"Denn der einzige Grund für das Leben oder eine Geschichte ist doch: Was passiert als nächstes?"
Jack Kerouac (1922-1969), US-amerikanischer Schriftsteller
Mein Blog endete im Februar abrupt, da ich keine Zeit mehr fand meine Posts zu schreiben. Doch ich hatte mir vorgenommen einen abschließenden Text zu schreiben, um meinen Auslandsaufenthalt ein letztes Mal zu reflektieren.
In gewisser Weise kann man ein Auslandssemester als ein Studium im Zeitraffer betrachten. In den ersten zwei Monaten ist man Erstsemester - neue Uni, neue Kommilitonen, neue Dozenten. Mit der Erfahrung aus vorangegangenen Semestern gewöhnt man sich jedoch recht schnell an die neue Umgebung und erweitert seine Sprachkenntnisse stetig. In Oslo kommt Mitte des Semesters die erste Prüfungsphase, welche je nach Fach stressiger oder entspannter ausfällt. Hat man diese überstanden ist erst mal wieder Party angesagt, bis man die zeitlich Nähe der abschließenden Klausuren realisiert und eifrig beginnt zu lernen. Na ja, letzteres kommt auf die Bedeutung der gewählten Kurse an. Für mich waren diese schon wichtig, also verbrachte ich auch einen Großteil des November in der Bibliothek. Am Ende des Semesters fragt man sich dann: Wo ist die Zeit geblieben?
So erging es mir zumindest. Von Erasmus-Studenten aus anderen Ländern habe ich gehört, dass deren Semester nur aus Partys bestand - nun, das kann ich bei mir nicht sagen. Zwar habe ich die Zeit dort sehr genossen und viel unternommen, aber ich war nicht jeden Abend blau. Ich finde auch nicht, dass so etwas erstrebenswert ist. Vielleicht kommt da ein wenig mein Sternzeichen (Waage) durch, doch ich bin der Meinung man sollte in allem was man tut ein gewisses Gleichgewicht halten.
Die neun Wochen an der Botschaft waren dann noch ein Stück intensiver und anders als das Semester. Ich habe wesentlich mehr mit den deutschen Erasmusleuten gemacht. Schade dass wir alle so verstreut über Deutschland sind, doch ich hoffe den ein oder anderen mehr als ein Mal wiederzusehen. Vom Praktikum an der Botschaft war ich sehr begeistert und muss zugeben, dass ich es mir vorstellen könnte später dort zu arbeiten. Allerdings ist das nur ein Gedanke - ich kann nicht einmal exakt sagen was ich nächste Woche mache...
Jetzt lebe ich wieder in Berlin - und weiß noch weniger als vorher was ich machen möchte. Mein Kopf ist voller Ideen, Gedanken und Wünsche. In dieser Situation denke ich an das Sprichwort, dass mir einst ein befreundeter Norweger übersetzt hat: Valgets kval (Die Qual der Wahl). Früher habe ich nie daran gedacht, längerfristig ins Ausland zu gehen - das hat sich geändert. Nur, welchen Pfad soll man im Dschungel des Lebens wählen? Andere Studis haben es einfacher, die sind duch ihr Fach von vorne herein stark eingeschränkt. Als Skandinavist oder allgemein in der Geisteswissenschaft muss man seine Niche finden. Doch das ist das Spannende an solch einem Lebensweg und einer der Gründe warum ich mich dafür entschieden habe.
In dem Sinne, mal schauen was die Zukunft bringt ;-)