Mittwoch, 31. Oktober 2007

Die erste Nacht, die erste Fahrt

Die schwedische Städtereise begann am 26.10. im Busbahnhof Oslos. Sandra und ich hatten uns gegen 22:30 Uhr dort verabredet. Der Bus fuhr dann pünktlich um 23 Uhr ab. Nach gerade einmal anderthalb Stunden hatten wir die schwedische Grenze passiert, doch die nächsten fünfeinhalb Stunden streckten sich. Ich habe ein wenig gedöst.
Gegen halb sieben erreichte der Bus dann sein Ziel, den Stockholmer Busbahnhof. Ein wenig verschlafen verließen wir den Bus und gingen zum nächsten Geldautomaten. Schließlich konnten wir in Schweden nicht mit norwegischen Kronen bezahlen. Jetzt mussten wir nur noch ein Café zum Brunchen finden. Unsere Entscheidung fiel auf "Waynes Coffee" im Hauptbahnhof.
Nach einem guten, pechschwarzen Kaffee fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und war bereit nach "Västra Skog" zu fahren, da dort die StudiVZ-Freundin wohnte. Nachdem wir dort unsere Sachen abgestellt haben und uns unterhalten hatten, ging es in die Innenstadt.
Dort führte uns unser erster Weg nach "Gamla Stan", also in die Altstadt. Leider war das Wetter nicht optimal, da es den ganzen Tag bedeckt war. Doch trotz schlechtem Wetters war es sehr interessant die geschichtsträchtige Altstadt Stockholms zu sehen. Oslo kann in dieser Hinsicht nicht mithalten.
Unser Mittagessen haben wir im Restaurant mit dem goldenem M zu uns genommen, was nicht mal nicht viel teurer war als in Deutschland. Interessanterweise sind die Toaletten in Schweden oft sehr minimal geplant. Der McDonalds in dem wir waren war mit Sicherheit für ca. 100 Menschne konzipiert und es gab eine Sitztoilette sowie zwei Pissoirs. In Bars und anderen Restaurants sieht es nicht anders aus.
Uns wurde vor der Fahrt mehrmals empfohlen ins Vasamuseum zu gehen, also taten wir das auch. Kern des Museums ist die "Vasa", ein Prachtschiff das bei seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 direkt vor Stockholm sank. Mit viel Aufwand wurde es geborgen und zum Ausstellen präpariert. Ich kann das Museum nur empfehlen, die Geschichte um das Schiff ist sehr spannend und informativ aufgearbeitet.
Der Abschluss dieses Tages war ein Besuch des "Globen", welcher ein Veranstaltungszentrum am Rande Stockholms ist. Wie der Name erahnen lässt, hat das Gebäude die Form einer Kugel. Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück im Studentenwohnheim, haben Abendbrot gegessen und uns dann schlafen gelegt. Zwar waren wir noch zu einer Party eingeladen, doch auf Grund der Busfahrt und des langen Tages hatten wir keine Lust feiern zu gehen. Zumal die nächste Nacht eine noch viel interessantere Busfahrt versprach...

Sverige

Dienstag, 30. Oktober 2007

Vier Tage Schweden

Von letzten Freitag bis Montag war ich in Schweden. In den nächsten Blogeinträgen werde ich meine Eindrücke von Stockholm und Göteborg schildern und auch Bilder hochladen. In diesem Eintrag sage ich kurz etwas zur Entstehung und Planung dieses Kurztrips.

Es war Anfang September, als Sandra und ich mal wieder morgens um 10 in der Kafeteria der Sozialwissenschaftlichen Fakultät saßen um Kaffee zu trinken. Wir unterhielten uns über unsere Eindrücke hier in Oslo und den Besuch den wir noch erwarten. Dabei kamen wir auf die Orte zu sprechen, die wir noch gerne besichtigen wollten. Sandra hatte fest vor, nach Stockholm zu fahren und ich spielte mit dem Gedanken Mareike in Göteborg zu besuchen. Warum sollten wir das also nicht miteinander verbinden?

Über das StudiVZ hatte ich eine Studentin in Stockholm kennengelernt, die ihre Wohnung zur Übernachtung anbot und dafür im Gegenzug nach Oslo kommen möchte. Somit mussten nur noch die Busfahrten gebucht werden. Das haben wir Anfang Oktober erledigt, hier die Zeiten:

Oslo - Stockholm (25.10.2007): 23:00 bis 06:20 Uhr

Stockholm - Jönköping (27.10.2007): 22:50 bis 03:25 Uhr
Jönköping - Göteborg (28.10.2007): 05:35 bis 07:40 Uhr

Göteborg - Oslo (29.10.2007): 17:30 bis 21:30 Uhr.

Was auf einer solche Tour passieren kann, wie eine Zeitumstellung zu Aggressionen führen kann und welche Sehenswürdigkeiten wir innerhalb der vier Tage gesehen haben gibt es in den nächsten Einträgen.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Eine lange Nacht

Im Norwegisch-Sprachkurs muss ich ein Buch von Erlend Loe lesen: "Naiv.super." Der Roman ist sehr empfehlenswert. Eines der Hauptelemente in der Geschichte sind die Listen der Hauptperson. Diese neigt dazu beinahe alles (seien es die Dinge die ihn in jungen Jahren begeistert haben oder Themen über die er besonders viel weiß) in langen Aufzählungen auszudrücken. In diesem Stil möchte ich meine letzte Nacht ausdrücken:

- eine Party
- zwei Clubs
- drei Taxifahrten
- zwei Feueralarme
- sechs Bier
- ein harter Kern
- vier Norweger
- ein Deutscher
- neun Stunden.

Bevor ich anfange: Ich studiere hier natürlich auch und könnte u.a. über die Auffassung von Sprache und Kultur im Rahmen der Nationalitätsdebatte in Norwegen im 19./20. Jahrhundert berichten.... doch ich verzichte darauf. Letzte Woche habe ich den ersten Entwurf meiner Semesteraufgabe eingereicht und werde heute bzw. morgen noch zwei Kommentare zu Entwürfen von den anderen Studierenden schreiben. Ansonsten habe ich in der letzten Woche mal wieder viel gelesen, geschrieben und fleißig Norwegisch geredet. Ach ja, natürlich koche ich weiterhin mein Wasser. Allerdings schmeckt das so ekelhaft, dass ich schon mit dem Gedanken spiele einen 10 Liter Wasserkanister zu kaufen...

Jetzt aber zur letzten Nacht. Ich war zu einer Party bei Norwegern eingeladen, die ich während der ersten Uni-Woche kennengelernt hatte und seitdem des öfteren im Studentenclub der Humanistischen Fakultät getroffen habe. Der Ort war ein wenig abgelegen, doch ich habe es geschafft das Haus zu finden und kam ungefähr gegen acht Uhr an. An dem Abend war ich der einzige Nicht-Norweger dort und hatte viele interessante Gespräche. Gegen halb eins kam dann die Idee auf, weiterzuziehen. Warum nicht?
Also wurden zwei Taxis bestellt, um zum Zentrum zu fahren. Aus den acht Leuten wurden nach dem ersten Club nur noch fünf, der Rest ist dort geblieben oder einfach verschwunden. Nachdem gegen drei Uhr in der Garage (siehe Post zum Beatsteaks-Konzert) die Lichter angingen, meinte der zweite Christian der Gruppe er kenne da noch jemanden in der Altstadt. Da könnten wir weiterfeiern... gesagt, getan. Doch die Party dort war schon vorbei, was man an dem Mangel an Menschen und der Vielzahl an Bierdosen und - flaschen ablesen konnte. So blieben wir nicht lange und nahmen mal wieder ein Taxi, welches uns schlussendlich nach Hause brachte. Gegen fünf Uhr kam ich dann in Sogn an. Ich lag vielleicht fünf Minuten im Bett, als mich das sanfte Scheppern unseres Feueralarms unsanft weckte. Anscheinend haben wir ein kleines Problem mit der Technik, denn es war der dritte Alarm innerhalb von zwei Tagen. Bevor ich nach Hause kam, gab es schon einen Alarm gegen 2 Uhr. Nun ja, dafür habe ich heute umso länger geschlafen.
Morgen werde ich erfahren ob ich meine "Qualifizierungsaufgabe" für einen meiner Kurse bestanden habe.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Kontaminiertes Trinkwasser!

Seit heute wird jedem Bewohner in Oslo strengstens empfohlen, sein Trinkwasser vor der Benutzung zu kochen. Das gilt für das Trinken genauso wie für's Zähne putzen oder Kochen. Bereits seit letztem Freitag ist Leitungswasser aus der Region mit Parasiten (Giardia intestinalis) verseucht. Allerdings ist die Warnung erst heute Morgen an die Öffentlichkeit gegangen, da bei Proben am Wochenende keine Verunreinigungen festgestellt wurden. Neuere Proben zeigten dann jedoch eine hohe Konzentration von Bakterien und Parasiten.
Bereits 2004 hatte ein ähnlicher Vorfall in Bergen zu einer kleinen Epidemie geführt, bei der mindestens 6000 Menschen erkrankten. Daher ist die Reaktion in Oslo sehr strikt, es ist nicht mal mehr möglich Kaffee in der Kafeteria zu erhalten (zumindest bei den Sozialwissenschaftlern). Laut Aftenposten erwärmen moderne Kaffeeautomaten das Wasser nur bis zu 70 oder 80° - das ist nicht genug um die Bakterien zu töten. Noch habe ich nichts über die Dauer dieses Zustandes gehört, doch bis auf weiteres muss ich Leitungswasser vor der Nutzung kochen. Und wer weiß, vielleicht bin ich ja schon infiziert...

Samstag, 13. Oktober 2007

Besuch

Letzte Woche hatte ich von Montag bis Donnerstag Besuch. Ein Freund aus Schulzeiten kam nach Oslo, um seinen Norwegen-Urlaub hier abzuschließen. Zuvor war er mit seinem Vater in Nordnorwegen angeln gewesen und hatte bei seiner Ankunft schon 14 Stunden Autofahrt hinter sich. Daher begann die Stadtführung erst am Dienstag.
Das Programm war intensiv: Zunächst ging es zum Jernbanetorget, dem Hauptbahnhof in Oslo, wo ich mir eine neue Monatskarte gekauft habe. Der stolze Preis (wie die letzten zwei Monate): 430 kr. (ca. 56 €). Von dort aus kann man die Karl Johans Gate bis zum Schloss hochlaufen. Diese Prachtstraße ist gesäumt von verschiedenen Touristenläden, einem Burger King, einem HardRock-Cafe, mehreren Hotels und dem historischen Hauptgebäude der Universität Oslos. In Letzterem verkehren nur die Juristen, der Hauptcampus der Uni ist weiter nördlich im Stadtteil "Blindern" gelegen. Auch ein Abstecher in die Nationalgallerie durfte nicht fehlen.
Da das Wetter wunderschön war, ging es anschließend hoch zum Holmenkollen. Von dort aus hat man einen sehr guten Blick über den Oslofjord und auf Oslo. Im Sommer ist die Landezone der Schanze mit Wasser gefüllt, was im Winter dann wieder abgepumpt wird. Der nächste Punkt auf der Tagesplanung war schließlich der Vigelandsparken, welcher innerhalb zweier Jahrzehnte entstand. Das Gebiet war bereits um 1900 als öffentlicher Park erschlossen, doch erst ab 1924 wurden die heutigen Anlagen Stück für Stück aufgebaut. 1950 standen dann die meisten Skulpturen an ihrem heutigen Platz. Der Park ist beeindruckend und die zwei Male die ich bisher dort war gefiel es mir sehr.
Zum Ausklang des anstrengenden Tages gab haben wir mit ein paar deutschen Erasmusstudenten ein paar Bier im "Evergreen" getrunken. Die Bar ist eine der billigsten im Osloer Stadtzentrum: Hier kostet das Bier "nur" 33 kr. (ca. 4,20 €).

Am Mittwoch musste ich frühs zu einem Kurs an der Uni - und zwar um acht Uhr. Ein Graus, doch irgendwie habe ich es geschafft um sieben aufzustehen, die eiskalte Dusche zu überleben, mein Frühstück schnell runterzuschlingen und pünktlich zum Kurs zu erscheinen. An dem Morgen ging es um den Streit um die norwegische Nationalität zwischen Wergeland und Welhaven... wie dem auch sei. Kurz darauf war ich bei meinem Erasmuskoordinator und habe mit ihm über ein kleines Problem hinsichtlich meiner Wohnung gesprochen. Das dürfte jetzt gelöst sein.
Der Vormittag begann für meinen Kumpel mit einer kleinen Campustour und nem Kaffee in der Kafeteria. Um auch die volle Ladung Kultur zu bekommen, führte uns der Weg ins Munch-Museum. Ab dem ersten Oktober ist der Eintritt kostenlos, das muss genutzt werden. Den Rest des Tages sind wir am Hafen langegelaufen. Leider habe ich davon keine Bilder mehr, da die Akkus meiner Kamera alle waren und die frisch gekauften Akkus nicht aufgeladen waren. Dafür hätte ich fast einen Schock wegen dem Preis erlitten: 169 kr. (21 €)!!! Das war mir in diesem Moment egal, aber im nachhinein ärgere ich mich doch sehr stark dass ich soviel Geld für die Dinger ausgegeben habe.
Am Abend haben wir bei ner Freundin gekocht, die ebenfalls Besuch hatte. Leckeres Essen, guter Alkohol und nette Gespräche. Ein guter Ausklang für die Extremtour durch Oslo. Gegen sechs Uhr klingelte der Wecker am Donnerstag, da der Flug kurz nach 9 Uhr abfliegen sollte. Und der Weg zum Flughafen ist weit. So habe ich meinen Besuch zum Hauptbahnhof gebracht, von wo der Zug zum Flughafen abfuhr.
Seitdem habe ich viel gelesen (und das meine ich ernst), da wieder eine Aufgabe ansteht: Bis Mittwoch muss ich den Anfang einer Hausarbeit für nen Kurs geschrieben haben. Ich hab' noch nicht annähernd genug gelesen, um etwas sinnvolles zu schreiben...

Tour durch Oslo

Dienstag, 2. Oktober 2007

Finally !

Endlich habe ich sie, meine Aufenthaltserlaubnis! Der Gang zur Polizei war eines der ersten Dinge die ich hier in Oslo tat (siehe hier) und nun, nach einer halben Ewigkeit halte ich sie in den Händen: die Karte die es mir ermöglicht hier zu arbeiten. Mal sehen ob ich davon Gebrauch machen werde. Zumindest bin ich jetzt kein illegaler Einwandrer mehr.

In diesem Post möchte einmal beschreiben wie ein Tag hier in Oslo so aussehen kann. Theoretisch wollte ich heute früh joggen, daher war mein Wecker auf halb neun gestellt. Nun... da ich mich krank fühle und ständig niesen muss, war es wohl eine gute Entscheidung den Wecker auszustellen und weiterzudösen. Gegen halb zehn kämpfte ich mich aus dem Bett und begab mich ins Bad. Anschließend gab's ein genüssliches Frühstück.
Bevor ich gegen 12 Uhr in die Stadt fuhr, habe ich noch einen wissenschaftlichen Aufsatz gelesen. Somit war mein studentisches Gewissen beruhigt. In der Stadt habe ich einer Freundin beim Ticketkauf für den Bus geholfen, da wir gestern Probleme hatten. Heute hat auch sie ihre drei Bustickets bekommen. Wo die Reise hingeht wird in einem anderen Post stehen. Lasst euch überraschen...
Anschließend war ich auf dem Campus verabredet und hatte danach von 16 bis 19 Uhr Sprachkurs. Der war nicht sehr spannend - eher einschläfernd. Zum Abschluss des Tages habe ich am Spieleabend im Uglebo teilgenommen, was sehr witzig war. Idiot, Bums, Gnav und Gris hießen die Kartenspiele. Mit Ausnahme von Gnav habe ich alle zum ersten Mal gespielt. So kann ein interessanter Tag hier in Oslo aussehen, morgen gibt es nur eine Hauptbeschäftigung: Lesen und Schreiben.