Wer dieser Tage durch das Sogn oder Kringsjå-Studentenwohnheim geht, wird feststellen dass es wie eine Geisterstadt wirkt. Nur vereinzelt brennt Licht in den Zimmern, auf Menschen trifft man höchstens im lokalen Supermarkt und der Großteil der Waschmaschinen in der Wäscherei ist nicht belegt.
Mit den zweistelligen Minusgraden kommt auch die Reisewelle. Sie trägt die aus allen Enden der Welt gekommenen Studenten zurück nach Hause. Für einige ist es ein endgültiger Abschied, für andere nur ein kurzzeitiger. Manche fahren mit dem Gewissen nach Hause ein unvergessliches und schönes Semester gehabt zu haben, doch einige waren auch enttäuscht von der Hauptstadt Norwegens. Ich zähle mich zu denjenigen die dieses Semester so genossen haben wie noch kein anderes.
Auch wenn ich mich nicht endgültig von Oslo verabschiede (das geschieht erst im März), so endet mit diesem Semester doch mein Aufenthalt als Student hier. Zu den Dingen die ich vermissen werde gehören: der tägliche Weg nach Blindern, die Backsteinvorlesungsäle oder an Schulzimmer erinnernde Seminarräume, der schöne Akademika-Buchladen mit seinen teuren Fachbüchern, die Cafes auf dem Campus, die Bibliothek im Sophus Bugges-Gebäude (mein zweites Zuhause während der Prüfungsphase), die 15-minütigen Pausen in den Lehrveranstaltungen, das Waffel-Lunsj im Uglebo, ... Es gibt auch Dinge die ich nicht vermissen werde, nur fallen die mir gerade nicht ein.
Im Januar beginne ich dann mein Praktikum an der deutschen Botschaft in Oslo. Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem Ansprechpartner und bin sehr erfreut. Ich bekomme ein eigenes Büro, habe natürlich Internetzugang und werde mich wohl auch nicht langweilen. Hört sich alles sehr gut an! Da bleibt mir keine Zeit um in Erinnerungen an dieses Erasmus-Semester zu schwelgen.
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