist der wichtigste Leistungsnachweis in meinem Skandinavistik-Studium und muss bis zum ersten Oktober fertig sein. Mittlerweile bin ich auch fast durch, doch es ist ein hartes Stück Arbeit. Besonders unschön ist der Blick auf die nächsten Wochen: Bis Mitte Oktober muss ich ca. 9 Seiten norwegischen Text als Vorprüfung für Dezember geschrieben haben. Gelesen habe ich bisher viel zu wenig dafür. Nicht das ich meinen strategischen Optimismus verloren hätte - ich muss nur ständig daran denken.
Bei all dem Stress freuen mich Momente wie heute: Zwei Rehkitze spazierten vor meinem Fenster entlang und grasten fleißig. Es war so unwirklich, diese beiden Geschöpfe zu sehen. Als Stadtmensch kenne ich sowas nicht und bin absolut fasziniert davon. In diesem Moment war ich glücklich. Glücklich hier zu sein, in Sogn - in Oslo - in Norwegen. Es sind die Kleinigkeiten im Leben die man genießen muss. Sie helfen einem Kraft für die großen Aufgaben im Leben zu sammeln.
Sonntag, 16. September 2007
Two Roads
The Road Not Taken
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I --
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
Robert Frost
![]() |
| Impression |
Dienstag, 11. September 2007
Alltag
Auch meine Gewohnheiten ändern sich. Konnte ich in Berlin gegen 9 Uhr wunderbar aufstehen, so fällt mir das hier unglaublich schwer. Selbst wenn ich 8 Stunden geschlafen habe. Ich werde also definitv kein Frühaufsteher werden. Nachdem ich mich heute morgen gegen 10 Uhr aus dem Bett gekämpft hatte und nach der kalten Dusche halbwegs wach war, arbeitete ich meine Norwegisch-Hausaufgaben ab. Für die Hausarbeit war heute leider keine Zeit, da es mich kurz vor 16 Uhr noch in das Uglebo zog. So heißt der Studentenclub der Humanistischen Fakultät. Auf dem Campus hat jede Fakultät ihren eigenen Club, bei dem man auch freiwillig arbeiten kann. Nach einem guten Kaffee musste ich dann auch in den Sprachkurs, der diesmal nur bis 18:15 Uhr lief (regulär bis 19 Uhr).
Es ist grauenvoll 2 Stunden am Stück Kurs haben zu müssen, danach bin ich immer unglaublich müde. Den Weg zur T-Bane lief ich mit Hua, meinem chinesischen Mitbewohner. Da er zu seiner Freundin nach Kringsjå fuhr, trennten sich unsere Wege nach einer Station. Kringsjå ist ein weiteres Studentenheim, welches nahe am Sognsvann liegt. Im Vergleich zu dieser Plattenbausiedlung wirkt Sogn wie ein Nobelbezirk., mit seinen - englischen Kleinstädten nachempfundenen - roten Backsteinhäusern. Zu Hause wurde dann noch ordentlich gekocht. Ja, und da ich morgen um 8 Uhr nen Kurs habe, höre ich jetzt lieber auf zu schreiben. Schließlich muss ich es irgendwie schaffen aufzustehen.
Sonntag, 9. September 2007
Granit rockt!
Meine eigentliche Abendplanung sah vor, ein wenig Kultur bei der Kulturnacht zu tanken. Wie in Berlin gibt es auch in Oslo eine Nacht, in der fast alle Museen und kulturelle Einrichtungen zu später Stunde für Gäste öffnen. Doch anstatt mir Führungen durch das Munch- und Ibsenmuseum zu gönnen, entschied ich mich für das "Granittrock". Dieses kleine Festival geht vom siebten bis achten September. Am Freitag spielten zunächst Minor Majority und als Hautband Turboneger. Als Schauplatz diente ein altes Granitbergwerk. Ein Haken hatte die Sache leider: Auf diesem familiengerechten Mini-Festival wurde kein Bier ausgeschenkt und das durchschnittliche Alter der Gäste lag bei 16 Jahren.
Am nächsten Tag sah ich dann den Sänger von Minor Majority bei der T-Banestation "Majorstua" (die T-Bane heißt ausgesprochen Tunnelbahn und erfüllt die Funktion einer U- und S-Bahn). Irgendwie seltsam, ihn völlig unbeachtet von den Leuten mit einem Kinderwagen die Straße runterlaufen zu sehen.
Mittwoch, 5. September 2007
Kolsåstoppen
Zusätzlich werden zwei Trips organisiert, die jeweils vier Mal stattfinden. Der große Ausflug führt nach Fjærland und dauert ein ganzes Wochenende. Für diese bestimmt sehr schöne Wanderung darf man dann auch 2500 kr. zahlen, wobei die Verpflegung mit 150 kr. noch dazu kommt. Ich habe mich für die kleine Variante entschieden: die Besteigung des Kolsåstoppen. Praktischerweise gilt das Osloer Studententicket für den Bus 42, der westwärts bis Kolsås fährt.
Das Wetter gestern war sonnig, was eine wunderschöne Aussicht ermöglichte. Insgesamt bestand unsere Klettergruppe aus sieben Laien und zwei Guides. Wie so oft hier in Oslo bestand der größte Teil der Gruppe aus Deutschen - in diesem Fall waren es vier. Vor diesem Tag war ich nie klettern gewesen, nicht einmal in der Halle. Ich hatte keine Ahnung wie ich auf die Höhe reagieren würde.
Als Treffpunkt war die Bushaltestelle "Toppåsveien" vorgegeben, an der wir uns gegen 15:30 Uhr trafen. Von dort wurden wir noch ein Stückchen berghoch gefahren. Nachdem die Kletterausrüstung und das Essen verstaut waren, begann der Anstieg. De facto war das der körperlich anstrengendste Teil von der ganzen Tour. Aber es lohnt sich, das Panorama vom Gipfel ist atemberaubend. Nach einer kleinen Erholungspause wurde der Einweggrill angeworfen. Doch vor dem Grillen kam erstmal das Abseilen. Ich war extrem aufgeregt, denn allein diese Höhe zu sehen ist das eine - an einem Seil da runter zu laufen das andere. Es war genial! Später am Tag sind wir am gleichen Hang nochmal geklettert, während die Sonne langsam unterging.
Obwohl ich die Nacht zuvor nur 4 Stunden geschlafen hatte, hielt mich das Adrenalin sehr wach. Erst auf der Busfahrt nach Oslo merkte ich wie fertig ich doch bin. Dafür habe ich die Nacht wie ein Baby geschlafen.
![]() |
| Kolsåstopp |
Sonntag, 2. September 2007
An einem Sonntag im September
Ein Kontrast zu Samstag: Da stand zunächst eine Führung durch die Nationalgallerie an, welche sehr interessant war. Den Schrei und die Madonna von Edvard Munch einmal direkt vor sich zu sehen ist schon beeindruckend. Auch die anderen Bilder in der Ausstellung sind sehr empfehlenswert. Das zentrale Motiv von norwegischen Künstlern scheint die Natur zu sein, was jedoch bei der schönen Landschaft nicht weiter verwundert.
Nach der Führung machte ich mich dann auf den Weg zum Lidl und ging die Karl Johanns Gata entlang. Mir war gar nicht bewusst wie voll es am Samstag dort sein kann, ich habe mich fast wie auf der Friedrichstraße in Berlin gefühlt. Seltsamerweise kam mir das befremdlich vor - ein Teil des altbekannten hier wiederzuerkennen. Als ob zwei Welten ineinander verschmelzen, die nichts miteinander zu tun haben.
An dieser Stelle möchte ich mich für die Kommentare bedanken. Es ist schön zu wissen, dass ich das hier nicht nur für mich schreibe. Im letzten Post habe ich jetzt ein paar Bilder vom Sognsvann hochgeladen. Mal schauen wie es dort im Winter aussieht.

Donnerstag, 30. August 2007
Sognsvann
Der Sognsvann ist ein See, der in der Nähe meines Wohnheims liegt. Im Joggingtempo dauert es ca. 15 Minuten um dort hin zu kommen - allerdings müssen dabei auch einige Höhenmeter überwunden werden. Ist man dann am Ziel, bietet sich einem ein wunderschöner Anblick. Ein wie in die Landschaft gemalter See erstreckt sich vor einem. Drumherum sind nur Wald und Berge zu sehen. Morgens laufen nur wenig Menschen dort lang, was es sehr entspannend macht eine Runde zu joggen. Wenn ich vergessen möchte, mich ablenken will oder einfach nur Entspannung suche, dann gehe ich in ein möglichst menschenleeres Gebiet zum Laufen. In Berlin war das nicht so einfach - hier ist das kein Problem. Ein Grund mehr Norwegen zu lieben.
![]() |
| Sognsvann im August |
Sonntag, 26. August 2007
Den Store Festen
Heute ist einer dieser Tage an denen ich lieber im Bett geblieben wäre. Obwohl ich letzte Nacht wenig getrunken habe, verhältnismäßig früh im Bett war und ganze sieben Stunden geschlafen habe - irgendwie will mein Kopf heute nicht. Vielleicht liegt's an der Enttäuschung vom "Store Festen": Als größte Feier des Semesters angekündigt, war sie dann doch nicht so groß. Auf der Haupttanzfläche hat kein DJ aufgelegt, die Musik war grausig und es wurde einfach nicht besser. Zwar war das Vorspiel sehr witzig, doch der Hauptakt war ein Reinfall.
Der einzige Lichtblick am heutigen Tag war mein Mitbewohner Hua. Seine koreanischen Freundinnen bringen ihm jetzt ihre Landessprache bei. Er ist Chinese, versteht also kein Koreanisch. Schon faszinierend Lehrbücher mit asiatischen Zeichen zu sehen und festzustellen, dass man nicht der Einzige ist der kein Wort versteht. Zum Abschluss des "Koreanisch-Unterrichts" hat Hua schließlich chinesisch gekocht. Det var so godt!
Vor dem schlafen gehen schauen wir bei dem iranischen Mitbewohner noch "Die Hard 4". So nimmt dieser verkorkste Tag ein versöhnliches Ende.
Freitag, 24. August 2007
Mein Heim, mein Haus, meine Mitbewohner
Wir haben sechs Zimmer von denen im Moment fünf belegt sind. Küche und Bad werden gemeinsam genutzt. Mit einem Iraner, einem Chinesen, einem mundfaulen Norweger, einer in Norwegen geborenen Deutschen und mir ist unsere WG durchaus international. Die beiden erstgenannten studieren seit einem Jahr in Oslo und sind unglaublich nett, wodurch die Atmosphäre in der WG sehr entspannt ist.
Mein Zimmer ist angenehm groß. Wenn ich mal abends zuhause bin, kann ich die Abendsonne genießen - ich habe auch keine Wahl, denn bisher besitze ich keine Gardinen. Den Kleiderschrank habe ich nicht ansatzweise voll bekommen, dafür wird mein Schreibtisch in seiner vollen Größe ausgenutzt.
Letzte Woche hatte ich meine ersten Veranstaltungen, die alle samt auf Norwegisch unterrichtet wurden, und bin echt froh - ich verstehe das meiste. Doch das verlangte Pensum ist extrem, ganz zu schweigen von den Preisen für Kompendien. Ich habe über 100 Euro für drei Kompendien und drei Bücher ausgegeben, was im Vergleich zu anderen Fächern noch sehr günstig ist. Apropos kaufen, ich habe mir heute 500g besten norwegischen, brunost geleistet. Das ist eine Art Käse, wie man sie in Deutschland nicht bekommt - aber er schmeckt verdammt lecker.
Heute Abend geht es dann auf die größte Feier des Semesters: "Den Store Festen". Danach ist die Partysaison in Oslo zwar nicht vorbei, aber es wird auf dem Campus ruhiger werden. Zeit zum Lernen und konzentrierten Arbeiten...
![]() |
| Zu Hause... in Oslo |
Dienstag, 21. August 2007
Spätsommer
In gewisser Weise wirkt das Wetter wie ein Abbild des Lebens: Auf sonnige Tage folgen regenreiche Tage - ein ständiges auf und ab dass keine Kontinuität zulässt. Die Achterbahnfahrt scheint kein Ende zu haben, sie reißt dich mit. Du fällst die tiefsten Tiefen hinab, nur um am Ende wieder obenauf zu sein - bis zum nächsten Absturz.
Die letzten Tage waren abwechslungsreich und sehr vollgepackt mit Information Meetings. Abends meistens noch die obligatorische Party und schon ist der Semesterstart eines Austauschstudenten in Oslo zusammengefasst. Jetzt allerdings hat die Uni angefangen. Gestern hatte ich meinen ersten Kurs, der vollständig auf Norwegisch unterrichtet wurde. Immerhin, ca. 60 % habe ich verstanden :-)
Die nächsten Tage werde ich mir Bücher, Kopien und Kompendien besorgen, ganz viel lesen und meine HA abschließen. So langsam wird's Zeit...
![]() |
| Zweite Woche - Impression |
Sonntag, 12. August 2007
Deutsche Erasmusstudenten
Sehr praktisch fand ich den Fakt, dass es kostenlose Führungen durch's Stortinget gibt. Das habe ich natürlich genutzt und so das Gebäude von innen gesehen. Was mir bei meiner Erkundung von Oslo noch fehlt sind die Inseln und der Vigelandsparken - sowie die gesamte Umgebung der Stadt.
Dank StudiVZ hat sich in der letzten Woche schon ein Großteil der deutschen Erasmus-Studenten kennengelernt. Wie schon im letzten Post geschrieben, war ich am Freitag beim Grillen mit anschließender Küchenparty dabei. Gestern haben wir dann in kleinerer Runde (ca. 7 Leute) Pfannkuchen gemacht, was jeden nur 15 Kronen gekostet hat. Spottbillig - für Osloer Verhältnisse ;-)
Am Abend ging's zum Vorglühen in ein Wohnheim direkt im Stadtzentrum Oslo's, um anschließend die Garage unsicher zu machen. Na ja, der ursprüngliche Plan war das Café Mono - aber den haben wir wegen irgendeinem mir unbekannten Grund verworfen. Die Wartezeit vor der Garage war dann aber so extrem, dass wir ins Rock Inn gehen wollten. Die Musik dort entsprach aber nur dem Geschmack weniger Leute in der Gruppe. Nach ein paar Diskussionen ging's schließlich wieder zurück zur Garage. Ein halbe Ewigkeit später kamen wir endlich rein. Glück dass die Türsteher unsere Ausweise nicht sehen wollten, denn der Eintritt ist erst ab 22. Auch wenn nur noch wenig mehr als ein Monat fehlt... wer weiß ob ich reingekommen wäre.
Ich habe mir ein Bier für 52 kr geleistet (es fühlt sich schon normal an soviel zu bezahlen, das macht mir Angst). Was mich an dem Abend aber aufgeregt hat: Ich hatte mein fast leeres Bier auf einen Tisch nahe der Tanzfläche abgestellt - als ich zurückkam war es weg. Die Bedienung hatte es zusammen mit den leeren Gläsern mitgenommen. Ich zahle 52 kr. und kann dann wegen einem Bedienungsfehler nicht mal austrinken???
Kurz vor drei (die machen eh gegen drei zu) machten wir uns dann auf den Heimweg... zu Fuß. Immerhin, es hat nur eine Stunde gedauert. Die Bilder vom Vorglühen sind im Album "Erste Woche". Dann schreibe ich mal weiter an meiner HA ;-)
Samstag, 11. August 2007
Von mysa frost, mörka und UDI
Ich weiß nicht warum, aber die wenigen Tage die ich schon hier weile bin ich fast immer zwischen 7 und 8 Uhr wach geworden. Erschreckend, wenn ich bedenke dass ich in Berlin (insofern es möglich war) bis 10 Uhr geschlafen habe. Vielleicht mutiere ich zum Frühaufsteher?
Gestern war ich endlich auf der ersten Party bzw. Grillabend von Erasmus-Studenten... die alle aus Deutschland oder Österreich stammten. Das StudiVZ macht es möglich. Zuerst wurde beim Kiwi in Kringsjå eingekauft, wo wir aber feststellen mussten dass die Einweggrills alle waren. Also ging' noch zum Rimi nebenan, dort bekamen wir auch die Grills. Somit hatten wir alles Nötige zusammen und konnten zum Sognsvann aufbrechen. Der Regen setzte glücklicherweise erst ein, als wir fast fertig waren. Irgendwann bot dann Susi ihre Küche als nächsten Aufenthaltsort an, also ging's zurück nach Kringsjå. Da wurde dann der Vodka rausgeholt...
Ihr fragt euch bestimmt was der Post mit der Überschrift zu tun hat. Bisher noch nichts, aber dazu komme ich jetzt. Die oben geschilderte Party ist die Ausnahme in der letzten Woche gewesen - vor allem war ich mit organisatorischem Kram beschäftigt. So war der erste Laden den ich Oslo betrat ... ein IKEA. Und zwar IKEA Furuset was mit dem Bus bequem zu erreichen ist. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttlebus - ich weiß allerdings nicht von wo der losfährt. Dort versorgte ich mich mit einer warmen Decke (Mysa Frost) und einer kleinen Leselampe (Mörka).
Würde man unter Laden auch Fast-Food-Restaurants zählen, so müsste ich mich korrigieren und sagen, dass ich zuerst in McDonalds war - am Mittwoch. Während meiner gut drei Stunden Wartezeit im Utlendingslektoratet der Polizei bekam ich irgendwann Hunger. Also ich kann jedem, der mal eine Aufenthaltserlaubnis in Norwegen beantragen möchte nur raten: Sei pünktlich zum Beginn der Öffnungszeit (8:15 Uhr) da. Und nicht erst kurz vor 10 Uhr...
Das Kontrollieren des Antrags und der notwendigen Nachweise dauerte dann nur fünf Minuten.
Soviel erstmal aus dem verregneten Oslo. Ich werd' dann mal weiter an meiner HA feilen ;-)
![]() |
| Erste Woche |
Donnerstag, 9. August 2007
Der Weg ist das Ziel
Mit der Menge an Gepäck auch nicht gerade das einfachste...
Gegen 10 Uhr erreichte ich die Rezeption in Bjølsen, wo ich gleich fragte ob es schon möglich sei ein Zimmer in Sogn zu beziehen. Es war möglich. Bewaffnet mit Sicherheitskarte, Vaskerikort und Schlüssel ging's in Richtung Nordwesten. Ungefähr um 11 Uhr hatte ich das Ziel erreicht: Haus Nr. 27. Das letzte Stück des Weges war wegen der permanenten steilen Steigung besonders schön: Von dem Muskelkater spüre ich heute noch was. Das liegt jetzt mittlerweile 3 Tage zurück. Eines habe ich auf dem Weg schon gelernt: Ein Fahrrad werde ich mir bestimmt nicht ausleihen, denn ein Bergspezialist war ich bisher nicht.
Mittwoch, 8. August 2007
Neste Holdeplass: Oslo (Teil II)
Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr weiterzulesen und habe einfach nur Musik gehört. Die Landschaft vor Kopenhagen war ein wenig interessanter als in Brandenburg, schließlich hatte man streckenweise einen Blick auf die Ostsee. Durch die einsetzende Dunkelheit wurde die Zahl der einströmenden optischen Reize leider immer geringer, wodurch sich mit der Zeit eine gewisse Müdigkeit einstellte.
Ungefähr um 23 Uhr erreichte der Bus sein Ziel: Kopenhagen. Dort musste ich also umsteigen, was problemlos von statten ging. Ein Großteil der Gesichter in diesem Bus war neu. Hier funktionierte die Klimaanlage, was in der Nacht nicht unbedingt nötig war. Zu dem Zeitpunkt hatte sich die Nacht über den Öresund gelegt, doch gerade mal die Hälfte der Strecke war bewältigt. Die Busfahrerin sprach reinstes "bokmål" was nach dem dänischen Busfahrer eine reine Wohltat für meine Ohren war. Beim Verlassen der Stadt sah ich das Hotel "Copenhagen Island": ein schöner Name ;-)
Der nächste Halt war Malmö, wofür die Öresund-Brücke überquert wurde. Auf dem Wasser spiegelte sich der Halbmond. Ein wunderschöner Anblick, den die wenigsten im Bus genossen haben. Es war Schlafenszeit... welche jedoch durch den schwedischen Zoll jäh unterbrochen wurde. Ungefähr gegen 23:30 fuhr unser Bus in eine große, gut beleuchtete Garage und wurde gründlichst durchsucht. Alle Fahrgäste mussten mitsamt ihrem Gepäck den Bus verlassen. Draußen ging's durch die persönliche Kontrolle, die nur bei einer arabisch aussehenden Person sehr pingelig und exakt durchgeführt wurde. Die Zollbeamten fanden nicht Illegales und nach einer guten halben Stunde ging die Fahrt eher müde weiter. Zwischenzeitlich bin ich eingenickt, doch während der gesamten Fahrt habe ich nicht mehr als eine Stunde geschlafen.
Über Malmö ging es nach Göteborg, wo wir gegen vier Uhr eintrafen. Für den letzten Teil der Fahrt gab es einen neuen Busfahrer. Als die ersten Sonnenstrahlen des Morgengrauens meine Augen kitzelten, konnte ich auch wieder die Landschaft genießen. Sie wurde rauher, Felsen säumten den Weg und über den Wiesen waberten Nebelwände. Von Zeit zu Zeit konnte man sogar einen Blick auf die Fjorde erhaschen. An der Grenze zu Norwegen gab es keine Kontrolle. Der letzte Teil des Weges weckte ein Gefühl der Freude, schließlich war es bald geschafft und das Ziel erreicht. Gleichzeitig war es sehr spannend und faszinierend die sich ändernde Landschaft zu beobachten. Im Gegensatz zum Fliegen ein weitaus intensiveres Erlebnis. Angekommen am Busterminal Oslo musste ich dann zunächst den Weg nach Bjølsen finden, was sich als nicht allzu einfach herausstellen sollte.
![]() |
| Oslo Hinfahrt (II) |
Dienstag, 7. August 2007
Neste Holdeplass: Oslo (Teil I)
Am Sonntag, dem Tag der Abfahrt, schien die Sonne, es waren kaum Wolken zu sehen und nicht einmal ein laues Lüftchen wehte. Ein Horror, wenn man mit dem Bus nach Süden fahren möchte wo es im Prinzip nur wärmer werden kann. Mein Weg sollte mich jedoch nach Norden führen. Leider änderte das zunächst nichts an der stickigen und viel zu warmen Luft im Bus. Auch wenn ich nie in einer war: Das kam einer finnischen Sauna von der Wärme her sehr nahe.
Der Busfahrer war sehr freundlich - nur leider sprach er Dänisch. Zwar konnte ich einige Wortfetzen verstehen, aber die dänische Aussprache... sie wird wohl auf ewig ein Rätsel für mich sein.
Zumindest verstand ihn die Rentnergruppe im Bus sehr gut. Mit ein paar Dosen Tuborg, Salzstangen und Erdnüssen verschönerte sie sich die Fahrt. Vor mir saßen zwei der wenigen Deutschen. Wie ich später erfahren sollte fuhr einer von den Beiden für eine Auslandssemester nach Kopenhagen. Um die Beschreibung meines näheren Umfeldes für den ersten Teil der Fahrt zu vervollständigen: Neben mir saß eine Dänin oder Norwegerin (bei einem Handy-Gespräch konnte ich sie sehr gut verstehen), die den größten Teil der Fahrt das aktuelle Harry-Potter Buch las. Die Kleidung lässt mich mehr in Richtung Norwegen tendieren, schließlich sind Leggings in NO (zumindest in Oslo) durchaus beliebt.
Die Fahrt durch die brandenburgische Wüste war nicht besonders spektakulär. Lediglich die erbarmungslos scheinende Sonne nervte. Die offenen Dachluken brachten keine wirkliche Abkühlung und die Belüftung funktionierte entweder nicht oder war zu schwach um einen Effekt zu erzielen. Mit einem guten norwegischen Buch und Musik waren diese ersten Stunden aber nicht wirklich schlimm.
Gegen 19 Uhr erreichten wir den Fährhafen Rostock, um auf das dänische Festland überzusetzen. Auf der Fähre konnte man den warmen Abend und besonders den wunderschönen Sonnenuntergang bewundern. Allerdings konnte ich es mir nicht verkneifen einen Blick in den Travel Shop zu werfen. Über 50% des Angebots bestand aus Spirituosen, Wein und Bier - das ist bei Überfahrten in skandinavische Länder ja nichts neues. Interessant fand ich die 1,75 l Flasche Finlandia Vodka. Allgemein wurde in dem Laden sehr auf Quantität gesetzt. Da ich leider schon voll beladen war, gab ich mich schließlich mit einer kleinen Toblerone Schachtel zufrieden und ging zum Sonnendeck. Ich hoffe die Fotos fangen wenigstens einen kleinen Teil der sehr beruhigenden Atmosphäre ein.
Als wir gegen 21 Uhr auf das dänische Festland fuhren, war die Sonne noch immer nicht untergegangen. Jetzt musste der Zoll passiert werden.
![]() |
| Oslo - Hinfahrt |
Samstag, 4. August 2007
Ein Tag vor der Fahrt
Hoffentlich gibt's keine Probleme an den Grenzen...
Bisher habe ich nicht das Gefühl, dass ich Ferien hätte. Zuviel musste ich in den letzten beiden Wochen von Bibliothek zu Bibliothek stiefeln, Organisatorisches klären und mir Gedanken über mein Gepäck machen. Und die Hausarbeit... die ist immer noch nicht fertig. Zumindest habe ich die wichtigste Sekundärlitertaur kopiert.
Also dann: Auf ein fröhliches Schreiben in Oslo!

... und das Panorama von der Kienbergstr.
Mittwoch, 1. August 2007
THW-Entzug
Eines ist klar: Ich habe es keine Sekunde bereut weder Militärdienst noch Zivildienst zu absolvieren. Der "Sonderweg" THW ist vom finanziellen Standpunkt her zwar keinen müden Cent wert, doch wird das durch die sehr umfangreiche und vielseitige Ausbildung ausgewogen. Es ist wie immer im Leben: Jede Entscheidung hat ihre guten und ihre schlechten Seiten. Überwiegen jedoch die Guten, so rücken die Schlechten in den Hintergrund.
Die Ausbildung bei meinem Grundausbilder war anstrengend, da ich vorher auch keinerlei Erfahrung mit schwerem Gerät oder handwerklichen Finessen hatte. Nach der überstandenen Grundausbildung (heute heißt es Basisausbildung I) kam zunächst die Bergungsgruppe, die jedoch Anfang 2005 offiziell zur Fachgruppe Beleuchtung wurde. 2005 gab es überraschend viele Brände (u.a. Lagerhallenbrand in der Herzbergstraße, Reifenlagerbrand in Schmöckwitz, der Deponiebrand in Bernau), bei denen auch die FGr Bel ausrücken musste. Die Kakerlaken in Bernau waren sehr interessant zu beobachten wie die Stämme zwischen den Löschwasserpfützen (wobei es Seen besser treffen würde) umherwanderten...
2006, das Jahr der glorreichen WM, bekam ich dann die Stabsfunktion des BÖH. Allerdings erst nach der WM. Allzu viele Einsätze gab es für die FGr Bel in dem Jahr auch nicht, dafür wurden alle Kräfte bei der WM gebraucht. Es war schon seltsam, vor einer improvisierten Leinwand auf dem Maifeld zu sitzen und den Jubel über ein Tor fünf Sekunden vor der Fernsehübertragung zu hören. Theoretisch hätte ich auch an dem Tag des Finales im Bereitschaftsraum "Maifeld"
sein können, doch als freiwilliger Helfer für die Closing Ceremony kam man ins Stadion ;-)
2007 gab es besonders viele Schäden durch Unwetter. Draußen war ich dabei eher selten, dafür habe ich die Artikel zu den Einsätzen geschrieben. Zurückschauend hat mich mein Engagement im THW um viele tolle und außergewöhnliche Erfahrungen bereichert. Gleichzeitig ist die jetzige Zäsur eine Möglichkeit wieder Motivation für die nächsten drei (oder mehr...) Jahre beim THW zu sammeln. Wer weiß, was die Zukunft bringt...
der Übung "Together 2006"
Freitag, 27. Juli 2007
Ein herzliches Willkommen
Im Moment bin ich eifrig am Schreiben meiner Hausarbeit, die schließlich so schnell wie nur irgend möglich fertig werden soll. Daher liege ich auch nicht in der Sonne und entspanne bei einem guten Buch - nein, die Bibliothek war die letzte Woche tagsüber mein Zuhause. Und das wird sich nächste Woche auch nicht ändern.
Erst am Sonntag, den 5.August, beginnt die Fahrt. Sie wird lange dauern, aber hoffentlich nicht allzu anstrengend sein.
Nun gut, das soll für den ersten Eintrag reichen. Jetzt geht's erstmal zum Blutplasmaspenden - hoffentlich ist der Alkohol von letzter Nacht halbwegs abgebaut ;-)











