Am Sonntag, dem Tag der Abfahrt, schien die Sonne, es waren kaum Wolken zu sehen und nicht einmal ein laues Lüftchen wehte. Ein Horror, wenn man mit dem Bus nach Süden fahren möchte wo es im Prinzip nur wärmer werden kann. Mein Weg sollte mich jedoch nach Norden führen. Leider änderte das zunächst nichts an der stickigen und viel zu warmen Luft im Bus. Auch wenn ich nie in einer war: Das kam einer finnischen Sauna von der Wärme her sehr nahe.
Der Busfahrer war sehr freundlich - nur leider sprach er Dänisch. Zwar konnte ich einige Wortfetzen verstehen, aber die dänische Aussprache... sie wird wohl auf ewig ein Rätsel für mich sein.
Zumindest verstand ihn die Rentnergruppe im Bus sehr gut. Mit ein paar Dosen Tuborg, Salzstangen und Erdnüssen verschönerte sie sich die Fahrt. Vor mir saßen zwei der wenigen Deutschen. Wie ich später erfahren sollte fuhr einer von den Beiden für eine Auslandssemester nach Kopenhagen. Um die Beschreibung meines näheren Umfeldes für den ersten Teil der Fahrt zu vervollständigen: Neben mir saß eine Dänin oder Norwegerin (bei einem Handy-Gespräch konnte ich sie sehr gut verstehen), die den größten Teil der Fahrt das aktuelle Harry-Potter Buch las. Die Kleidung lässt mich mehr in Richtung Norwegen tendieren, schließlich sind Leggings in NO (zumindest in Oslo) durchaus beliebt.
Die Fahrt durch die brandenburgische Wüste war nicht besonders spektakulär. Lediglich die erbarmungslos scheinende Sonne nervte. Die offenen Dachluken brachten keine wirkliche Abkühlung und die Belüftung funktionierte entweder nicht oder war zu schwach um einen Effekt zu erzielen. Mit einem guten norwegischen Buch und Musik waren diese ersten Stunden aber nicht wirklich schlimm.
Gegen 19 Uhr erreichten wir den Fährhafen Rostock, um auf das dänische Festland überzusetzen. Auf der Fähre konnte man den warmen Abend und besonders den wunderschönen Sonnenuntergang bewundern. Allerdings konnte ich es mir nicht verkneifen einen Blick in den Travel Shop zu werfen. Über 50% des Angebots bestand aus Spirituosen, Wein und Bier - das ist bei Überfahrten in skandinavische Länder ja nichts neues. Interessant fand ich die 1,75 l Flasche Finlandia Vodka. Allgemein wurde in dem Laden sehr auf Quantität gesetzt. Da ich leider schon voll beladen war, gab ich mich schließlich mit einer kleinen Toblerone Schachtel zufrieden und ging zum Sonnendeck. Ich hoffe die Fotos fangen wenigstens einen kleinen Teil der sehr beruhigenden Atmosphäre ein.
Als wir gegen 21 Uhr auf das dänische Festland fuhren, war die Sonne noch immer nicht untergegangen. Jetzt musste der Zoll passiert werden.
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| Oslo - Hinfahrt |
