Sonntag, 30. September 2007
Die Beatsteaks!
Zwei nette, freundliche Herren, stehen vor der Wohnungstür und möchten mit mir über Gott und die Welt reden. Mein Vokabular ist auf ein Wort beschränkt: NEI! Das "takk" (danke) habe ich mir gespart.
So begann der Tag nach dem großartigen Konzert der Beatsteaks.
Die "Garage", welche man ungefähr mit dem Magnet in Berlin vergleichen kann, war gestern auf jeden Fall der Club mit den meisten deutschen Gästen. Nachdem sie schon in Stockholm und Helsinki gespielt hatten, kamen die Beatsteaks nun endlich nach Oslo. Ich könnte jetzt viele Worte für die Beschreibung des Abends verwenden, doch kurz gesagt: Es war großartig! Fotos folgen, auch das mit mir und dem Sänger, Arnim.
Sonntag, 23. September 2007
Mal wieder studieren
So bestanden die letzten Tagen vor allem aus geistiger Arbeit, wobei ich mich besonders intensiv meiner HA gewidmet habe. Sie ist zu 99% fertig und wird diese Woche abgeschickt. Ich bin so glücklich, dass dieses Kapitel jetzt ein Ende findet.
Mittlerweile mache ich mir schon Gedanken zu der nächsten Aufgabenstellung, die übersetzt so lautet:
"Untersuche die Entwicklung der politischen Führung im Zeitraum 800-1300. Mache das im Zusammenhang mit ideologischen und ökonomischen Verhältnissen und beziehe die anthropologische Literatur mit ein."
Das ist eine von vier möglichen Aufgabenstellungen, aber da mich die Rolle der Frau (auch wenn sie in Norwegen sowie Island zwischen 800 und 1300 durchaus speziell ist), der "rikdombegrepet" (Reichtumsbegriff) sowie die Kirche und Christianisierung nicht so stark interessieren habe ich mich für die politische Führung entschieden. Sechs Seiten dazu ist jetzt auch nicht die Herausforderung, ich habe eher Respekt vor dem Fakt dass ich das in Norwegisch verfassen muss. Gleichzeitig freue ich mich darauf anzufangen, denn ich will endlich mal einen langen, sinnhaften Text auf Norwegisch schreiben. Gut dass ich Norweger kenne die den für mich kontrollieren werden. Ach ja, der Kurs hat die norwegische, politische Kultur zwischen 800 und 1300 zum Thema.
Am Freitag habe ich zusammen mit Rowena im Uglebo gearbeitet. Wir hatten die Spätschicht, also von 22:30 bis 02:00 Uhr mit anschließendem Putzen. Es hat richtig Spaß gemacht. Wir haben mit zwei weiteren "Internen" stündlich zwischen Bar und Einlass gewechselt. Natürlich gingen an diesem Abend auch Deutsche in den Club, die gerade Urlaub in Oslo machten. Man findet sie überall... diese Deutschen. Je später es wurde, desto torkelnder und schwankender liefen die Gäste am Einlass vorbei. Ab und zu haben einige Norweger mitbekommen dass wir Deutsche sind - und beinahe jeder betrunkene Norweger möchte dann sein "Schuldeutsch" anwenden. Sehr unterhaltsam! Nach dem Aufräumen haben wir unsere Gratisbiere getrunken und ein wenig mit den anderen "Internen" geredet. Mal schauen wie der nächste Freitag verläuft - ich habe noch keine richtigen Plan für meinen Geburtstag. Ich weiß nur: Irgendwas muss ich machen!
Mittwoch, 19. September 2007
Naturnah
Dieses Mal ist die Situation eine andere: Die HA ist der wichtigste Leistungsnachweis in meinem Skandinavistik-Studium und muss bis zum ersten Oktober fertig sein. Mittlerweile bin ich auch fast durch, doch es ist ein hartes Stück Arbeit. Besonders unschön ist der Blick auf die nächsten Wochen: Bis Mitte Oktober muss ich ca. 9 Seiten norwegischen Text als Vorprüfung für Dezember geschrieben haben. Gelesen habe ich bisher viel zu wenig dafür. Nicht das ich meinen strategischen Optimismus verloren hätte - ich muss nur ständig daran denken.
Bei all dem Stress freuen mich Momente wie heute: Zwei Rehkitze spazierten vor meinem Fenster entlang und grasten fleißig. Es war so unwirklich, diese beiden Geschöpfe zu sehen. Als Stadtmensch kenne ich sowas nicht und bin absolut fasziniert davon. In diesem Moment war ich glücklich. Glücklich hier zu sein, in Sogn - in Oslo - in Norwegen. Es sind die Kleinigkeiten im Leben die man genießen muss. Sie helfen einem Kraft für die großen Aufgaben im Leben zu sammeln.
Sonntag, 16. September 2007
Two Roads
The Road Not Taken
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I --
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
Robert Frost
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| Impression |
Dienstag, 11. September 2007
Alltag
Auch meine Gewohnheiten ändern sich. Konnte ich in Berlin gegen 9 Uhr wunderbar aufstehen, so fällt mir das hier unglaublich schwer. Selbst wenn ich 8 Stunden geschlafen habe. Ich werde also definitv kein Frühaufsteher werden. Nachdem ich mich heute morgen gegen 10 Uhr aus dem Bett gekämpft hatte und nach der kalten Dusche halbwegs wach war, arbeitete ich meine Norwegisch-Hausaufgaben ab. Für die Hausarbeit war heute leider keine Zeit, da es mich kurz vor 16 Uhr noch in das Uglebo zog. So heißt der Studentenclub der Humanistischen Fakultät. Auf dem Campus hat jede Fakultät ihren eigenen Club, bei dem man auch freiwillig arbeiten kann. Nach einem guten Kaffee musste ich dann auch in den Sprachkurs, der diesmal nur bis 18:15 Uhr lief (regulär bis 19 Uhr).
Es ist grauenvoll 2 Stunden am Stück Kurs haben zu müssen, danach bin ich immer unglaublich müde. Den Weg zur T-Bane lief ich mit Hua, meinem chinesischen Mitbewohner. Da er zu seiner Freundin nach Kringsjå fuhr, trennten sich unsere Wege nach einer Station. Kringsjå ist ein weiteres Studentenheim, welches nahe am Sognsvann liegt. Im Vergleich zu dieser Plattenbausiedlung wirkt Sogn wie ein Nobelbezirk., mit seinen - englischen Kleinstädten nachempfundenen - roten Backsteinhäusern. Zu Hause wurde dann noch ordentlich gekocht. Ja, und da ich morgen um 8 Uhr nen Kurs habe, höre ich jetzt lieber auf zu schreiben. Schließlich muss ich es irgendwie schaffen aufzustehen.
Sonntag, 9. September 2007
Granit rockt!
Meine eigentliche Abendplanung sah vor, ein wenig Kultur bei der Kulturnacht zu tanken. Wie in Berlin gibt es auch in Oslo eine Nacht, in der fast alle Museen und kulturelle Einrichtungen zu später Stunde für Gäste öffnen. Doch anstatt mir Führungen durch das Munch- und Ibsenmuseum zu gönnen, entschied ich mich für das "Granittrock". Dieses kleine Festival geht vom siebten bis achten September. Am Freitag spielten zunächst Minor Majority und als Hautband Turboneger. Als Schauplatz diente ein altes Granitbergwerk. Ein Haken hatte die Sache leider: Auf diesem familiengerechten Mini-Festival wurde kein Bier ausgeschenkt und das durchschnittliche Alter der Gäste lag bei 16 Jahren.
Am nächsten Tag sah ich dann den Sänger von Minor Majority bei der T-Banestation "Majorstua" (die T-Bane heißt ausgesprochen Tunnelbahn und erfüllt die Funktion einer U- und S-Bahn). Irgendwie seltsam, ihn völlig unbeachtet von den Leuten mit einem Kinderwagen die Straße runterlaufen zu sehen.
Mittwoch, 5. September 2007
Kolsåstoppen
Zusätzlich werden zwei Trips organisiert, die jeweils vier Mal stattfinden. Der große Ausflug führt nach Fjærland und dauert ein ganzes Wochenende. Für diese bestimmt sehr schöne Wanderung darf man dann auch 2500 kr. zahlen, wobei die Verpflegung mit 150 kr. noch dazu kommt. Ich habe mich für die kleine Variante entschieden: die Besteigung des Kolsåstoppen. Praktischerweise gilt das Osloer Studententicket für den Bus 42, der westwärts bis Kolsås fährt.
Das Wetter gestern war sonnig, was eine wunderschöne Aussicht ermöglichte. Insgesamt bestand unsere Klettergruppe aus sieben Laien und zwei Guides. Wie so oft hier in Oslo bestand der größte Teil der Gruppe aus Deutschen - in diesem Fall waren es vier. Vor diesem Tag war ich nie klettern gewesen, nicht einmal in der Halle. Ich hatte keine Ahnung wie ich auf die Höhe reagieren würde.
Als Treffpunkt war die Bushaltestelle "Toppåsveien" vorgegeben, an der wir uns gegen 15:30 Uhr trafen. Von dort wurden wir noch ein Stückchen berghoch gefahren. Nachdem die Kletterausrüstung und das Essen verstaut waren, begann der Anstieg. De facto war das der körperlich anstrengendste Teil von der ganzen Tour. Aber es lohnt sich, das Panorama vom Gipfel ist atemberaubend. Nach einer kleinen Erholungspause wurde der Einweggrill angeworfen. Doch vor dem Grillen kam erstmal das Abseilen. Ich war extrem aufgeregt, denn allein diese Höhe zu sehen ist das eine - an einem Seil da runter zu laufen das andere. Es war genial! Später am Tag sind wir am gleichen Hang nochmal geklettert, während die Sonne langsam unterging.
Obwohl ich die Nacht zuvor nur 4 Stunden geschlafen hatte, hielt mich das Adrenalin sehr wach. Erst auf der Busfahrt nach Oslo merkte ich wie fertig ich doch bin. Dafür habe ich die Nacht wie ein Baby geschlafen.
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| Kolsåstopp |
Sonntag, 2. September 2007
An einem Sonntag im September
Ein Kontrast zu Samstag: Da stand zunächst eine Führung durch die Nationalgallerie an, welche sehr interessant war. Den Schrei und die Madonna von Edvard Munch einmal direkt vor sich zu sehen ist schon beeindruckend. Auch die anderen Bilder in der Ausstellung sind sehr empfehlenswert. Das zentrale Motiv von norwegischen Künstlern scheint die Natur zu sein, was jedoch bei der schönen Landschaft nicht weiter verwundert.
Nach der Führung machte ich mich dann auf den Weg zum Lidl und ging die Karl Johanns Gata entlang. Mir war gar nicht bewusst wie voll es am Samstag dort sein kann, ich habe mich fast wie auf der Friedrichstraße in Berlin gefühlt. Seltsamerweise kam mir das befremdlich vor - ein Teil des altbekannten hier wiederzuerkennen. Als ob zwei Welten ineinander verschmelzen, die nichts miteinander zu tun haben.
An dieser Stelle möchte ich mich für die Kommentare bedanken. Es ist schön zu wissen, dass ich das hier nicht nur für mich schreibe. Im letzten Post habe ich jetzt ein paar Bilder vom Sognsvann hochgeladen. Mal schauen wie es dort im Winter aussieht.

Donnerstag, 30. August 2007
Sognsvann
Der Sognsvann ist ein See, der in der Nähe meines Wohnheims liegt. Im Joggingtempo dauert es ca. 15 Minuten um dort hin zu kommen - allerdings müssen dabei auch einige Höhenmeter überwunden werden. Ist man dann am Ziel, bietet sich einem ein wunderschöner Anblick. Ein wie in die Landschaft gemalter See erstreckt sich vor einem. Drumherum sind nur Wald und Berge zu sehen. Morgens laufen nur wenig Menschen dort lang, was es sehr entspannend macht eine Runde zu joggen. Wenn ich vergessen möchte, mich ablenken will oder einfach nur Entspannung suche, dann gehe ich in ein möglichst menschenleeres Gebiet zum Laufen. In Berlin war das nicht so einfach - hier ist das kein Problem. Ein Grund mehr Norwegen zu lieben.
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| Sognsvann im August |
Sonntag, 26. August 2007
Den Store Festen
Heute ist einer dieser Tage an denen ich lieber im Bett geblieben wäre. Obwohl ich letzte Nacht wenig getrunken habe, verhältnismäßig früh im Bett war und ganze sieben Stunden geschlafen habe - irgendwie will mein Kopf heute nicht. Vielleicht liegt's an der Enttäuschung vom "Store Festen": Als größte Feier des Semesters angekündigt, war sie dann doch nicht so groß. Auf der Haupttanzfläche hat kein DJ aufgelegt, die Musik war grausig und es wurde einfach nicht besser. Zwar war das Vorspiel sehr witzig, doch der Hauptakt war ein Reinfall.
Der einzige Lichtblick am heutigen Tag war mein Mitbewohner Hua. Seine koreanischen Freundinnen bringen ihm jetzt ihre Landessprache bei. Er ist Chinese, versteht also kein Koreanisch. Schon faszinierend Lehrbücher mit asiatischen Zeichen zu sehen und festzustellen, dass man nicht der Einzige ist der kein Wort versteht. Zum Abschluss des "Koreanisch-Unterrichts" hat Hua schließlich chinesisch gekocht. Det var so godt!
Vor dem schlafen gehen schauen wir bei dem iranischen Mitbewohner noch "Die Hard 4". So nimmt dieser verkorkste Tag ein versöhnliches Ende.
Freitag, 24. August 2007
Mein Heim, mein Haus, meine Mitbewohner
Wir haben sechs Zimmer von denen im Moment fünf belegt sind. Küche und Bad werden gemeinsam genutzt. Mit einem Iraner, einem Chinesen, einem mundfaulen Norweger, einer in Norwegen geborenen Deutschen und mir ist unsere WG durchaus international. Die beiden erstgenannten studieren seit einem Jahr in Oslo und sind unglaublich nett, wodurch die Atmosphäre in der WG sehr entspannt ist.
Mein Zimmer ist angenehm groß. Wenn ich mal abends zuhause bin, kann ich die Abendsonne genießen - ich habe auch keine Wahl, denn bisher besitze ich keine Gardinen. Den Kleiderschrank habe ich nicht ansatzweise voll bekommen, dafür wird mein Schreibtisch in seiner vollen Größe ausgenutzt.
Letzte Woche hatte ich meine ersten Veranstaltungen, die alle samt auf Norwegisch unterrichtet wurden, und bin echt froh - ich verstehe das meiste. Doch das verlangte Pensum ist extrem, ganz zu schweigen von den Preisen für Kompendien. Ich habe über 100 Euro für drei Kompendien und drei Bücher ausgegeben, was im Vergleich zu anderen Fächern noch sehr günstig ist. Apropos kaufen, ich habe mir heute 500g besten norwegischen, brunost geleistet. Das ist eine Art Käse, wie man sie in Deutschland nicht bekommt - aber er schmeckt verdammt lecker.
Heute Abend geht es dann auf die größte Feier des Semesters: "Den Store Festen". Danach ist die Partysaison in Oslo zwar nicht vorbei, aber es wird auf dem Campus ruhiger werden. Zeit zum Lernen und konzentrierten Arbeiten...
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| Zu Hause... in Oslo |
Dienstag, 21. August 2007
Spätsommer
In gewisser Weise wirkt das Wetter wie ein Abbild des Lebens: Auf sonnige Tage folgen regenreiche Tage - ein ständiges auf und ab dass keine Kontinuität zulässt. Die Achterbahnfahrt scheint kein Ende zu haben, sie reißt dich mit. Du fällst die tiefsten Tiefen hinab, nur um am Ende wieder obenauf zu sein - bis zum nächsten Absturz.
Die letzten Tage waren abwechslungsreich und sehr vollgepackt mit Information Meetings. Abends meistens noch die obligatorische Party und schon ist der Semesterstart eines Austauschstudenten in Oslo zusammengefasst. Jetzt allerdings hat die Uni angefangen. Gestern hatte ich meinen ersten Kurs, der vollständig auf Norwegisch unterrichtet wurde. Immerhin, ca. 60 % habe ich verstanden :-)
Die nächsten Tage werde ich mir Bücher, Kopien und Kompendien besorgen, ganz viel lesen und meine HA abschließen. So langsam wird's Zeit...
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| Zweite Woche - Impression |
Sonntag, 12. August 2007
Deutsche Erasmusstudenten
Sehr praktisch fand ich den Fakt, dass es kostenlose Führungen durch's Stortinget gibt. Das habe ich natürlich genutzt und so das Gebäude von innen gesehen. Was mir bei meiner Erkundung von Oslo noch fehlt sind die Inseln und der Vigelandsparken - sowie die gesamte Umgebung der Stadt.
Dank StudiVZ hat sich in der letzten Woche schon ein Großteil der deutschen Erasmus-Studenten kennengelernt. Wie schon im letzten Post geschrieben, war ich am Freitag beim Grillen mit anschließender Küchenparty dabei. Gestern haben wir dann in kleinerer Runde (ca. 7 Leute) Pfannkuchen gemacht, was jeden nur 15 Kronen gekostet hat. Spottbillig - für Osloer Verhältnisse ;-)
Am Abend ging's zum Vorglühen in ein Wohnheim direkt im Stadtzentrum Oslo's, um anschließend die Garage unsicher zu machen. Na ja, der ursprüngliche Plan war das Café Mono - aber den haben wir wegen irgendeinem mir unbekannten Grund verworfen. Die Wartezeit vor der Garage war dann aber so extrem, dass wir ins Rock Inn gehen wollten. Die Musik dort entsprach aber nur dem Geschmack weniger Leute in der Gruppe. Nach ein paar Diskussionen ging's schließlich wieder zurück zur Garage. Ein halbe Ewigkeit später kamen wir endlich rein. Glück dass die Türsteher unsere Ausweise nicht sehen wollten, denn der Eintritt ist erst ab 22. Auch wenn nur noch wenig mehr als ein Monat fehlt... wer weiß ob ich reingekommen wäre.
Ich habe mir ein Bier für 52 kr geleistet (es fühlt sich schon normal an soviel zu bezahlen, das macht mir Angst). Was mich an dem Abend aber aufgeregt hat: Ich hatte mein fast leeres Bier auf einen Tisch nahe der Tanzfläche abgestellt - als ich zurückkam war es weg. Die Bedienung hatte es zusammen mit den leeren Gläsern mitgenommen. Ich zahle 52 kr. und kann dann wegen einem Bedienungsfehler nicht mal austrinken???
Kurz vor drei (die machen eh gegen drei zu) machten wir uns dann auf den Heimweg... zu Fuß. Immerhin, es hat nur eine Stunde gedauert. Die Bilder vom Vorglühen sind im Album "Erste Woche". Dann schreibe ich mal weiter an meiner HA ;-)
Samstag, 11. August 2007
Von mysa frost, mörka und UDI
Ich weiß nicht warum, aber die wenigen Tage die ich schon hier weile bin ich fast immer zwischen 7 und 8 Uhr wach geworden. Erschreckend, wenn ich bedenke dass ich in Berlin (insofern es möglich war) bis 10 Uhr geschlafen habe. Vielleicht mutiere ich zum Frühaufsteher?
Gestern war ich endlich auf der ersten Party bzw. Grillabend von Erasmus-Studenten... die alle aus Deutschland oder Österreich stammten. Das StudiVZ macht es möglich. Zuerst wurde beim Kiwi in Kringsjå eingekauft, wo wir aber feststellen mussten dass die Einweggrills alle waren. Also ging' noch zum Rimi nebenan, dort bekamen wir auch die Grills. Somit hatten wir alles Nötige zusammen und konnten zum Sognsvann aufbrechen. Der Regen setzte glücklicherweise erst ein, als wir fast fertig waren. Irgendwann bot dann Susi ihre Küche als nächsten Aufenthaltsort an, also ging's zurück nach Kringsjå. Da wurde dann der Vodka rausgeholt...
Ihr fragt euch bestimmt was der Post mit der Überschrift zu tun hat. Bisher noch nichts, aber dazu komme ich jetzt. Die oben geschilderte Party ist die Ausnahme in der letzten Woche gewesen - vor allem war ich mit organisatorischem Kram beschäftigt. So war der erste Laden den ich Oslo betrat ... ein IKEA. Und zwar IKEA Furuset was mit dem Bus bequem zu erreichen ist. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttlebus - ich weiß allerdings nicht von wo der losfährt. Dort versorgte ich mich mit einer warmen Decke (Mysa Frost) und einer kleinen Leselampe (Mörka).
Würde man unter Laden auch Fast-Food-Restaurants zählen, so müsste ich mich korrigieren und sagen, dass ich zuerst in McDonalds war - am Mittwoch. Während meiner gut drei Stunden Wartezeit im Utlendingslektoratet der Polizei bekam ich irgendwann Hunger. Also ich kann jedem, der mal eine Aufenthaltserlaubnis in Norwegen beantragen möchte nur raten: Sei pünktlich zum Beginn der Öffnungszeit (8:15 Uhr) da. Und nicht erst kurz vor 10 Uhr...
Das Kontrollieren des Antrags und der notwendigen Nachweise dauerte dann nur fünf Minuten.
Soviel erstmal aus dem verregneten Oslo. Ich werd' dann mal weiter an meiner HA feilen ;-)
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| Erste Woche |
Donnerstag, 9. August 2007
Der Weg ist das Ziel
Mit der Menge an Gepäck auch nicht gerade das einfachste...
Gegen 10 Uhr erreichte ich die Rezeption in Bjølsen, wo ich gleich fragte ob es schon möglich sei ein Zimmer in Sogn zu beziehen. Es war möglich. Bewaffnet mit Sicherheitskarte, Vaskerikort und Schlüssel ging's in Richtung Nordwesten. Ungefähr um 11 Uhr hatte ich das Ziel erreicht: Haus Nr. 27. Das letzte Stück des Weges war wegen der permanenten steilen Steigung besonders schön: Von dem Muskelkater spüre ich heute noch was. Das liegt jetzt mittlerweile 3 Tage zurück. Eines habe ich auf dem Weg schon gelernt: Ein Fahrrad werde ich mir bestimmt nicht ausleihen, denn ein Bergspezialist war ich bisher nicht.
Mittwoch, 8. August 2007
Neste Holdeplass: Oslo (Teil II)
Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr weiterzulesen und habe einfach nur Musik gehört. Die Landschaft vor Kopenhagen war ein wenig interessanter als in Brandenburg, schließlich hatte man streckenweise einen Blick auf die Ostsee. Durch die einsetzende Dunkelheit wurde die Zahl der einströmenden optischen Reize leider immer geringer, wodurch sich mit der Zeit eine gewisse Müdigkeit einstellte.
Ungefähr um 23 Uhr erreichte der Bus sein Ziel: Kopenhagen. Dort musste ich also umsteigen, was problemlos von statten ging. Ein Großteil der Gesichter in diesem Bus war neu. Hier funktionierte die Klimaanlage, was in der Nacht nicht unbedingt nötig war. Zu dem Zeitpunkt hatte sich die Nacht über den Öresund gelegt, doch gerade mal die Hälfte der Strecke war bewältigt. Die Busfahrerin sprach reinstes "bokmål" was nach dem dänischen Busfahrer eine reine Wohltat für meine Ohren war. Beim Verlassen der Stadt sah ich das Hotel "Copenhagen Island": ein schöner Name ;-)
Der nächste Halt war Malmö, wofür die Öresund-Brücke überquert wurde. Auf dem Wasser spiegelte sich der Halbmond. Ein wunderschöner Anblick, den die wenigsten im Bus genossen haben. Es war Schlafenszeit... welche jedoch durch den schwedischen Zoll jäh unterbrochen wurde. Ungefähr gegen 23:30 fuhr unser Bus in eine große, gut beleuchtete Garage und wurde gründlichst durchsucht. Alle Fahrgäste mussten mitsamt ihrem Gepäck den Bus verlassen. Draußen ging's durch die persönliche Kontrolle, die nur bei einer arabisch aussehenden Person sehr pingelig und exakt durchgeführt wurde. Die Zollbeamten fanden nicht Illegales und nach einer guten halben Stunde ging die Fahrt eher müde weiter. Zwischenzeitlich bin ich eingenickt, doch während der gesamten Fahrt habe ich nicht mehr als eine Stunde geschlafen.
Über Malmö ging es nach Göteborg, wo wir gegen vier Uhr eintrafen. Für den letzten Teil der Fahrt gab es einen neuen Busfahrer. Als die ersten Sonnenstrahlen des Morgengrauens meine Augen kitzelten, konnte ich auch wieder die Landschaft genießen. Sie wurde rauher, Felsen säumten den Weg und über den Wiesen waberten Nebelwände. Von Zeit zu Zeit konnte man sogar einen Blick auf die Fjorde erhaschen. An der Grenze zu Norwegen gab es keine Kontrolle. Der letzte Teil des Weges weckte ein Gefühl der Freude, schließlich war es bald geschafft und das Ziel erreicht. Gleichzeitig war es sehr spannend und faszinierend die sich ändernde Landschaft zu beobachten. Im Gegensatz zum Fliegen ein weitaus intensiveres Erlebnis. Angekommen am Busterminal Oslo musste ich dann zunächst den Weg nach Bjølsen finden, was sich als nicht allzu einfach herausstellen sollte.
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| Oslo Hinfahrt (II) |
Dienstag, 7. August 2007
Neste Holdeplass: Oslo (Teil I)
Am Sonntag, dem Tag der Abfahrt, schien die Sonne, es waren kaum Wolken zu sehen und nicht einmal ein laues Lüftchen wehte. Ein Horror, wenn man mit dem Bus nach Süden fahren möchte wo es im Prinzip nur wärmer werden kann. Mein Weg sollte mich jedoch nach Norden führen. Leider änderte das zunächst nichts an der stickigen und viel zu warmen Luft im Bus. Auch wenn ich nie in einer war: Das kam einer finnischen Sauna von der Wärme her sehr nahe.
Der Busfahrer war sehr freundlich - nur leider sprach er Dänisch. Zwar konnte ich einige Wortfetzen verstehen, aber die dänische Aussprache... sie wird wohl auf ewig ein Rätsel für mich sein.
Zumindest verstand ihn die Rentnergruppe im Bus sehr gut. Mit ein paar Dosen Tuborg, Salzstangen und Erdnüssen verschönerte sie sich die Fahrt. Vor mir saßen zwei der wenigen Deutschen. Wie ich später erfahren sollte fuhr einer von den Beiden für eine Auslandssemester nach Kopenhagen. Um die Beschreibung meines näheren Umfeldes für den ersten Teil der Fahrt zu vervollständigen: Neben mir saß eine Dänin oder Norwegerin (bei einem Handy-Gespräch konnte ich sie sehr gut verstehen), die den größten Teil der Fahrt das aktuelle Harry-Potter Buch las. Die Kleidung lässt mich mehr in Richtung Norwegen tendieren, schließlich sind Leggings in NO (zumindest in Oslo) durchaus beliebt.
Die Fahrt durch die brandenburgische Wüste war nicht besonders spektakulär. Lediglich die erbarmungslos scheinende Sonne nervte. Die offenen Dachluken brachten keine wirkliche Abkühlung und die Belüftung funktionierte entweder nicht oder war zu schwach um einen Effekt zu erzielen. Mit einem guten norwegischen Buch und Musik waren diese ersten Stunden aber nicht wirklich schlimm.
Gegen 19 Uhr erreichten wir den Fährhafen Rostock, um auf das dänische Festland überzusetzen. Auf der Fähre konnte man den warmen Abend und besonders den wunderschönen Sonnenuntergang bewundern. Allerdings konnte ich es mir nicht verkneifen einen Blick in den Travel Shop zu werfen. Über 50% des Angebots bestand aus Spirituosen, Wein und Bier - das ist bei Überfahrten in skandinavische Länder ja nichts neues. Interessant fand ich die 1,75 l Flasche Finlandia Vodka. Allgemein wurde in dem Laden sehr auf Quantität gesetzt. Da ich leider schon voll beladen war, gab ich mich schließlich mit einer kleinen Toblerone Schachtel zufrieden und ging zum Sonnendeck. Ich hoffe die Fotos fangen wenigstens einen kleinen Teil der sehr beruhigenden Atmosphäre ein.
Als wir gegen 21 Uhr auf das dänische Festland fuhren, war die Sonne noch immer nicht untergegangen. Jetzt musste der Zoll passiert werden.
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| Oslo - Hinfahrt |
Samstag, 4. August 2007
Ein Tag vor der Fahrt
Hoffentlich gibt's keine Probleme an den Grenzen...
Bisher habe ich nicht das Gefühl, dass ich Ferien hätte. Zuviel musste ich in den letzten beiden Wochen von Bibliothek zu Bibliothek stiefeln, Organisatorisches klären und mir Gedanken über mein Gepäck machen. Und die Hausarbeit... die ist immer noch nicht fertig. Zumindest habe ich die wichtigste Sekundärlitertaur kopiert.
Also dann: Auf ein fröhliches Schreiben in Oslo!

... und das Panorama von der Kienbergstr.
Mittwoch, 1. August 2007
THW-Entzug
Eines ist klar: Ich habe es keine Sekunde bereut weder Militärdienst noch Zivildienst zu absolvieren. Der "Sonderweg" THW ist vom finanziellen Standpunkt her zwar keinen müden Cent wert, doch wird das durch die sehr umfangreiche und vielseitige Ausbildung ausgewogen. Es ist wie immer im Leben: Jede Entscheidung hat ihre guten und ihre schlechten Seiten. Überwiegen jedoch die Guten, so rücken die Schlechten in den Hintergrund.
Die Ausbildung bei meinem Grundausbilder war anstrengend, da ich vorher auch keinerlei Erfahrung mit schwerem Gerät oder handwerklichen Finessen hatte. Nach der überstandenen Grundausbildung (heute heißt es Basisausbildung I) kam zunächst die Bergungsgruppe, die jedoch Anfang 2005 offiziell zur Fachgruppe Beleuchtung wurde. 2005 gab es überraschend viele Brände (u.a. Lagerhallenbrand in der Herzbergstraße, Reifenlagerbrand in Schmöckwitz, der Deponiebrand in Bernau), bei denen auch die FGr Bel ausrücken musste. Die Kakerlaken in Bernau waren sehr interessant zu beobachten wie die Stämme zwischen den Löschwasserpfützen (wobei es Seen besser treffen würde) umherwanderten...
2006, das Jahr der glorreichen WM, bekam ich dann die Stabsfunktion des BÖH. Allerdings erst nach der WM. Allzu viele Einsätze gab es für die FGr Bel in dem Jahr auch nicht, dafür wurden alle Kräfte bei der WM gebraucht. Es war schon seltsam, vor einer improvisierten Leinwand auf dem Maifeld zu sitzen und den Jubel über ein Tor fünf Sekunden vor der Fernsehübertragung zu hören. Theoretisch hätte ich auch an dem Tag des Finales im Bereitschaftsraum "Maifeld"
sein können, doch als freiwilliger Helfer für die Closing Ceremony kam man ins Stadion ;-)
2007 gab es besonders viele Schäden durch Unwetter. Draußen war ich dabei eher selten, dafür habe ich die Artikel zu den Einsätzen geschrieben. Zurückschauend hat mich mein Engagement im THW um viele tolle und außergewöhnliche Erfahrungen bereichert. Gleichzeitig ist die jetzige Zäsur eine Möglichkeit wieder Motivation für die nächsten drei (oder mehr...) Jahre beim THW zu sammeln. Wer weiß, was die Zukunft bringt...
der Übung "Together 2006"
Freitag, 27. Juli 2007
Ein herzliches Willkommen
Im Moment bin ich eifrig am Schreiben meiner Hausarbeit, die schließlich so schnell wie nur irgend möglich fertig werden soll. Daher liege ich auch nicht in der Sonne und entspanne bei einem guten Buch - nein, die Bibliothek war die letzte Woche tagsüber mein Zuhause. Und das wird sich nächste Woche auch nicht ändern.
Erst am Sonntag, den 5.August, beginnt die Fahrt. Sie wird lange dauern, aber hoffentlich nicht allzu anstrengend sein.
Nun gut, das soll für den ersten Eintrag reichen. Jetzt geht's erstmal zum Blutplasmaspenden - hoffentlich ist der Alkohol von letzter Nacht halbwegs abgebaut ;-)







