Ich wurde entdeckt! Na ja, zumindest mein Blog - und zwar vom Auswärtigen Amt. Seit ich diesen Weblog schreibe habe ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, ob und falls ja wie leicht man diesen per Google finden kann. Mit den richtigen Wörtern ist das aber ganz einfach...
Bis vor zwei Wochen wusste ich nicht einmal dass das Osloer Gefängnis im Stadtbezirk Grønland liegt - seit letztem Dienstag ist es mir sogar von innen bekannt. Eine der Aufgaben von Botschaften ist die Betreuung von inhaftierten deutschen Staatsbürgern, insofern diese das wollen. Eben ein solcher bat um Kontakt zu uns. Also vereinbarte ich einen Termin mit dem Gefängnis und hatte ein einstündiges Gespräch.
Es war eine spannende Erfahrung und ich muss zugeben dass er ein klein wenig Mitleid in mir geweckt hat. Andererseits wusste er auf was er sich einließ und kannte die Risiken. Nach dem Besuch wurde ein Vermerk geschrieben und soweit es möglich ist kümmern wir uns um seine Wünsche. Mir gefällt der Abwechslungsreichtum meiner Aufgaben, das ist schließlich das was für mich als Praktikant wichtig ist: Ich möchte erfahren welche Aufgaben es am Arbeitsplatz gibt und daraus schließen ob mir dieser Job gefallen könnte. Mal schauen wie mein Fazit im März aussieht, bisher war ich mit meinen Praktika immer sehr zufrieden und umgekehrt.
Ansonsten habe ich diese Woche die Flugtickets für Tromsø gekauft - mal wieder bei Narvesen.
Vom 14.02. bis 17.02. gönne ich mir den vorerst letzten richtigen Urlaub im hohen Norden. Ich komme bei einer guten Freundin unter, die auch letztes Semester in Oslo studiert hat. Sie schwärmt ständig von der Schönheit der Natur, der Stadt und den Nordlichtern.
Ich dachte ich hätte am letzten Wochenende welche über Oslo gesehen. Einige Freunde haben sogar Fotos von den vermeintlichen Nordlichtern gemacht. Wie mir mein Vater dann aber mitteilte (der in Berlin den Wetterbericht des MDR schaut - so kenne ich meinen Dad), waren das nur seltene Reflektionen der Sonnenstrahlung - hervorgerufen durch besondere klimatische Verhältnisse.
Neben den Flugtickets habe ich auch meine Miete für Februar bezahlt - es war meine vorletzte Zahlung an SIO. Der nächste größere Betrag wird für mein Busticket nach Kopenhagen draufgehen. Ich möchte dieses Ticket eigentlich gar nicht kaufen, denn es zementiert meine Abreise aus dieser kleinen, liebenswerten Stadt. Noch ist er fern, doch der Abschied wird mir nicht leicht fallen.
Dienstag, 22. Januar 2008
Samstag, 19. Januar 2008
DDR
Früher hatte ich oft das Gefühl Déja Vu's zu erleben, das hat im letzten Jahr abgenommen. Dafür wiederholen sich Themen und Ereignisse umso offensichtlicher. Ein Beispiel:
Letztes Semester hatte ich einen Kurs zum Verhältnis der beiden deutschen Staaten und Nordeuropa zwischen 1945 und 1990. Meine Hausarbeit handelte dann von den "Public Diplomacy" Bemühungen der DDR in Schweden und Finnland zwischen 1960 und 1976. Um neue Fakten zu finden bin ich auch ins PAAA (Politische Archiv des Auswärtigen Amtes) gedackelt und saß in der Woche vor meiner Abfahrt nach Oslo beinahe jeden Tag dort. Wie ich diese Woche dann endlich erfahren habe, hat sich das auch gelohnt - mein Dozent hat mir eine 1,3 gegeben.
Zeit- und Ortswechsel: Eine der ersten Aufgaben in meinem Praktikum an der Botschaft war das Verfassen einer Rede zur DDR-Filmausstellung im Filminstitut in Oslo. Bei dieser Ausstellung werden alte DDR-Filme gezeigt und typische DDR-Gegenstände ausgestellt. Auch meine 5-seitiger Bericht für das AA (Auswärtige Amt) wird sich mit der DDR beschäftigen: Ich werde das Dreiecksverhältnis NO-BRD-DDR beleuchten.
Mittlerweile frage ich mich, ob das außenpolitische Verhältnis DDR-Norwegen nicht sogar genug Stoff für eine Bachelorarbeit bietet. Vielleicht schaffe ich es ja die von mir selbst in meiner HA aufgeworfene Frage umfangreich zu beantworten: "Doch wie hat sich die PD der DDR in Norwegen, das als NATO-Mitglied dem westlichen Bündnissystem angehörte, dargestellt? War es überhaupt möglich mit den üblichen Instrumenten zu arbeiten?"
Was ist diese Woche sonst so passiert? Nun, am Donnerstag wurde die oben erwähnte Ausstellung mit dem Film "Spur der Steine" (mit Manfred Krug) eröffnet. Der Botschafter hat meine korrigierte Rede gehalten. Es war seltsam im Saal zu sitzen und diese Worte zu hören über die ich mir eine Woche zuvor noch den Kopf zerbrochen habe. Gleichzeitig war ich auch ein wenig stolz, denn die Rede ist gut angekommen.
Der Film war beeindruckend, allerdings konnte man sich sehr gut vorstellen dass er in der DDR auf dem Index stand. Im Anschluss spielte die norwegische Musikband "DDR" - ich stand nur einen Meter vor Atle Antonsen (ein bekannter und sehr lustiger norwegischer Comedian)! Norweger die auf deutsch singen wirken sehr putzig. Ich habe den Abend genossen, er hat mir auch geholfen meine Gedanken ein wenig zu zerstreuen.
Letztes Semester hatte ich einen Kurs zum Verhältnis der beiden deutschen Staaten und Nordeuropa zwischen 1945 und 1990. Meine Hausarbeit handelte dann von den "Public Diplomacy" Bemühungen der DDR in Schweden und Finnland zwischen 1960 und 1976. Um neue Fakten zu finden bin ich auch ins PAAA (Politische Archiv des Auswärtigen Amtes) gedackelt und saß in der Woche vor meiner Abfahrt nach Oslo beinahe jeden Tag dort. Wie ich diese Woche dann endlich erfahren habe, hat sich das auch gelohnt - mein Dozent hat mir eine 1,3 gegeben.
Zeit- und Ortswechsel: Eine der ersten Aufgaben in meinem Praktikum an der Botschaft war das Verfassen einer Rede zur DDR-Filmausstellung im Filminstitut in Oslo. Bei dieser Ausstellung werden alte DDR-Filme gezeigt und typische DDR-Gegenstände ausgestellt. Auch meine 5-seitiger Bericht für das AA (Auswärtige Amt) wird sich mit der DDR beschäftigen: Ich werde das Dreiecksverhältnis NO-BRD-DDR beleuchten.
Mittlerweile frage ich mich, ob das außenpolitische Verhältnis DDR-Norwegen nicht sogar genug Stoff für eine Bachelorarbeit bietet. Vielleicht schaffe ich es ja die von mir selbst in meiner HA aufgeworfene Frage umfangreich zu beantworten: "Doch wie hat sich die PD der DDR in Norwegen, das als NATO-Mitglied dem westlichen Bündnissystem angehörte, dargestellt? War es überhaupt möglich mit den üblichen Instrumenten zu arbeiten?"
Was ist diese Woche sonst so passiert? Nun, am Donnerstag wurde die oben erwähnte Ausstellung mit dem Film "Spur der Steine" (mit Manfred Krug) eröffnet. Der Botschafter hat meine korrigierte Rede gehalten. Es war seltsam im Saal zu sitzen und diese Worte zu hören über die ich mir eine Woche zuvor noch den Kopf zerbrochen habe. Gleichzeitig war ich auch ein wenig stolz, denn die Rede ist gut angekommen.
Der Film war beeindruckend, allerdings konnte man sich sehr gut vorstellen dass er in der DDR auf dem Index stand. Im Anschluss spielte die norwegische Musikband "DDR" - ich stand nur einen Meter vor Atle Antonsen (ein bekannter und sehr lustiger norwegischer Comedian)! Norweger die auf deutsch singen wirken sehr putzig. Ich habe den Abend genossen, er hat mir auch geholfen meine Gedanken ein wenig zu zerstreuen.
Sonntag, 13. Januar 2008
Erster Eindruck
Ich komme gerade vom allsonntäglichen Film. Diesmal war's James Bond 007: Moonraker. Ein sehr witziger Film - in einer Szene wird eine "Weltraumschlacht" zwischen Astronauten gezeigt. Selten habe ich in einem James Bond Film so gut gelacht.
In sieben Stunden werde ich wieder aufstehen um zur Botschaft zu fahren. Meine erste Woche dort war sehr lehrreich und hat mir Motivation für die nächsten Monate gegeben. Unter anderem habe ich eine Rede verfasst, statistische Daten recherchiert und Anfragen an die Botschaft bearbeitet. Auch wurde ich für das ein oder andere Seminar angemeldet.
Doch eines stört mich: frühs duschen zu wollen kann in Sogn sehr unangenehm sein. Bis das warme Wasser ankommt muss man mindestens 10 Minuten warten. Nicht gerade das Angenehmste wenn man sich erst gerade wieder ans früh aufstehen gewöhnt. Überraschenderweise komme ich damit sogar ganz gut klar, mit Kaffee kann man schließlich jedes Schlafdefizit kompensieren.
Im näheren Umkreis der Botschaft stehen verschiedene andere Villen und es gibt einige Bäckereien. Tatsächlich war ich auch schon in einer drin - das Ciabattabrötchen mit Schinken kostete nur 50 NOK (ca. 6 €). Irgendwie habe ich aufgehört mir über hohe Preise Gedanken zu machen, sonst könnte ich nachts wohl nicht mehr schlafen.
Es tut gut zu sehen wie die bekannten Gesichter vom letzten Semester wieder zurückkehren. Auch wenn wir nur ein Semester zusammen studiert haben, so hat man zu einigen Leuten enge Verbindungen aufgebaut. Deshalb freue ich mich wieder etwas mit den Leuten zu unternehmen. Sehr interessant sind auch die neuen Gesichter, mal schauen ob sie partymäßig in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten können. Nicht dass ein Austauschsemester sich hauptsächlich ums Feiern dreht - es ist nur ein wesentlicher Bestandteil der Mentalität. Deshalb geht es am nächsten Freitag ins Uglebo, zur Semestereröffnungsfeier.
Vorher, jedoch, gilt es eine Arbeitswoche erfolgreich zu überstehen.
In sieben Stunden werde ich wieder aufstehen um zur Botschaft zu fahren. Meine erste Woche dort war sehr lehrreich und hat mir Motivation für die nächsten Monate gegeben. Unter anderem habe ich eine Rede verfasst, statistische Daten recherchiert und Anfragen an die Botschaft bearbeitet. Auch wurde ich für das ein oder andere Seminar angemeldet.
Doch eines stört mich: frühs duschen zu wollen kann in Sogn sehr unangenehm sein. Bis das warme Wasser ankommt muss man mindestens 10 Minuten warten. Nicht gerade das Angenehmste wenn man sich erst gerade wieder ans früh aufstehen gewöhnt. Überraschenderweise komme ich damit sogar ganz gut klar, mit Kaffee kann man schließlich jedes Schlafdefizit kompensieren.
Im näheren Umkreis der Botschaft stehen verschiedene andere Villen und es gibt einige Bäckereien. Tatsächlich war ich auch schon in einer drin - das Ciabattabrötchen mit Schinken kostete nur 50 NOK (ca. 6 €). Irgendwie habe ich aufgehört mir über hohe Preise Gedanken zu machen, sonst könnte ich nachts wohl nicht mehr schlafen.
Es tut gut zu sehen wie die bekannten Gesichter vom letzten Semester wieder zurückkehren. Auch wenn wir nur ein Semester zusammen studiert haben, so hat man zu einigen Leuten enge Verbindungen aufgebaut. Deshalb freue ich mich wieder etwas mit den Leuten zu unternehmen. Sehr interessant sind auch die neuen Gesichter, mal schauen ob sie partymäßig in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten können. Nicht dass ein Austauschsemester sich hauptsächlich ums Feiern dreht - es ist nur ein wesentlicher Bestandteil der Mentalität. Deshalb geht es am nächsten Freitag ins Uglebo, zur Semestereröffnungsfeier.
Vorher, jedoch, gilt es eine Arbeitswoche erfolgreich zu überstehen.
Donnerstag, 10. Januar 2008
Tübingen
Diese kleine, aber feine Universitätsstadt im Süden hat laut Wikipedia 83.649 Einwohner und liegt in der Nähe von Stuttgart. Auf die hiesige Uni gingen im WS 2007/08 ca. 24000 Studierende. Desweiteren sind dort ca. 10.000 Mitarbeiter beschäftigt - der Name Universitätsstadt trifft absolut zu. Warum nun nenne ich all diese Zahlen und Fakten, wo ich mich doch in Oslo befinde?
Der Grund liegt darin, dass ich in meiner Zeit hier unverhältnismäßig viele Leute von dort kennengelernt habe. Als ich am Dienstag bei einem abendlichen Ausflug ins Chateau Neuf erneut auf einen Studenten aus diesem kleinen Städtchen traf, entschied ich mich meine Verwunderung und Ratlosigkeit darüber hier Kund zu tun. Jetzt wohnen zwei Studenten aus Tübingen in meiner Wohnung, letztes Semester hatte ich mit drei weiteren Studentinnen von dort Bekanntschaft gemacht und zu guter letzt war die Sprachmittlerin an der Botschaft zehn Jahre lang Norwegisch-Lektorin in Tübingen. Generell fällt mir die hohe Zahl von Studenten aus dem Süden Deutschlands auf. Noch habe ich keine Begründung für diese Häufung, die vielleicht nur durch meine selektive Wahrnehmung entsteht, aber ich arbeite daran.
Jetzt habe ich mein Gewissen beruhigt, den nächsten Beitrag zu meinen Eindrücken aus der Botschaft gibt's aller Wahrscheinlichkeit am Wochenende.
Der Grund liegt darin, dass ich in meiner Zeit hier unverhältnismäßig viele Leute von dort kennengelernt habe. Als ich am Dienstag bei einem abendlichen Ausflug ins Chateau Neuf erneut auf einen Studenten aus diesem kleinen Städtchen traf, entschied ich mich meine Verwunderung und Ratlosigkeit darüber hier Kund zu tun. Jetzt wohnen zwei Studenten aus Tübingen in meiner Wohnung, letztes Semester hatte ich mit drei weiteren Studentinnen von dort Bekanntschaft gemacht und zu guter letzt war die Sprachmittlerin an der Botschaft zehn Jahre lang Norwegisch-Lektorin in Tübingen. Generell fällt mir die hohe Zahl von Studenten aus dem Süden Deutschlands auf. Noch habe ich keine Begründung für diese Häufung, die vielleicht nur durch meine selektive Wahrnehmung entsteht, aber ich arbeite daran.
Jetzt habe ich mein Gewissen beruhigt, den nächsten Beitrag zu meinen Eindrücken aus der Botschaft gibt's aller Wahrscheinlichkeit am Wochenende.
Samstag, 5. Januar 2008
Erste Woche 2008
Schneechaos im Sørlandet
Sørlandet ("Südland") wird die Region im Süden Norwegens bezeichnet, zu der u.a. Kristiansand gehört. Auch Oslo und Umgebung sind von den starken Schneefällen der letzten Tage betroffen. Heute soll es bis zu 50 cm Neuschnee geben, was ein Blick aus meine Fenster nur bestätigen kann: Es schneit seit den Morgenstunden ununterbrochen. Gegen Abend soll der Niederschlag in Regen übergehen, wodurch sich in Oslo wohl die auch Berlinern bekannte Schnee-Matsch-Mischung bilden wird. So endet diese erste Woche des neuen Jahres mit einem zumindest halbwegs interessantem Ereignis.
Beschäftigungstherapie
Die letzten Tage habe ich mit Lesen, Internet-TV und Museumsbesuchen verbracht. Mittlerweile kenne ich fünfzig Prozent meiner Noten vom letzten Semester. Im Sprachkurs habe ich mündlich ein A (entspricht einer 1) und schriftlich ein C (entspricht einer 3) abgegriffen. Somit habe ich insgesamt ein B. Hätte ich die Klausur nicht fast verschlafen (siehe "Worst Case"), wäre also ein A drin gewesen. Die Zensur für die mündliche Prüfung zählt nämlich mehr. Gut dass mir die Note egal sein kann, da ich sie nirgendwo einbringen kann. Ich würde mich sonst richtig ärgern...
In einem der beiden Kurse wo die Note tatsächlich wichtig ist, habe ich ein B bekommen. Damit bin ich zufrieden, denn ich hatte mit dem Schreiben der Hausarbeit erst ca. eine Woche vor Abgabetermin begonnen.
Abschied und Neuanfang
Ebenfalls in dieser Woche habe ich eine gute Freundin verabschiedet, sie ist jetzt in Tromsø. Nur einen Tag später habe ich einem neuen (deutschen) Erasmus-Studenten im Zimmer eines Mitbewohners übernachten lassen. So schnell ändert sich alles, ab nächster Woche startet das vår-semester (Frühjahrssemester) für die Neuankömmlinge. Das Programm ist das gleiche wie im letzten Semester, nur sind es dieses Mal ca. 250 Austauschstudenten die an der UIO beginnen - im August waren es ca. 600.
Silvester
Zu Silvester wurde aus der Party meines norwegischen Kumpels leider nichts, so wurde der Abend spontan umgeplant. Ich habe mit ein paar Freunden zunächst Abendbrot gegessen. Dabei haben wir die verschiedenen Möglichkeiten für den Abend diskutiert und sind schlussendlich darauf gekommen in eine Bar in der Stadt zu gehen, um anschließend das Feuerwerk am Hafen anzuschauen. Was wir nicht wussten war, dass in Oslo zu Silvester beinahe alle Bars geschlossen oder durch Privatfeiern besetzt sind. Somit endeten wir in Deli De Luca, tranken einen Kaffee und liefen dann zum Hafen. Dort war es schon sehr voll und es wurde fleißig geknallt. Für das Feuerwerk hat sich der Weg gelohnt. Anschließend sind wir zurück nach Sogn gefahren, wo ich mich dann mit nem Neuseeländer (der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft hat) über Sportwagen, Weltgeschichte und religiöse Konflikte unterhalten habe. Dieses Silvester war also sehr ruhig und entspannt.
Sørlandet ("Südland") wird die Region im Süden Norwegens bezeichnet, zu der u.a. Kristiansand gehört. Auch Oslo und Umgebung sind von den starken Schneefällen der letzten Tage betroffen. Heute soll es bis zu 50 cm Neuschnee geben, was ein Blick aus meine Fenster nur bestätigen kann: Es schneit seit den Morgenstunden ununterbrochen. Gegen Abend soll der Niederschlag in Regen übergehen, wodurch sich in Oslo wohl die auch Berlinern bekannte Schnee-Matsch-Mischung bilden wird. So endet diese erste Woche des neuen Jahres mit einem zumindest halbwegs interessantem Ereignis.
Beschäftigungstherapie
Die letzten Tage habe ich mit Lesen, Internet-TV und Museumsbesuchen verbracht. Mittlerweile kenne ich fünfzig Prozent meiner Noten vom letzten Semester. Im Sprachkurs habe ich mündlich ein A (entspricht einer 1) und schriftlich ein C (entspricht einer 3) abgegriffen. Somit habe ich insgesamt ein B. Hätte ich die Klausur nicht fast verschlafen (siehe "Worst Case"), wäre also ein A drin gewesen. Die Zensur für die mündliche Prüfung zählt nämlich mehr. Gut dass mir die Note egal sein kann, da ich sie nirgendwo einbringen kann. Ich würde mich sonst richtig ärgern...
In einem der beiden Kurse wo die Note tatsächlich wichtig ist, habe ich ein B bekommen. Damit bin ich zufrieden, denn ich hatte mit dem Schreiben der Hausarbeit erst ca. eine Woche vor Abgabetermin begonnen.
Abschied und Neuanfang
Ebenfalls in dieser Woche habe ich eine gute Freundin verabschiedet, sie ist jetzt in Tromsø. Nur einen Tag später habe ich einem neuen (deutschen) Erasmus-Studenten im Zimmer eines Mitbewohners übernachten lassen. So schnell ändert sich alles, ab nächster Woche startet das vår-semester (Frühjahrssemester) für die Neuankömmlinge. Das Programm ist das gleiche wie im letzten Semester, nur sind es dieses Mal ca. 250 Austauschstudenten die an der UIO beginnen - im August waren es ca. 600.
Silvester
Zu Silvester wurde aus der Party meines norwegischen Kumpels leider nichts, so wurde der Abend spontan umgeplant. Ich habe mit ein paar Freunden zunächst Abendbrot gegessen. Dabei haben wir die verschiedenen Möglichkeiten für den Abend diskutiert und sind schlussendlich darauf gekommen in eine Bar in der Stadt zu gehen, um anschließend das Feuerwerk am Hafen anzuschauen. Was wir nicht wussten war, dass in Oslo zu Silvester beinahe alle Bars geschlossen oder durch Privatfeiern besetzt sind. Somit endeten wir in Deli De Luca, tranken einen Kaffee und liefen dann zum Hafen. Dort war es schon sehr voll und es wurde fleißig geknallt. Für das Feuerwerk hat sich der Weg gelohnt. Anschließend sind wir zurück nach Sogn gefahren, wo ich mich dann mit nem Neuseeländer (der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft hat) über Sportwagen, Weltgeschichte und religiöse Konflikte unterhalten habe. Dieses Silvester war also sehr ruhig und entspannt.
![]() |
| Impression |
Montag, 31. Dezember 2007
Silvester
Vom 23. bis 29. war ich in Berlin um Weihnachten mit der Familie zu feieren und mich mit Freunden zu treffen. Zu ersterem bin ich gekommen, doch letzteres wurde mir durch den Norovirus verwehrt. Diesen hatte ich mir bei einem gemütlichen Abend bei meinem Bruder und einigen Freunden am 23. geholt. Ausgebrochen ist er dann in der Nacht von Heiligabend. Das ist wahrlich keine angenehme Sache. Dadurch musste ich alle geplanten Treffen absagen, damit ich halbwegs fit wieder den Flieger nach Oslo nehmen konnte. So lief dann leider alles anders als geplant. Es war jedoch sehr schön meine Familie und Verwandten wiederzusehen, besonders die kleine Blanca.
So landete ich am 29. gegen 11 Uhr in Oslo und schleppte mein Gepäck wieder hoch ins beinahe ausgestorbene Sogn. Seltsam dieses Wiederkehren. Ich war nicht lange weg und doch habe ich angefangen diese Stadt zu vermissen. Es war jedoch eine andere Art der Sehnsucht als nach Berlin. Meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde sind in Berlin. Ich bin in Marzahn aufgewachsen, habe meine Kindheit und Jugend dort verbracht und kenne die Umgebung auswendig. Und genau wegen dieser langen Vertrautheit ist zumindest dieser Bezirk langweilig geworden. Ich möchte dort nicht mehr leben.
Oslo hingegegen war meine Wahl. Ohne zu wissen was mich erwartet bin ich hier hingegangen und habe versucht so gut wie möglich zu leben. Und es gefällt mir hier. Mir gefallen die Menschen, die Natur und der Lebensstil. Ich könnte mir wirklich vorstellen eines Tages hier zu leben. Momentan ist das noch reine Utopie, doch wer aufhört zu träumen hört auch auf zu leben.
Berlin als Stadt hat weiterhin ihren Reiz auf mich und ist in Sachen Nachtleben Oslo um Meilen voraus. Doch im Moment genieße ich es mehr hier, in Oslo, zu sein.
Damit bin ich auch schon bei meinem kleinen persönlichen Jahresrückblick angekommen. Was hat mir 2007 gebracht? In erster Linie eine ganze Menge neuer Erfahrungen, Einblicke und Ereignisse. Durch mein Praktikum in diesem Jahr bin mir ein klein wenig sicherer in welche Richtung ich später beruflich gehen möchte. Den mit Abstand größten Einfluss haben jedoch die letzten fünf Monate. Ich habe Einblicke in andere Kulturen erhalten, gemerkt wie viel Spaß es doch macht eine gelernte Sprache im Alltag zu benutzen und neue Freunde gewonnen. All das gibt mir Kraft und Energie für 2008, in das ich natürlich in Oslo hineinfeiern werde! Ich werde mir die Feuerwerke vom Holmenkollen aus anschauen.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Mögen eure guten Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen!
So landete ich am 29. gegen 11 Uhr in Oslo und schleppte mein Gepäck wieder hoch ins beinahe ausgestorbene Sogn. Seltsam dieses Wiederkehren. Ich war nicht lange weg und doch habe ich angefangen diese Stadt zu vermissen. Es war jedoch eine andere Art der Sehnsucht als nach Berlin. Meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde sind in Berlin. Ich bin in Marzahn aufgewachsen, habe meine Kindheit und Jugend dort verbracht und kenne die Umgebung auswendig. Und genau wegen dieser langen Vertrautheit ist zumindest dieser Bezirk langweilig geworden. Ich möchte dort nicht mehr leben.
Oslo hingegegen war meine Wahl. Ohne zu wissen was mich erwartet bin ich hier hingegangen und habe versucht so gut wie möglich zu leben. Und es gefällt mir hier. Mir gefallen die Menschen, die Natur und der Lebensstil. Ich könnte mir wirklich vorstellen eines Tages hier zu leben. Momentan ist das noch reine Utopie, doch wer aufhört zu träumen hört auch auf zu leben.
Berlin als Stadt hat weiterhin ihren Reiz auf mich und ist in Sachen Nachtleben Oslo um Meilen voraus. Doch im Moment genieße ich es mehr hier, in Oslo, zu sein.
Damit bin ich auch schon bei meinem kleinen persönlichen Jahresrückblick angekommen. Was hat mir 2007 gebracht? In erster Linie eine ganze Menge neuer Erfahrungen, Einblicke und Ereignisse. Durch mein Praktikum in diesem Jahr bin mir ein klein wenig sicherer in welche Richtung ich später beruflich gehen möchte. Den mit Abstand größten Einfluss haben jedoch die letzten fünf Monate. Ich habe Einblicke in andere Kulturen erhalten, gemerkt wie viel Spaß es doch macht eine gelernte Sprache im Alltag zu benutzen und neue Freunde gewonnen. All das gibt mir Kraft und Energie für 2008, in das ich natürlich in Oslo hineinfeiern werde! Ich werde mir die Feuerwerke vom Holmenkollen aus anschauen.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Mögen eure guten Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen!
Freitag, 21. Dezember 2007
Die letzten Tage
Jetzt sind es nur noch zwei Tage, die mich von Berlin trennen. Ich freue mich nach Hause zu kommen, die Familie, Verwandte und Freunde wieder zu sehen. Es wird zwar ein kurzer aber interessanter Aufenthalt. Diesen Beitrag möchte ich nutzen um die Geschehnisse der letzten Woche vor Weihnachten kurz zusammenzufassen:
Julebord ("Weihnachtstisch")
Am letzten Samstag fand im Uglebo (der Studentenclub von dem ich schon öfters geschrieben habe) die alljährliche Vorweihnachtsfeier statt - genannt Julebord. Hauptbestandteil eines Julebord ist, wie bei allen mit Weihnachten verbundenen Feierlichkeiten, das Essen. Es gab die Auswahl zwischen Schweinerippe, geräuchertem Schafsfleisch oder einem vegetarischem Gericht. Ich habe mich für das Schafsfleisch entschieden und kann es nur weiterempfehlen. Als zweites wichtiges Element durfte der Alkohol nicht fehlen. Wir sind hier schließlich in Norwegen. Und so war im Preis für das Essen auch der Akevitt mit inbegriffen. Jeder Tisch hatte also eine Flasche 40-prozentigen, besten norwegischen Schnaps zur freien Bedienung. Verbunden mit der norwegischen Trinkmentalität, die darauf basiert so viel wie möglich so schnell wie möglich zu trinken, versprach das ein sehr fröhlicher Abend zu werden.
Diese Erwartung wurde auch voll und ganz erfüllt! Leider habe ich mir dann auf dem Heimweg, der wohl irgendwann gegen fünf Uhr geschehen sein muss, eine Erkältung zu gezogen. Jetzt futter ich schon die Woche über fleißig Paracetamol, trinke viel Tee und esse ne Menge Klementinen.
Die Woche
... begann mit meiner letzten Klausur. Bei der kann ich froh sein wenn ich bestanden habe. Meine Vorbereitung war alles andere als ideal, ich war bereits krank und kein bißchen motiviert. Die Note kann ich nirgendwo einbringen, also hat die Prüfung keine große Bedeutung für mich. Am nächsten gab es dann die letzte große Party dieses Semesters in Kringsjå. Es war eine Abschiedsfeier auf der mindestens 90 % Deutsche waren. Hier habe ich auch Leute wiedergesehen die ich ein-, zweimal am Anfang des Semesters getroffen habe. An den folgenden Tagen habe ich mich mit Wäsche waschen, Weihnachtseinkäufen, Skype-Gesprächen, Internet-TV und guter Literatur beschäftigt. Klingt langweilig ... is' es auch.
Julebord ("Weihnachtstisch")
Am letzten Samstag fand im Uglebo (der Studentenclub von dem ich schon öfters geschrieben habe) die alljährliche Vorweihnachtsfeier statt - genannt Julebord. Hauptbestandteil eines Julebord ist, wie bei allen mit Weihnachten verbundenen Feierlichkeiten, das Essen. Es gab die Auswahl zwischen Schweinerippe, geräuchertem Schafsfleisch oder einem vegetarischem Gericht. Ich habe mich für das Schafsfleisch entschieden und kann es nur weiterempfehlen. Als zweites wichtiges Element durfte der Alkohol nicht fehlen. Wir sind hier schließlich in Norwegen. Und so war im Preis für das Essen auch der Akevitt mit inbegriffen. Jeder Tisch hatte also eine Flasche 40-prozentigen, besten norwegischen Schnaps zur freien Bedienung. Verbunden mit der norwegischen Trinkmentalität, die darauf basiert so viel wie möglich so schnell wie möglich zu trinken, versprach das ein sehr fröhlicher Abend zu werden.
Diese Erwartung wurde auch voll und ganz erfüllt! Leider habe ich mir dann auf dem Heimweg, der wohl irgendwann gegen fünf Uhr geschehen sein muss, eine Erkältung zu gezogen. Jetzt futter ich schon die Woche über fleißig Paracetamol, trinke viel Tee und esse ne Menge Klementinen.
Die Woche
... begann mit meiner letzten Klausur. Bei der kann ich froh sein wenn ich bestanden habe. Meine Vorbereitung war alles andere als ideal, ich war bereits krank und kein bißchen motiviert. Die Note kann ich nirgendwo einbringen, also hat die Prüfung keine große Bedeutung für mich. Am nächsten gab es dann die letzte große Party dieses Semesters in Kringsjå. Es war eine Abschiedsfeier auf der mindestens 90 % Deutsche waren. Hier habe ich auch Leute wiedergesehen die ich ein-, zweimal am Anfang des Semesters getroffen habe. An den folgenden Tagen habe ich mich mit Wäsche waschen, Weihnachtseinkäufen, Skype-Gesprächen, Internet-TV und guter Literatur beschäftigt. Klingt langweilig ... is' es auch.
![]() |
| Julebord |
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Geisterstadt
Wer dieser Tage durch das Sogn oder Kringsjå-Studentenwohnheim geht, wird feststellen dass es wie eine Geisterstadt wirkt. Nur vereinzelt brennt Licht in den Zimmern, auf Menschen trifft man höchstens im lokalen Supermarkt und der Großteil der Waschmaschinen in der Wäscherei ist nicht belegt.
Mit den zweistelligen Minusgraden kommt auch die Reisewelle. Sie trägt die aus allen Enden der Welt gekommenen Studenten zurück nach Hause. Für einige ist es ein endgültiger Abschied, für andere nur ein kurzzeitiger. Manche fahren mit dem Gewissen nach Hause ein unvergessliches und schönes Semester gehabt zu haben, doch einige waren auch enttäuscht von der Hauptstadt Norwegens. Ich zähle mich zu denjenigen die dieses Semester so genossen haben wie noch kein anderes.
Auch wenn ich mich nicht endgültig von Oslo verabschiede (das geschieht erst im März), so endet mit diesem Semester doch mein Aufenthalt als Student hier. Zu den Dingen die ich vermissen werde gehören: der tägliche Weg nach Blindern, die Backsteinvorlesungsäle oder an Schulzimmer erinnernde Seminarräume, der schöne Akademika-Buchladen mit seinen teuren Fachbüchern, die Cafes auf dem Campus, die Bibliothek im Sophus Bugges-Gebäude (mein zweites Zuhause während der Prüfungsphase), die 15-minütigen Pausen in den Lehrveranstaltungen, das Waffel-Lunsj im Uglebo, ... Es gibt auch Dinge die ich nicht vermissen werde, nur fallen die mir gerade nicht ein.
Im Januar beginne ich dann mein Praktikum an der deutschen Botschaft in Oslo. Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem Ansprechpartner und bin sehr erfreut. Ich bekomme ein eigenes Büro, habe natürlich Internetzugang und werde mich wohl auch nicht langweilen. Hört sich alles sehr gut an! Da bleibt mir keine Zeit um in Erinnerungen an dieses Erasmus-Semester zu schwelgen.
Mit den zweistelligen Minusgraden kommt auch die Reisewelle. Sie trägt die aus allen Enden der Welt gekommenen Studenten zurück nach Hause. Für einige ist es ein endgültiger Abschied, für andere nur ein kurzzeitiger. Manche fahren mit dem Gewissen nach Hause ein unvergessliches und schönes Semester gehabt zu haben, doch einige waren auch enttäuscht von der Hauptstadt Norwegens. Ich zähle mich zu denjenigen die dieses Semester so genossen haben wie noch kein anderes.
Auch wenn ich mich nicht endgültig von Oslo verabschiede (das geschieht erst im März), so endet mit diesem Semester doch mein Aufenthalt als Student hier. Zu den Dingen die ich vermissen werde gehören: der tägliche Weg nach Blindern, die Backsteinvorlesungsäle oder an Schulzimmer erinnernde Seminarräume, der schöne Akademika-Buchladen mit seinen teuren Fachbüchern, die Cafes auf dem Campus, die Bibliothek im Sophus Bugges-Gebäude (mein zweites Zuhause während der Prüfungsphase), die 15-minütigen Pausen in den Lehrveranstaltungen, das Waffel-Lunsj im Uglebo, ... Es gibt auch Dinge die ich nicht vermissen werde, nur fallen die mir gerade nicht ein.
Im Januar beginne ich dann mein Praktikum an der deutschen Botschaft in Oslo. Heute hatte ich ein Telefonat mit meinem Ansprechpartner und bin sehr erfreut. Ich bekomme ein eigenes Büro, habe natürlich Internetzugang und werde mich wohl auch nicht langweilen. Hört sich alles sehr gut an! Da bleibt mir keine Zeit um in Erinnerungen an dieses Erasmus-Semester zu schwelgen.
Dienstag, 18. Dezember 2007
Weihnachtseinkäufe
Die letzten Wochen waren turbulent, stressig und fordernd. Neben den beiden wichtigen Hausarbeiten galt es eine mündliche Prüfung sowie zwei Klausuren zu überstehen. Seit Montag bin ich denn nun endlich prüfungsfrei und kann mich auf Weihnachten freuen. Nun ja, wenn da nicht diese Erkältung wäre die ich mir dieses Wochenende zugezogen habe. Hoffentlich ist die bis zum 24. weg.
Heute habe ich denn nun endlich mal mit dem angefangen, was die meisten anderen schon längst erledigt haben: Weihnachtseinkäufe. Nun ist Oslo nicht wirklich für seine Schnäppchen oder billigen Waren bekannt, was ich heute besonders zu spüren bekommen habe. Aber das hat mich bisher nie vom kaufen abgehalten, im Gegenteil: man gewöhnt sich dran.
Auf der Karl Johanns Gate, die Prachtstraße Oslos, war heute sehr viel los. Musikanten unterhielten die Passanten, nette Leute von einer Organisation die ich nicht kenne wollten mit mir über Krebs, den Tod oder über die Vergewaltigung von Frauen reden und Turbonegro gaben eine Autogrammstunde im "Ark"-Buchhandel am Stortinget. Trotz der Masse an Menschen bin ich recht zügig zu den Sachen gekommen die ich haben wollte. Ich will nicht zuviel verraten, doch es sind überwiegend typisch norwegische Sachen.
Um mal wieder ein paar Bilder zu zeigen, hier Impressionen aus Oslo im Dezember. Nicht wundern, die sind in einem bereits bestehenden Album hochgeladen.
Heute habe ich denn nun endlich mal mit dem angefangen, was die meisten anderen schon längst erledigt haben: Weihnachtseinkäufe. Nun ist Oslo nicht wirklich für seine Schnäppchen oder billigen Waren bekannt, was ich heute besonders zu spüren bekommen habe. Aber das hat mich bisher nie vom kaufen abgehalten, im Gegenteil: man gewöhnt sich dran.
Auf der Karl Johanns Gate, die Prachtstraße Oslos, war heute sehr viel los. Musikanten unterhielten die Passanten, nette Leute von einer Organisation die ich nicht kenne wollten mit mir über Krebs, den Tod oder über die Vergewaltigung von Frauen reden und Turbonegro gaben eine Autogrammstunde im "Ark"-Buchhandel am Stortinget. Trotz der Masse an Menschen bin ich recht zügig zu den Sachen gekommen die ich haben wollte. Ich will nicht zuviel verraten, doch es sind überwiegend typisch norwegische Sachen.
Um mal wieder ein paar Bilder zu zeigen, hier Impressionen aus Oslo im Dezember. Nicht wundern, die sind in einem bereits bestehenden Album hochgeladen.
![]() |
| Impression |
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Worst Case
6:45 Uhr -
Wecker klingelt - Reflex: ausschalten und zwei Minuten liegen bleiben
8:59 Uhr -
Erneut aufgewacht - Erster Gedanke: Die Klausur beginnt um 9
9:20 Uhr -
Ankunft im Auditorium - Hungrig, Atemlos, Verwirrt
Wecker klingelt - Reflex: ausschalten und zwei Minuten liegen bleiben
8:59 Uhr -
Erneut aufgewacht - Erster Gedanke: Die Klausur beginnt um 9
9:20 Uhr -
Ankunft im Auditorium - Hungrig, Atemlos, Verwirrt
Sonntag, 25. November 2007
Augenblick
Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Hesse

Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
Hermann Hesse
Montag, 12. November 2007
Back to Oslo (29.10.)
Dieser Eintrag ist nun der letzte Rückblick auf den Schwedenkurztrip und gleichzeitig der letzte für die nächsten Wochen, da die Klausurenphase immer näher rückt und ich noch eine ca. 10-seitige Arbeit bis zum 27. schreiben muss.
An diesem Wochenende gehe ich auf Hyttetur. Soll heißen 35 Studenten fahren für drei Tage zu einer etwas größeren Hütte in der Nähe von Oslo, haben billiges Bier und Cider zur Verfügung und gehen wandern. Das ist sehr schlecht fürs Lernen, da ich aber Erasmus-Student bin konnte ich zu dieser Tour nicht "nein" sagen. Die Wochen danach ist dafür umso mehr Lesen und Lernen angesagt.
Nun aber zurück nach Göteborg. An jenem Montag ging es gegen 12 Uhr in die Stadt - mit unserem gesamten Gepäck, das wir wieder einmal in den Bahnhofs-Schließfächern untergebracht haben. Um ein paar Kilo erleichtert führte uns der Weg ins Einkaufszentrum, wo wir ein paar touristische Kleinigkeiten kauften. Der wichtigste Programmpunkt an diesem Tag war jedoch der kleine Tierpark, wo es neben den üblichen europäischen Tierarten auch jene Geschöpfe zu sehen gab, die so charakteristisch für Schweden sind wie kaum eine andere Art: nämlich Elche! (siehe Fotos im Album "Sverige") Danach haben wir diesen Tag zusammen mit Mareike für einen kleine Rundgang in der Altstadt genutzt und uns mal wieder in ein gemütliches Café gesetzt.
Als die Zeit für unsere Abfahrt immer näher rückte, sind wir in Richtung Bahnhof gegangen und haben uns herzlich verabschiedet. Um unsere letzten schwedischen Kronen auszugeben, sind wir rüber ins Einkaufszentrum gelaufen. Sandra hat es geschafft das Geld für Kleinkram auszugeben, doch ich habe nichts gefunden was mir zugesagt hat. So habe ich jetzt ca. 90 SEK in meinem Raum liegen und bin unentschlossen was ich mit diesen tun soll. Mal gucken, vielleicht fahre ich im März nochmal kurz nach Göteborg - das liegt schließlich auf dem Weg nach Berlin.
Mit fünf Minuten Verspätung fuhren wir um 17:35 Uhr wieder zurück nach Oslo, wo wir gegen 21:30 Uhr ankamen.
Jene vier Tage haben mir sehr viel Spaß gemacht und eine Menge neuer Eindrücke beschert. Vielleicht sogar zu viele in zu kurzer Zeit. Besonders für Stockholm reichen zwei Tage nicht ansatzweise aus, um die Stadt kennenzulernen. Auch für Göteborg braucht man ein wenig mehr Zeit. Dafür habe ich jetzt eine ungefähre Vorstellung der zwei Städte und weiß dass ich eines Tages gerne mehr sehen möchte. Besonders in Stockholm gibt es eine Vielzahl von kulturellen und historischen Höhepunkten.
Dafür war es der mit Abstand billigste "Urlaub" den ich je gemacht habe, da die drei Busfahrten weniger als hundert Euro gekostet haben und ich mit 900 SEK (also ca. 100€) die vier Tage gut überstanden habe. Außerdem bot sich diese Fahrt auf Grund der Nähe der drei Städte förmlich an. Natürlich sollte man eine solche Fahrt nur unternehmen, wenn man sich mit dem oder der Begleiter(in) gut versteht. Insgesamt bin ich sehr froh, dass wir diese spontane Idee in die Tat umgesetzt haben. Ich kann diese Art des Reisens nur weiterempfehlen.
An diesem Wochenende gehe ich auf Hyttetur. Soll heißen 35 Studenten fahren für drei Tage zu einer etwas größeren Hütte in der Nähe von Oslo, haben billiges Bier und Cider zur Verfügung und gehen wandern. Das ist sehr schlecht fürs Lernen, da ich aber Erasmus-Student bin konnte ich zu dieser Tour nicht "nein" sagen. Die Wochen danach ist dafür umso mehr Lesen und Lernen angesagt.
Nun aber zurück nach Göteborg. An jenem Montag ging es gegen 12 Uhr in die Stadt - mit unserem gesamten Gepäck, das wir wieder einmal in den Bahnhofs-Schließfächern untergebracht haben. Um ein paar Kilo erleichtert führte uns der Weg ins Einkaufszentrum, wo wir ein paar touristische Kleinigkeiten kauften. Der wichtigste Programmpunkt an diesem Tag war jedoch der kleine Tierpark, wo es neben den üblichen europäischen Tierarten auch jene Geschöpfe zu sehen gab, die so charakteristisch für Schweden sind wie kaum eine andere Art: nämlich Elche! (siehe Fotos im Album "Sverige") Danach haben wir diesen Tag zusammen mit Mareike für einen kleine Rundgang in der Altstadt genutzt und uns mal wieder in ein gemütliches Café gesetzt.
Als die Zeit für unsere Abfahrt immer näher rückte, sind wir in Richtung Bahnhof gegangen und haben uns herzlich verabschiedet. Um unsere letzten schwedischen Kronen auszugeben, sind wir rüber ins Einkaufszentrum gelaufen. Sandra hat es geschafft das Geld für Kleinkram auszugeben, doch ich habe nichts gefunden was mir zugesagt hat. So habe ich jetzt ca. 90 SEK in meinem Raum liegen und bin unentschlossen was ich mit diesen tun soll. Mal gucken, vielleicht fahre ich im März nochmal kurz nach Göteborg - das liegt schließlich auf dem Weg nach Berlin.
Mit fünf Minuten Verspätung fuhren wir um 17:35 Uhr wieder zurück nach Oslo, wo wir gegen 21:30 Uhr ankamen.
Jene vier Tage haben mir sehr viel Spaß gemacht und eine Menge neuer Eindrücke beschert. Vielleicht sogar zu viele in zu kurzer Zeit. Besonders für Stockholm reichen zwei Tage nicht ansatzweise aus, um die Stadt kennenzulernen. Auch für Göteborg braucht man ein wenig mehr Zeit. Dafür habe ich jetzt eine ungefähre Vorstellung der zwei Städte und weiß dass ich eines Tages gerne mehr sehen möchte. Besonders in Stockholm gibt es eine Vielzahl von kulturellen und historischen Höhepunkten.
Dafür war es der mit Abstand billigste "Urlaub" den ich je gemacht habe, da die drei Busfahrten weniger als hundert Euro gekostet haben und ich mit 900 SEK (also ca. 100€) die vier Tage gut überstanden habe. Außerdem bot sich diese Fahrt auf Grund der Nähe der drei Städte förmlich an. Natürlich sollte man eine solche Fahrt nur unternehmen, wenn man sich mit dem oder der Begleiter(in) gut versteht. Insgesamt bin ich sehr froh, dass wir diese spontane Idee in die Tat umgesetzt haben. Ich kann diese Art des Reisens nur weiterempfehlen.
Sonntag, 11. November 2007
Gedankensplitter
"Wir zieh'n immer weiter,
denn wir sind Schattenreiter
auf unserem Weg ins Licht."
Die Tage werden kürzer, das Semester neigt sich dem Ende zu und ich wundere mich was mit der Zeit geschehen ist. Ist es wirklich schon November? Werde ich tatsächlich in einem Monat für kurze Zeit nach Berlin kommen? Es wirkt so seltsam, unwirklich und verwirrend.
Auf der einen Seite freue ich mich meine Familie und Freunde wieder zu treffen, mit ihnen zu reden, doch gleichzeitig fühle ich mich immer enger an diese Stadt gebunden. Der Charme ist ein anderer als in Berlin oder Stockholm: Auch wenn sich Oslo Hauptstadt nennt, so fühle ich mich mehr in einer Kleinstadt. Das Leben ist entspannter: keine überfüllten Bahnen, keine hupenden Kamikazeautofahrer und ein übersichtlicher Campus. Auch die Natur ist viel näher, schon des öfteren sind mir Eichhörnchen über den Weg gelaufen und eines Morgens konnte ich Rehe von meinem Fenster aus beobachten.
Jetzt beginnt langsam der Winter, das konnte ich diesen Morgen feststellen. Auch wenn es vom Nachspiel (und um Missverständnissen vorzubeugen: "Nachspiel" ist die Feier nach der Feier, also in kleinerer Runde bei jemandem zu Hause sitzen, Bier trinken, Kebap oder Pizza essen und sich im angetrunkenen Zustand über die wirklich wichtigen Dinge im Leben unterhalten) nach Hause nur ca. eine halbe Stunde Fußweg war, konnte ich meine Gesichtsmuskeln erst nach ein, zwei Minuten in der Wärme wieder spüren und bewegen. Ich freue mich auf den Schnee, den vereisten Sognsvann und die Langlaufloipen.
Auf der einen Seite freue ich mich meine Familie und Freunde wieder zu treffen, mit ihnen zu reden, doch gleichzeitig fühle ich mich immer enger an diese Stadt gebunden. Der Charme ist ein anderer als in Berlin oder Stockholm: Auch wenn sich Oslo Hauptstadt nennt, so fühle ich mich mehr in einer Kleinstadt. Das Leben ist entspannter: keine überfüllten Bahnen, keine hupenden Kamikazeautofahrer und ein übersichtlicher Campus. Auch die Natur ist viel näher, schon des öfteren sind mir Eichhörnchen über den Weg gelaufen und eines Morgens konnte ich Rehe von meinem Fenster aus beobachten.
Jetzt beginnt langsam der Winter, das konnte ich diesen Morgen feststellen. Auch wenn es vom Nachspiel (und um Missverständnissen vorzubeugen: "Nachspiel" ist die Feier nach der Feier, also in kleinerer Runde bei jemandem zu Hause sitzen, Bier trinken, Kebap oder Pizza essen und sich im angetrunkenen Zustand über die wirklich wichtigen Dinge im Leben unterhalten) nach Hause nur ca. eine halbe Stunde Fußweg war, konnte ich meine Gesichtsmuskeln erst nach ein, zwei Minuten in der Wärme wieder spüren und bewegen. Ich freue mich auf den Schnee, den vereisten Sognsvann und die Langlaufloipen.
Mittwoch, 7. November 2007
Göteborger Stadionerlebnisse (28.10.)
Nach den traumatischen Erlebnissen in Jönkjöping, war es die reinste Freude morgens kurz vor acht in Göteborg anzukommen. Ein warmer Kaffe und vor allem eine warme Wohnung waren nicht mehr weit entfernt. Nach Stockholm, Kopenhagen, Helsinki und Oslo ist Göteborg mit ca. 485.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt im Norden.
Mit dem Zug ging es zwei Stationen raus aus Stadt, in den Vorort Partille. Dort trafen wir Mareike, die uns herzlich empfing. Mit ihr habe ich im Wintersemester 2005/06 mein Studium angefangen - mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass sie die Kombination Schwedisch/Finnisch gewählt hattte, während meine Entscheidung auf Norwegisch/Isländisch fiel. Ihr Wohngebäude erinnerte mich dann wie so oft... an Marzahn: Ein zehngeschossiger Betongigant, von denen es in der Umgebung allerdings nicht allzu viele gab. Leicht ungewohnt ist das Fahrstuhlfahrgefühl (gibt es dieses Wort überhaupt ? ... egal), da die Schweden des öfteren auf die innere Tür verzichten.
In der Wohnung angekommen, war der Frühstückstisch schon hergerichtet. Mareike wusste gar nicht wie nötig wir diese Entspannung nach diesem besch******* Ort zwischen Göteborg und Stockholm hatten. Anschließend ging es dann in die Stadt, wo wir uns zunächst den Hafen anschauten. Beim gemütlichen Spaziergang durch Göteborg zeigte Mareike uns die interessantesten Orte der Stadt. Nach ein paar Stunden laufen ging es schließlich in das Café "Java".
Als finaler Programmpunkt für diesen Tag stand der Besuch des Saisonendspiels zwischen IFK Göteborg und Trelleborg an. Das Besondere an dieser Partie war, dass Göteborg Meister werden konnte. Glücklicherweise hatten wir Gratistickets erhalten und kamen ohne Probleme ins Ullevi-Stadion. Kontrollen wurden an dem Eingang nicht sehr ernst genommen, da ich mit meinem Trekkingrucksack ohne eine solche ins Stadion konnte.
Schon auf dem Weg zum Spiel regnete es. Und der Regen wurde mit der Zeit stärker. Auch der Wind nahm zu. Die zweieinhalb Stunden im kalten Wind und Regen waren nicht gerade das Angenehmste (besonders nach der vorigen Nacht), aber dafür wurde das Durchhaltevermögen mit dem Sieg Göteborgs und damit dem Meistertitel belohnt. Nach dem Abpfiff stürmten die Fans auf den Rasen, um mit ihren Spielern zu feiern. Die Nacht über wurde in der Stadt gefeiert. Davon haben wir nicht mehr viel mitbekommen, denn nach dem Spiel waren wir durchnässt, halb erfroren, müde und hungrig. Es ging also zurück nach Partille, wo wir kjöttboller mit Kartoffeln und Gemüse gegessen haben. Traditionell Schwedisch! Auch der anschließende Kuchen war nach einem schwedischen Rezept gebacken. Und so ging ein langer Tag ruhig und friedlich bei Kerzenschein zu Ende. Ab jetzt gibt es auch wieder neue Bilder im Album "Sverige".
Mit dem Zug ging es zwei Stationen raus aus Stadt, in den Vorort Partille. Dort trafen wir Mareike, die uns herzlich empfing. Mit ihr habe ich im Wintersemester 2005/06 mein Studium angefangen - mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass sie die Kombination Schwedisch/Finnisch gewählt hattte, während meine Entscheidung auf Norwegisch/Isländisch fiel. Ihr Wohngebäude erinnerte mich dann wie so oft... an Marzahn: Ein zehngeschossiger Betongigant, von denen es in der Umgebung allerdings nicht allzu viele gab. Leicht ungewohnt ist das Fahrstuhlfahrgefühl (gibt es dieses Wort überhaupt ? ... egal), da die Schweden des öfteren auf die innere Tür verzichten.
In der Wohnung angekommen, war der Frühstückstisch schon hergerichtet. Mareike wusste gar nicht wie nötig wir diese Entspannung nach diesem besch******* Ort zwischen Göteborg und Stockholm hatten. Anschließend ging es dann in die Stadt, wo wir uns zunächst den Hafen anschauten. Beim gemütlichen Spaziergang durch Göteborg zeigte Mareike uns die interessantesten Orte der Stadt. Nach ein paar Stunden laufen ging es schließlich in das Café "Java".
Als finaler Programmpunkt für diesen Tag stand der Besuch des Saisonendspiels zwischen IFK Göteborg und Trelleborg an. Das Besondere an dieser Partie war, dass Göteborg Meister werden konnte. Glücklicherweise hatten wir Gratistickets erhalten und kamen ohne Probleme ins Ullevi-Stadion. Kontrollen wurden an dem Eingang nicht sehr ernst genommen, da ich mit meinem Trekkingrucksack ohne eine solche ins Stadion konnte.
Schon auf dem Weg zum Spiel regnete es. Und der Regen wurde mit der Zeit stärker. Auch der Wind nahm zu. Die zweieinhalb Stunden im kalten Wind und Regen waren nicht gerade das Angenehmste (besonders nach der vorigen Nacht), aber dafür wurde das Durchhaltevermögen mit dem Sieg Göteborgs und damit dem Meistertitel belohnt. Nach dem Abpfiff stürmten die Fans auf den Rasen, um mit ihren Spielern zu feiern. Die Nacht über wurde in der Stadt gefeiert. Davon haben wir nicht mehr viel mitbekommen, denn nach dem Spiel waren wir durchnässt, halb erfroren, müde und hungrig. Es ging also zurück nach Partille, wo wir kjöttboller mit Kartoffeln und Gemüse gegessen haben. Traditionell Schwedisch! Auch der anschließende Kuchen war nach einem schwedischen Rezept gebacken. Und so ging ein langer Tag ruhig und friedlich bei Kerzenschein zu Ende. Ab jetzt gibt es auch wieder neue Bilder im Album "Sverige".
Sonntag, 4. November 2007
Der Jönkjöping-Vorfall
Als Sandra und ich am 27.10. in den Bus Richtung Göteborg stiegen war noch alles in Ordnung. Der Bus war in gutem Zustand und wir hatten einen Platz mit zufriedenstellender Beinfreiheit. Uns war zwar auch bewusst, dass wir gegen 3:25 Uhr aussteigen müssen um zwei Stunden auf den nächsten Bus zu warten - doch dadurch konnten wir noch ein, zwei Stunden länger in Stockholm sein. Die letzte Direktverbindung wäre in den frühen Abendstunden gefahren.
Bis nach Jönkjöping lief alles so wie gedacht, doch an der Umsteigehaltestelle war das erste Problem offensichtlich: Die Bahnhofshalle war geschlossen und es gab keine andere Möglichkeit sich in einem warmen Gebäude aufzuhalten. Der Versuch in einem Hotel unterzukommen scheiterte, da der Rezeptionsmitarbeiter uns freundlich aber bestimmt abwies. Obwohl es nicht besonders kalt war - vielleicht 8 bis 10°: Gefühlt können die Temperaturen in dieser Nacht nicht über 0° gelegen haben.
Da saßen wir nun mit den anderen Umsteigenden vor dem Bahnhofsgebäude und warteten. Auf der anderen Straßenseite standen dunkle und zu dieser Tageszeit verlassene Bürogebäude. Ich weiß nicht genau wie, doch einer der anderen wartenden Fahrgäste hatte es nach ca. einer halben Stunde geschafft sich Zugang zu einem der Bürogebäude zu verschaffen. Zwei weitere folgten ihm, und ein wenig später auch Sandra und ich. Auch wenn der Flur nur schwach beheizt wurde, so war dieser Ort doch weitaus besser als der Bahnhofsvorplatz. Ich habe mich dann ein wenig mit den anderen drei Fahrgästen unterhalten, die alle Schweden waren. In dieser Situation habe ich zum ersten Mal meine interskandinavischen Sprachfertigkeiten in der Praxis probieren können, da ich natürlich Nowegisch gesprochen habe und Schwedisch verstehen musste. Das hat ganz gut geklappt und ne Weile haben die wirklich geglaubt dass ich Norweger wäre.
Nach ca. einer Stunde war die schöne warme Zeit dann leider vorbei, da ein Wachmann seine Routinekontrolle machte und uns rausschmiss. Doch da sollte es nach Fahrplan nicht mehr lange dauern bis der Bus kommen würde. Es wurde 5:35 Uhr... kein Bus in Sicht. Auf der Fahrt hatte wir zwei entgegengesetzte Infos erhalten: Die Umstellung auf Winterzeit würde erst die Busse betreffen die nach 6 Uhr fahren. Auf dem ersten Teil der Fahrt wurde uns erzählt, dass die Zeitumstellung zu einer weiteren Stunde Wartezeit führen würde. Letzters war die richtige Information, was nicht gerade zur Steigerung unserer Laune führte.
Drei Stunden mit sinnlosem Warten in einem kleinen, schwedischen Dorf zu verbringen, ohne die Möglichkeit eines warmen Aufenthalts zu haben gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen! Wer also jemals die Strecke Göteborg-Stockholm mit Bus fahren möchte, der sollte IMMER die Direktverbindung wählen. Doch immerhin, von den drei Stunden Wartezeit konnten wir fünf Minuten in der Wartehalle verbringen, da diese um 5:30 Uhr (Winterzeit) aufmachte.
Im nächsten Post geht es dann um den sehr schönen Aufenthalt bei Mareike in Göteborg.
P.S.:
Ich habe letzte Woche meine norwegische Personennummer erhalten. Jetzt bin ich also im "Folkeregister" erfasst und darf ein Konto anlegen. Außerdem wurde mein Erasmus-Aufenthalt bis März verlängert, wodurch ich keine Probleme mit meiner Wohnung beim Osloer Studentenwerk bekomme.
Am Freitag war ich bei der Eröffnung der früher erwähnten Ausstellung und habe Laila wieder getroffen. Es war sehr schön mal wieder mit der alten Lehrerin zu sprechen. Sie hat mich auch schon nach Kolbotn eingeladen, wir müssen nur ein passendes Datum finden.
Bis nach Jönkjöping lief alles so wie gedacht, doch an der Umsteigehaltestelle war das erste Problem offensichtlich: Die Bahnhofshalle war geschlossen und es gab keine andere Möglichkeit sich in einem warmen Gebäude aufzuhalten. Der Versuch in einem Hotel unterzukommen scheiterte, da der Rezeptionsmitarbeiter uns freundlich aber bestimmt abwies. Obwohl es nicht besonders kalt war - vielleicht 8 bis 10°: Gefühlt können die Temperaturen in dieser Nacht nicht über 0° gelegen haben.
Da saßen wir nun mit den anderen Umsteigenden vor dem Bahnhofsgebäude und warteten. Auf der anderen Straßenseite standen dunkle und zu dieser Tageszeit verlassene Bürogebäude. Ich weiß nicht genau wie, doch einer der anderen wartenden Fahrgäste hatte es nach ca. einer halben Stunde geschafft sich Zugang zu einem der Bürogebäude zu verschaffen. Zwei weitere folgten ihm, und ein wenig später auch Sandra und ich. Auch wenn der Flur nur schwach beheizt wurde, so war dieser Ort doch weitaus besser als der Bahnhofsvorplatz. Ich habe mich dann ein wenig mit den anderen drei Fahrgästen unterhalten, die alle Schweden waren. In dieser Situation habe ich zum ersten Mal meine interskandinavischen Sprachfertigkeiten in der Praxis probieren können, da ich natürlich Nowegisch gesprochen habe und Schwedisch verstehen musste. Das hat ganz gut geklappt und ne Weile haben die wirklich geglaubt dass ich Norweger wäre.
Nach ca. einer Stunde war die schöne warme Zeit dann leider vorbei, da ein Wachmann seine Routinekontrolle machte und uns rausschmiss. Doch da sollte es nach Fahrplan nicht mehr lange dauern bis der Bus kommen würde. Es wurde 5:35 Uhr... kein Bus in Sicht. Auf der Fahrt hatte wir zwei entgegengesetzte Infos erhalten: Die Umstellung auf Winterzeit würde erst die Busse betreffen die nach 6 Uhr fahren. Auf dem ersten Teil der Fahrt wurde uns erzählt, dass die Zeitumstellung zu einer weiteren Stunde Wartezeit führen würde. Letzters war die richtige Information, was nicht gerade zur Steigerung unserer Laune führte.
Drei Stunden mit sinnlosem Warten in einem kleinen, schwedischen Dorf zu verbringen, ohne die Möglichkeit eines warmen Aufenthalts zu haben gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen! Wer also jemals die Strecke Göteborg-Stockholm mit Bus fahren möchte, der sollte IMMER die Direktverbindung wählen. Doch immerhin, von den drei Stunden Wartezeit konnten wir fünf Minuten in der Wartehalle verbringen, da diese um 5:30 Uhr (Winterzeit) aufmachte.
Im nächsten Post geht es dann um den sehr schönen Aufenthalt bei Mareike in Göteborg.
P.S.:
Ich habe letzte Woche meine norwegische Personennummer erhalten. Jetzt bin ich also im "Folkeregister" erfasst und darf ein Konto anlegen. Außerdem wurde mein Erasmus-Aufenthalt bis März verlängert, wodurch ich keine Probleme mit meiner Wohnung beim Osloer Studentenwerk bekomme.
Am Freitag war ich bei der Eröffnung der früher erwähnten Ausstellung und habe Laila wieder getroffen. Es war sehr schön mal wieder mit der alten Lehrerin zu sprechen. Sie hat mich auch schon nach Kolbotn eingeladen, wir müssen nur ein passendes Datum finden.
Donnerstag, 1. November 2007
Stockholm zum zweiten (27.10.)
Im Gegensatz zur vorangegangenen Nacht konnten wir dieses Mal richtig schlafen. Erholt und bereit für weitere touristische Highlights ging es nach der Verabschiedung von Jenny wieder in die Stadt. Unser Gepäck verstauten wir in einem der Bahnhofsschließfächer.
Den Großteil des Nachmittags brauchten wir für die Erkundung des Moderna Museet. Hier wird moderne Kunst ausgestellt, also von Picasso bis Warhol findet man fast alles was Rang und Namen hat. Kurz vor fünf verließen wir das Museum. Als nächstes stand H&M auf dem Programm. Davon findet man in Stockholm an fast jeder Straßenecke mindestens einen, was Sandra natürlich sehr gefiel. Auf dem Weg machten wir noch einen Schlenker in einen der vielen Süßigkeitenläden.
Die meisten Geschäfte in der Innenstadt haben am Samstag nur bis 17 oder 18 Uhr geöffnet, weshalb Sandra nur eine gute Stunde für H&M hatte. Überraschenderweise haben wir sogar weniger Zeit gebraucht, denn die Lederjacke die sie haben wollte kostete dann doch so viel, dass ihr Kauflust einen argen Dämpfer erhielt. Außerdem meldete sich dann unser Magen. Es war Zeit etwas zu essen.
Nach kurzer Suche fanden wir ein Haus, das vollständig aus Restaurants besteht. Von Griechisch über Italienisch bis Amerikanisch gab es für jeden Geschmack etwas. Unsere Entscheidung fiel auf die billigste Möglichkeit: Thailändisch. Eiernudeln mit gebratenem Hünchenfilet kosteten nur 75 SEK (8€). Die restlichen Stunden des Abends verbrachten wir dann in einem sehr gemütlich eingerichteten Pub. Im Album "Sverige" (siehe Post "Die erste Nacht, die erste Fahrt") sind jetzt Fotos vom "Katarinahissen" (Katarina-Aufzug) zu sehen. Im nächsten Post zum Schwedentrip gibt es Informationen zu einer langen, kalten und ungemütlichen Nacht in Jönkjöping.
Den Großteil des Nachmittags brauchten wir für die Erkundung des Moderna Museet. Hier wird moderne Kunst ausgestellt, also von Picasso bis Warhol findet man fast alles was Rang und Namen hat. Kurz vor fünf verließen wir das Museum. Als nächstes stand H&M auf dem Programm. Davon findet man in Stockholm an fast jeder Straßenecke mindestens einen, was Sandra natürlich sehr gefiel. Auf dem Weg machten wir noch einen Schlenker in einen der vielen Süßigkeitenläden.
Die meisten Geschäfte in der Innenstadt haben am Samstag nur bis 17 oder 18 Uhr geöffnet, weshalb Sandra nur eine gute Stunde für H&M hatte. Überraschenderweise haben wir sogar weniger Zeit gebraucht, denn die Lederjacke die sie haben wollte kostete dann doch so viel, dass ihr Kauflust einen argen Dämpfer erhielt. Außerdem meldete sich dann unser Magen. Es war Zeit etwas zu essen.
Nach kurzer Suche fanden wir ein Haus, das vollständig aus Restaurants besteht. Von Griechisch über Italienisch bis Amerikanisch gab es für jeden Geschmack etwas. Unsere Entscheidung fiel auf die billigste Möglichkeit: Thailändisch. Eiernudeln mit gebratenem Hünchenfilet kosteten nur 75 SEK (8€). Die restlichen Stunden des Abends verbrachten wir dann in einem sehr gemütlich eingerichteten Pub. Im Album "Sverige" (siehe Post "Die erste Nacht, die erste Fahrt") sind jetzt Fotos vom "Katarinahissen" (Katarina-Aufzug) zu sehen. Im nächsten Post zum Schwedentrip gibt es Informationen zu einer langen, kalten und ungemütlichen Nacht in Jönkjöping.
Norwegisch-Lektorin
Gestern habe ich mich getraut: Ich habe meine alte Norwegischlektorin angerufen. Eigentlich wollte ich ihr eine E-Mail schicken, doch die Adresse die ich habe funktioniert nicht. Somit blieb nur die Möglichkeit des Anrufens. Ich habe sie seit einem Jahr nicht mehr gesehen und war nicht sicher ob sie sich überhaupt erinnert. Andererseits kam es mir wie eine moralische Pflicht vor, denn Laila war immer so nett, gut gelaunt und sympathisch. Und sie wohnt nur ein paar Kilometer außerhalb von Oslo.
Der Anruf war kurz, aber erfolgreich. Am Freitag wird eine Ausstellung mit deutschem Bezug in der Nationalbibliothek eröffnet. Laila wird dort das Buch vorstellen, was sie zusammen mit Studenten während ihrer Zeit in Berlin erarbeitet hat. Ich freue mich sie wieder zu sehen und endlich Norwegisch mit ihr zu sprechen. Zwar musste ich das schon im Norwegisch-Sprachkurs bei ihr machen, doch seitdem haben sich meine Sprachfertigkeiten verbessert.
Der Anruf war kurz, aber erfolgreich. Am Freitag wird eine Ausstellung mit deutschem Bezug in der Nationalbibliothek eröffnet. Laila wird dort das Buch vorstellen, was sie zusammen mit Studenten während ihrer Zeit in Berlin erarbeitet hat. Ich freue mich sie wieder zu sehen und endlich Norwegisch mit ihr zu sprechen. Zwar musste ich das schon im Norwegisch-Sprachkurs bei ihr machen, doch seitdem haben sich meine Sprachfertigkeiten verbessert.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Die erste Nacht, die erste Fahrt
Die schwedische Städtereise begann am 26.10. im Busbahnhof Oslos. Sandra und ich hatten uns gegen 22:30 Uhr dort verabredet. Der Bus fuhr dann pünktlich um 23 Uhr ab. Nach gerade einmal anderthalb Stunden hatten wir die schwedische Grenze passiert, doch die nächsten fünfeinhalb Stunden streckten sich. Ich habe ein wenig gedöst.
Gegen halb sieben erreichte der Bus dann sein Ziel, den Stockholmer Busbahnhof. Ein wenig verschlafen verließen wir den Bus und gingen zum nächsten Geldautomaten. Schließlich konnten wir in Schweden nicht mit norwegischen Kronen bezahlen. Jetzt mussten wir nur noch ein Café zum Brunchen finden. Unsere Entscheidung fiel auf "Waynes Coffee" im Hauptbahnhof.
Nach einem guten, pechschwarzen Kaffee fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und war bereit nach "Västra Skog" zu fahren, da dort die StudiVZ-Freundin wohnte. Nachdem wir dort unsere Sachen abgestellt haben und uns unterhalten hatten, ging es in die Innenstadt.
Dort führte uns unser erster Weg nach "Gamla Stan", also in die Altstadt. Leider war das Wetter nicht optimal, da es den ganzen Tag bedeckt war. Doch trotz schlechtem Wetters war es sehr interessant die geschichtsträchtige Altstadt Stockholms zu sehen. Oslo kann in dieser Hinsicht nicht mithalten.
Unser Mittagessen haben wir im Restaurant mit dem goldenem M zu uns genommen, was nicht mal nicht viel teurer war als in Deutschland. Interessanterweise sind die Toaletten in Schweden oft sehr minimal geplant. Der McDonalds in dem wir waren war mit Sicherheit für ca. 100 Menschne konzipiert und es gab eine Sitztoilette sowie zwei Pissoirs. In Bars und anderen Restaurants sieht es nicht anders aus.
Uns wurde vor der Fahrt mehrmals empfohlen ins Vasamuseum zu gehen, also taten wir das auch. Kern des Museums ist die "Vasa", ein Prachtschiff das bei seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 direkt vor Stockholm sank. Mit viel Aufwand wurde es geborgen und zum Ausstellen präpariert. Ich kann das Museum nur empfehlen, die Geschichte um das Schiff ist sehr spannend und informativ aufgearbeitet.
Der Abschluss dieses Tages war ein Besuch des "Globen", welcher ein Veranstaltungszentrum am Rande Stockholms ist. Wie der Name erahnen lässt, hat das Gebäude die Form einer Kugel. Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück im Studentenwohnheim, haben Abendbrot gegessen und uns dann schlafen gelegt. Zwar waren wir noch zu einer Party eingeladen, doch auf Grund der Busfahrt und des langen Tages hatten wir keine Lust feiern zu gehen. Zumal die nächste Nacht eine noch viel interessantere Busfahrt versprach...
Gegen halb sieben erreichte der Bus dann sein Ziel, den Stockholmer Busbahnhof. Ein wenig verschlafen verließen wir den Bus und gingen zum nächsten Geldautomaten. Schließlich konnten wir in Schweden nicht mit norwegischen Kronen bezahlen. Jetzt mussten wir nur noch ein Café zum Brunchen finden. Unsere Entscheidung fiel auf "Waynes Coffee" im Hauptbahnhof.
Nach einem guten, pechschwarzen Kaffee fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und war bereit nach "Västra Skog" zu fahren, da dort die StudiVZ-Freundin wohnte. Nachdem wir dort unsere Sachen abgestellt haben und uns unterhalten hatten, ging es in die Innenstadt.
Dort führte uns unser erster Weg nach "Gamla Stan", also in die Altstadt. Leider war das Wetter nicht optimal, da es den ganzen Tag bedeckt war. Doch trotz schlechtem Wetters war es sehr interessant die geschichtsträchtige Altstadt Stockholms zu sehen. Oslo kann in dieser Hinsicht nicht mithalten.
Unser Mittagessen haben wir im Restaurant mit dem goldenem M zu uns genommen, was nicht mal nicht viel teurer war als in Deutschland. Interessanterweise sind die Toaletten in Schweden oft sehr minimal geplant. Der McDonalds in dem wir waren war mit Sicherheit für ca. 100 Menschne konzipiert und es gab eine Sitztoilette sowie zwei Pissoirs. In Bars und anderen Restaurants sieht es nicht anders aus.
Uns wurde vor der Fahrt mehrmals empfohlen ins Vasamuseum zu gehen, also taten wir das auch. Kern des Museums ist die "Vasa", ein Prachtschiff das bei seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 direkt vor Stockholm sank. Mit viel Aufwand wurde es geborgen und zum Ausstellen präpariert. Ich kann das Museum nur empfehlen, die Geschichte um das Schiff ist sehr spannend und informativ aufgearbeitet.
Der Abschluss dieses Tages war ein Besuch des "Globen", welcher ein Veranstaltungszentrum am Rande Stockholms ist. Wie der Name erahnen lässt, hat das Gebäude die Form einer Kugel. Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück im Studentenwohnheim, haben Abendbrot gegessen und uns dann schlafen gelegt. Zwar waren wir noch zu einer Party eingeladen, doch auf Grund der Busfahrt und des langen Tages hatten wir keine Lust feiern zu gehen. Zumal die nächste Nacht eine noch viel interessantere Busfahrt versprach...
![]() |
| Sverige |
Dienstag, 30. Oktober 2007
Vier Tage Schweden
Von letzten Freitag bis Montag war ich in Schweden. In den nächsten Blogeinträgen werde ich meine Eindrücke von Stockholm und Göteborg schildern und auch Bilder hochladen. In diesem Eintrag sage ich kurz etwas zur Entstehung und Planung dieses Kurztrips.
Es war Anfang September, als Sandra und ich mal wieder morgens um 10 in der Kafeteria der Sozialwissenschaftlichen Fakultät saßen um Kaffee zu trinken. Wir unterhielten uns über unsere Eindrücke hier in Oslo und den Besuch den wir noch erwarten. Dabei kamen wir auf die Orte zu sprechen, die wir noch gerne besichtigen wollten. Sandra hatte fest vor, nach Stockholm zu fahren und ich spielte mit dem Gedanken Mareike in Göteborg zu besuchen. Warum sollten wir das also nicht miteinander verbinden?
Über das StudiVZ hatte ich eine Studentin in Stockholm kennengelernt, die ihre Wohnung zur Übernachtung anbot und dafür im Gegenzug nach Oslo kommen möchte. Somit mussten nur noch die Busfahrten gebucht werden. Das haben wir Anfang Oktober erledigt, hier die Zeiten:
Oslo - Stockholm (25.10.2007): 23:00 bis 06:20 Uhr
Stockholm - Jönköping (27.10.2007): 22:50 bis 03:25 Uhr
Jönköping - Göteborg (28.10.2007): 05:35 bis 07:40 Uhr
Göteborg - Oslo (29.10.2007): 17:30 bis 21:30 Uhr.
Was auf einer solche Tour passieren kann, wie eine Zeitumstellung zu Aggressionen führen kann und welche Sehenswürdigkeiten wir innerhalb der vier Tage gesehen haben gibt es in den nächsten Einträgen.
Es war Anfang September, als Sandra und ich mal wieder morgens um 10 in der Kafeteria der Sozialwissenschaftlichen Fakultät saßen um Kaffee zu trinken. Wir unterhielten uns über unsere Eindrücke hier in Oslo und den Besuch den wir noch erwarten. Dabei kamen wir auf die Orte zu sprechen, die wir noch gerne besichtigen wollten. Sandra hatte fest vor, nach Stockholm zu fahren und ich spielte mit dem Gedanken Mareike in Göteborg zu besuchen. Warum sollten wir das also nicht miteinander verbinden?
Über das StudiVZ hatte ich eine Studentin in Stockholm kennengelernt, die ihre Wohnung zur Übernachtung anbot und dafür im Gegenzug nach Oslo kommen möchte. Somit mussten nur noch die Busfahrten gebucht werden. Das haben wir Anfang Oktober erledigt, hier die Zeiten:
Oslo - Stockholm (25.10.2007): 23:00 bis 06:20 Uhr
Stockholm - Jönköping (27.10.2007): 22:50 bis 03:25 Uhr
Jönköping - Göteborg (28.10.2007): 05:35 bis 07:40 Uhr
Göteborg - Oslo (29.10.2007): 17:30 bis 21:30 Uhr.
Was auf einer solche Tour passieren kann, wie eine Zeitumstellung zu Aggressionen führen kann und welche Sehenswürdigkeiten wir innerhalb der vier Tage gesehen haben gibt es in den nächsten Einträgen.
Sonntag, 21. Oktober 2007
Eine lange Nacht
Im Norwegisch-Sprachkurs muss ich ein Buch von Erlend Loe lesen: "Naiv.super." Der Roman ist sehr empfehlenswert. Eines der Hauptelemente in der Geschichte sind die Listen der Hauptperson. Diese neigt dazu beinahe alles (seien es die Dinge die ihn in jungen Jahren begeistert haben oder Themen über die er besonders viel weiß) in langen Aufzählungen auszudrücken. In diesem Stil möchte ich meine letzte Nacht ausdrücken:
- eine Party
- zwei Clubs
- drei Taxifahrten
- zwei Feueralarme
- sechs Bier
- ein harter Kern
- vier Norweger
- ein Deutscher
- neun Stunden.
Bevor ich anfange: Ich studiere hier natürlich auch und könnte u.a. über die Auffassung von Sprache und Kultur im Rahmen der Nationalitätsdebatte in Norwegen im 19./20. Jahrhundert berichten.... doch ich verzichte darauf. Letzte Woche habe ich den ersten Entwurf meiner Semesteraufgabe eingereicht und werde heute bzw. morgen noch zwei Kommentare zu Entwürfen von den anderen Studierenden schreiben. Ansonsten habe ich in der letzten Woche mal wieder viel gelesen, geschrieben und fleißig Norwegisch geredet. Ach ja, natürlich koche ich weiterhin mein Wasser. Allerdings schmeckt das so ekelhaft, dass ich schon mit dem Gedanken spiele einen 10 Liter Wasserkanister zu kaufen...
Jetzt aber zur letzten Nacht. Ich war zu einer Party bei Norwegern eingeladen, die ich während der ersten Uni-Woche kennengelernt hatte und seitdem des öfteren im Studentenclub der Humanistischen Fakultät getroffen habe. Der Ort war ein wenig abgelegen, doch ich habe es geschafft das Haus zu finden und kam ungefähr gegen acht Uhr an. An dem Abend war ich der einzige Nicht-Norweger dort und hatte viele interessante Gespräche. Gegen halb eins kam dann die Idee auf, weiterzuziehen. Warum nicht?
Also wurden zwei Taxis bestellt, um zum Zentrum zu fahren. Aus den acht Leuten wurden nach dem ersten Club nur noch fünf, der Rest ist dort geblieben oder einfach verschwunden. Nachdem gegen drei Uhr in der Garage (siehe Post zum Beatsteaks-Konzert) die Lichter angingen, meinte der zweite Christian der Gruppe er kenne da noch jemanden in der Altstadt. Da könnten wir weiterfeiern... gesagt, getan. Doch die Party dort war schon vorbei, was man an dem Mangel an Menschen und der Vielzahl an Bierdosen und - flaschen ablesen konnte. So blieben wir nicht lange und nahmen mal wieder ein Taxi, welches uns schlussendlich nach Hause brachte. Gegen fünf Uhr kam ich dann in Sogn an. Ich lag vielleicht fünf Minuten im Bett, als mich das sanfte Scheppern unseres Feueralarms unsanft weckte. Anscheinend haben wir ein kleines Problem mit der Technik, denn es war der dritte Alarm innerhalb von zwei Tagen. Bevor ich nach Hause kam, gab es schon einen Alarm gegen 2 Uhr. Nun ja, dafür habe ich heute umso länger geschlafen.
Morgen werde ich erfahren ob ich meine "Qualifizierungsaufgabe" für einen meiner Kurse bestanden habe.
- eine Party
- zwei Clubs
- drei Taxifahrten
- zwei Feueralarme
- sechs Bier
- ein harter Kern
- vier Norweger
- ein Deutscher
- neun Stunden.
Bevor ich anfange: Ich studiere hier natürlich auch und könnte u.a. über die Auffassung von Sprache und Kultur im Rahmen der Nationalitätsdebatte in Norwegen im 19./20. Jahrhundert berichten.... doch ich verzichte darauf. Letzte Woche habe ich den ersten Entwurf meiner Semesteraufgabe eingereicht und werde heute bzw. morgen noch zwei Kommentare zu Entwürfen von den anderen Studierenden schreiben. Ansonsten habe ich in der letzten Woche mal wieder viel gelesen, geschrieben und fleißig Norwegisch geredet. Ach ja, natürlich koche ich weiterhin mein Wasser. Allerdings schmeckt das so ekelhaft, dass ich schon mit dem Gedanken spiele einen 10 Liter Wasserkanister zu kaufen...
Jetzt aber zur letzten Nacht. Ich war zu einer Party bei Norwegern eingeladen, die ich während der ersten Uni-Woche kennengelernt hatte und seitdem des öfteren im Studentenclub der Humanistischen Fakultät getroffen habe. Der Ort war ein wenig abgelegen, doch ich habe es geschafft das Haus zu finden und kam ungefähr gegen acht Uhr an. An dem Abend war ich der einzige Nicht-Norweger dort und hatte viele interessante Gespräche. Gegen halb eins kam dann die Idee auf, weiterzuziehen. Warum nicht?
Also wurden zwei Taxis bestellt, um zum Zentrum zu fahren. Aus den acht Leuten wurden nach dem ersten Club nur noch fünf, der Rest ist dort geblieben oder einfach verschwunden. Nachdem gegen drei Uhr in der Garage (siehe Post zum Beatsteaks-Konzert) die Lichter angingen, meinte der zweite Christian der Gruppe er kenne da noch jemanden in der Altstadt. Da könnten wir weiterfeiern... gesagt, getan. Doch die Party dort war schon vorbei, was man an dem Mangel an Menschen und der Vielzahl an Bierdosen und - flaschen ablesen konnte. So blieben wir nicht lange und nahmen mal wieder ein Taxi, welches uns schlussendlich nach Hause brachte. Gegen fünf Uhr kam ich dann in Sogn an. Ich lag vielleicht fünf Minuten im Bett, als mich das sanfte Scheppern unseres Feueralarms unsanft weckte. Anscheinend haben wir ein kleines Problem mit der Technik, denn es war der dritte Alarm innerhalb von zwei Tagen. Bevor ich nach Hause kam, gab es schon einen Alarm gegen 2 Uhr. Nun ja, dafür habe ich heute umso länger geschlafen.
Morgen werde ich erfahren ob ich meine "Qualifizierungsaufgabe" für einen meiner Kurse bestanden habe.
Abonnieren
Posts (Atom)



