Vom 23. bis 29. war ich in Berlin um Weihnachten mit der Familie zu feieren und mich mit Freunden zu treffen. Zu ersterem bin ich gekommen, doch letzteres wurde mir durch den Norovirus verwehrt. Diesen hatte ich mir bei einem gemütlichen Abend bei meinem Bruder und einigen Freunden am 23. geholt. Ausgebrochen ist er dann in der Nacht von Heiligabend. Das ist wahrlich keine angenehme Sache. Dadurch musste ich alle geplanten Treffen absagen, damit ich halbwegs fit wieder den Flieger nach Oslo nehmen konnte. So lief dann leider alles anders als geplant. Es war jedoch sehr schön meine Familie und Verwandten wiederzusehen, besonders die kleine Blanca.
So landete ich am 29. gegen 11 Uhr in Oslo und schleppte mein Gepäck wieder hoch ins beinahe ausgestorbene Sogn. Seltsam dieses Wiederkehren. Ich war nicht lange weg und doch habe ich angefangen diese Stadt zu vermissen. Es war jedoch eine andere Art der Sehnsucht als nach Berlin. Meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde sind in Berlin. Ich bin in Marzahn aufgewachsen, habe meine Kindheit und Jugend dort verbracht und kenne die Umgebung auswendig. Und genau wegen dieser langen Vertrautheit ist zumindest dieser Bezirk langweilig geworden. Ich möchte dort nicht mehr leben.
Oslo hingegegen war meine Wahl. Ohne zu wissen was mich erwartet bin ich hier hingegangen und habe versucht so gut wie möglich zu leben. Und es gefällt mir hier. Mir gefallen die Menschen, die Natur und der Lebensstil. Ich könnte mir wirklich vorstellen eines Tages hier zu leben. Momentan ist das noch reine Utopie, doch wer aufhört zu träumen hört auch auf zu leben.
Berlin als Stadt hat weiterhin ihren Reiz auf mich und ist in Sachen Nachtleben Oslo um Meilen voraus. Doch im Moment genieße ich es mehr hier, in Oslo, zu sein.
Damit bin ich auch schon bei meinem kleinen persönlichen Jahresrückblick angekommen. Was hat mir 2007 gebracht? In erster Linie eine ganze Menge neuer Erfahrungen, Einblicke und Ereignisse. Durch mein Praktikum in diesem Jahr bin mir ein klein wenig sicherer in welche Richtung ich später beruflich gehen möchte. Den mit Abstand größten Einfluss haben jedoch die letzten fünf Monate. Ich habe Einblicke in andere Kulturen erhalten, gemerkt wie viel Spaß es doch macht eine gelernte Sprache im Alltag zu benutzen und neue Freunde gewonnen. All das gibt mir Kraft und Energie für 2008, in das ich natürlich in Oslo hineinfeiern werde! Ich werde mir die Feuerwerke vom Holmenkollen aus anschauen.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Mögen eure guten Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen!
Montag, 31. Dezember 2007
Freitag, 21. Dezember 2007
Die letzten Tage
Jetzt sind es nur noch zwei Tage, die mich von Berlin trennen. Ich freue mich nach Hause zu kommen, die Familie, Verwandte und Freunde wieder zu sehen. Es wird zwar ein kurzer aber interessanter Aufenthalt. Diesen Beitrag möchte ich nutzen um die Geschehnisse der letzten Woche vor Weihnachten kurz zusammenzufassen:
Julebord ("Weihnachtstisch")
Am letzten Samstag fand im Uglebo (der Studentenclub von dem ich schon öfters geschrieben habe) die alljährliche Vorweihnachtsfeier statt - genannt Julebord. Hauptbestandteil eines Julebord ist, wie bei allen mit Weihnachten verbundenen Feierlichkeiten, das Essen. Es gab die Auswahl zwischen Schweinerippe, geräuchertem Schafsfleisch oder einem vegetarischem Gericht. Ich habe mich für das Schafsfleisch entschieden und kann es nur weiterempfehlen. Als zweites wichtiges Element durfte der Alkohol nicht fehlen. Wir sind hier schließlich in Norwegen. Und so war im Preis für das Essen auch der Akevitt mit inbegriffen. Jeder Tisch hatte also eine Flasche 40-prozentigen, besten norwegischen Schnaps zur freien Bedienung. Verbunden mit der norwegischen Trinkmentalität, die darauf basiert so viel wie möglich so schnell wie möglich zu trinken, versprach das ein sehr fröhlicher Abend zu werden.
Diese Erwartung wurde auch voll und ganz erfüllt! Leider habe ich mir dann auf dem Heimweg, der wohl irgendwann gegen fünf Uhr geschehen sein muss, eine Erkältung zu gezogen. Jetzt futter ich schon die Woche über fleißig Paracetamol, trinke viel Tee und esse ne Menge Klementinen.
Die Woche
... begann mit meiner letzten Klausur. Bei der kann ich froh sein wenn ich bestanden habe. Meine Vorbereitung war alles andere als ideal, ich war bereits krank und kein bißchen motiviert. Die Note kann ich nirgendwo einbringen, also hat die Prüfung keine große Bedeutung für mich. Am nächsten gab es dann die letzte große Party dieses Semesters in Kringsjå. Es war eine Abschiedsfeier auf der mindestens 90 % Deutsche waren. Hier habe ich auch Leute wiedergesehen die ich ein-, zweimal am Anfang des Semesters getroffen habe. An den folgenden Tagen habe ich mich mit Wäsche waschen, Weihnachtseinkäufen, Skype-Gesprächen, Internet-TV und guter Literatur beschäftigt. Klingt langweilig ... is' es auch.
Julebord ("Weihnachtstisch")
Am letzten Samstag fand im Uglebo (der Studentenclub von dem ich schon öfters geschrieben habe) die alljährliche Vorweihnachtsfeier statt - genannt Julebord. Hauptbestandteil eines Julebord ist, wie bei allen mit Weihnachten verbundenen Feierlichkeiten, das Essen. Es gab die Auswahl zwischen Schweinerippe, geräuchertem Schafsfleisch oder einem vegetarischem Gericht. Ich habe mich für das Schafsfleisch entschieden und kann es nur weiterempfehlen. Als zweites wichtiges Element durfte der Alkohol nicht fehlen. Wir sind hier schließlich in Norwegen. Und so war im Preis für das Essen auch der Akevitt mit inbegriffen. Jeder Tisch hatte also eine Flasche 40-prozentigen, besten norwegischen Schnaps zur freien Bedienung. Verbunden mit der norwegischen Trinkmentalität, die darauf basiert so viel wie möglich so schnell wie möglich zu trinken, versprach das ein sehr fröhlicher Abend zu werden.
Diese Erwartung wurde auch voll und ganz erfüllt! Leider habe ich mir dann auf dem Heimweg, der wohl irgendwann gegen fünf Uhr geschehen sein muss, eine Erkältung zu gezogen. Jetzt futter ich schon die Woche über fleißig Paracetamol, trinke viel Tee und esse ne Menge Klementinen.
Die Woche
... begann mit meiner letzten Klausur. Bei der kann ich froh sein wenn ich bestanden habe. Meine Vorbereitung war alles andere als ideal, ich war bereits krank und kein bißchen motiviert. Die Note kann ich nirgendwo einbringen, also hat die Prüfung keine große Bedeutung für mich. Am nächsten gab es dann die letzte große Party dieses Semesters in Kringsjå. Es war eine Abschiedsfeier auf der mindestens 90 % Deutsche waren. Hier habe ich auch Leute wiedergesehen die ich ein-, zweimal am Anfang des Semesters getroffen habe. An den folgenden Tagen habe ich mich mit Wäsche waschen, Weihnachtseinkäufen, Skype-Gesprächen, Internet-TV und guter Literatur beschäftigt. Klingt langweilig ... is' es auch.
![]() |
| Julebord |
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Geisterstadt
Wer dieser Tage durch das Sogn oder Kringsjå-Studentenwohnheim geht, wird feststellen dass es wie eine Geisterstadt wirkt. Nur vereinzelt brennt Licht in den Zimmern, auf Menschen trifft man höchstens im lokalen Supermarkt und der Großteil der Waschmaschinen in der Wäscherei ist nicht belegt.
Mit den zweistelligen Minusgraden kommt auch die Reisewelle. Sie trägt die aus allen Enden der Welt gekommenen Studenten zurück nach Hause. Für einige ist es ein endgültiger Abschied, für andere nur ein kurzzeitiger. Manche fahren mit dem Gewissen nach Hause ein unvergessliches und schönes Semester gehabt zu haben, doch einige waren auch enttäuscht von der Hauptstadt Norwegens. Ich zähle mich zu denjenigen die dieses Semester so genossen haben wie noch kein anderes.
Auch wenn ich mich nicht endgültig von Oslo verabschiede (das geschieht erst im März), so endet mit diesem Semester doch mein Aufenthalt als Student hier. Zu den Dingen die ich vermissen werde gehören: der tägliche Weg nach Blindern, die Backsteinvorlesungsäle oder an Schulzimmer erinnernde Seminarräume, der schöne Akademika-Buchladen mit seinen teuren Fachbüchern, die Cafes auf dem Campus, die Bibliothek im Sophus Bugges-Gebäude (mein zweites Zuhause während der Prüfungsphase), die 15-minütigen Pausen in den Lehrveranstaltungen, das Waffel-Lunsj im Uglebo, ... Es gibt auch Dinge die ich nicht vermissen werde, nur fallen die mir gerade nicht ein.
Im Januar beginne ich dann mein Praktikum an der deutschen Botschaft in Oslo. Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem Ansprechpartner und bin sehr erfreut. Ich bekomme ein eigenes Büro, habe natürlich Internetzugang und werde mich wohl auch nicht langweilen. Hört sich alles sehr gut an! Da bleibt mir keine Zeit um in Erinnerungen an dieses Erasmus-Semester zu schwelgen.
Mit den zweistelligen Minusgraden kommt auch die Reisewelle. Sie trägt die aus allen Enden der Welt gekommenen Studenten zurück nach Hause. Für einige ist es ein endgültiger Abschied, für andere nur ein kurzzeitiger. Manche fahren mit dem Gewissen nach Hause ein unvergessliches und schönes Semester gehabt zu haben, doch einige waren auch enttäuscht von der Hauptstadt Norwegens. Ich zähle mich zu denjenigen die dieses Semester so genossen haben wie noch kein anderes.
Auch wenn ich mich nicht endgültig von Oslo verabschiede (das geschieht erst im März), so endet mit diesem Semester doch mein Aufenthalt als Student hier. Zu den Dingen die ich vermissen werde gehören: der tägliche Weg nach Blindern, die Backsteinvorlesungsäle oder an Schulzimmer erinnernde Seminarräume, der schöne Akademika-Buchladen mit seinen teuren Fachbüchern, die Cafes auf dem Campus, die Bibliothek im Sophus Bugges-Gebäude (mein zweites Zuhause während der Prüfungsphase), die 15-minütigen Pausen in den Lehrveranstaltungen, das Waffel-Lunsj im Uglebo, ... Es gibt auch Dinge die ich nicht vermissen werde, nur fallen die mir gerade nicht ein.
Im Januar beginne ich dann mein Praktikum an der deutschen Botschaft in Oslo. Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem Ansprechpartner und bin sehr erfreut. Ich bekomme ein eigenes Büro, habe natürlich Internetzugang und werde mich wohl auch nicht langweilen. Hört sich alles sehr gut an! Da bleibt mir keine Zeit um in Erinnerungen an dieses Erasmus-Semester zu schwelgen.
Dienstag, 18. Dezember 2007
Weihnachtseinkäufe
Die letzten Wochen waren turbulent, stressig und fordernd. Neben den beiden wichtigen Hausarbeiten galt es eine mündliche Prüfung sowie zwei Klausuren zu überstehen. Seit Montag bin ich denn nun endlich prüfungsfrei und kann mich auf Weihnachten freuen. Nun ja, wenn da nicht diese Erkältung wäre die ich mir dieses Wochenende zugezogen habe. Hoffentlich ist die bis zum 24. weg.
Heute habe ich denn nun endlich mal mit dem angefangen, was die meisten anderen schon längst erledigt haben: Weihnachtseinkäufe. Nun ist Oslo nicht wirklich für seine Schnäppchen oder billigen Waren bekannt, was ich heute besonders zu spüren bekommen habe. Aber das hat mich bisher nie vom kaufen abgehalten, im Gegenteil: man gewöhnt sich dran.
Auf der Karl Johanns Gate, die Prachtstraße Oslos, war heute sehr viel los. Musikanten unterhielten die Passanten, nette Leute von einer Organisation die ich nicht kenne wollten mit mir über Krebs, den Tod oder über die Vergewaltigung von Frauen reden und Turbonegro gaben eine Autogrammstunde im "Ark"-Buchhandel am Stortinget. Trotz der Masse an Menschen bin ich recht zügig zu den Sachen gekommen die ich haben wollte. Ich will nicht zuviel verraten, doch es sind überwiegend typisch norwegische Sachen.
Um mal wieder ein paar Bilder zu zeigen, hier Impressionen aus Oslo im Dezember. Nicht wundern, die sind in einem bereits bestehenden Album hochgeladen.
Heute habe ich denn nun endlich mal mit dem angefangen, was die meisten anderen schon längst erledigt haben: Weihnachtseinkäufe. Nun ist Oslo nicht wirklich für seine Schnäppchen oder billigen Waren bekannt, was ich heute besonders zu spüren bekommen habe. Aber das hat mich bisher nie vom kaufen abgehalten, im Gegenteil: man gewöhnt sich dran.
Auf der Karl Johanns Gate, die Prachtstraße Oslos, war heute sehr viel los. Musikanten unterhielten die Passanten, nette Leute von einer Organisation die ich nicht kenne wollten mit mir über Krebs, den Tod oder über die Vergewaltigung von Frauen reden und Turbonegro gaben eine Autogrammstunde im "Ark"-Buchhandel am Stortinget. Trotz der Masse an Menschen bin ich recht zügig zu den Sachen gekommen die ich haben wollte. Ich will nicht zuviel verraten, doch es sind überwiegend typisch norwegische Sachen.
Um mal wieder ein paar Bilder zu zeigen, hier Impressionen aus Oslo im Dezember. Nicht wundern, die sind in einem bereits bestehenden Album hochgeladen.
![]() |
| Impression |
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Worst Case
6:45 Uhr -
Wecker klingelt - Reflex: ausschalten und zwei Minuten liegen bleiben
8:59 Uhr -
Erneut aufgewacht - Erster Gedanke: Die Klausur beginnt um 9
9:20 Uhr -
Ankunft im Auditorium - Hungrig, Atemlos, Verwirrt
Wecker klingelt - Reflex: ausschalten und zwei Minuten liegen bleiben
8:59 Uhr -
Erneut aufgewacht - Erster Gedanke: Die Klausur beginnt um 9
9:20 Uhr -
Ankunft im Auditorium - Hungrig, Atemlos, Verwirrt
Abonnieren
Posts (Atom)

