Donnerstag, 30. August 2007

Sognsvann

Heute war ich das erste Mal in Norwegen alleine joggen. Zwar kostet es mich viel Überwindung früh aufzustehen, doch das Naturerlebnis hier wiegt alles wieder auf.
Der Sognsvann ist ein See, der in der Nähe meines Wohnheims liegt. Im Joggingtempo dauert es ca. 15 Minuten um dort hin zu kommen - allerdings müssen dabei auch einige Höhenmeter überwunden werden. Ist man dann am Ziel, bietet sich einem ein wunderschöner Anblick. Ein wie in die Landschaft gemalter See erstreckt sich vor einem. Drumherum sind nur Wald und Berge zu sehen. Morgens laufen nur wenig Menschen dort lang, was es sehr entspannend macht eine Runde zu joggen. Wenn ich vergessen möchte, mich ablenken will oder einfach nur Entspannung suche, dann gehe ich in ein möglichst menschenleeres Gebiet zum Laufen. In Berlin war das nicht so einfach - hier ist das kein Problem. Ein Grund mehr Norwegen zu lieben.

Sognsvann im August

Sonntag, 26. August 2007

Den Store Festen

Es gibt Tage an denen man nur im Bett bleiben möchte. Man kann seinen Gedanken freien Lauf lassen und den Alltag vergessen. Wie im Auge eines Orkans, wo urplötzlich eine gespenstige Stille die Sinne umhüllt. Man fühlt sich frei, beinahe schwerelos und möchte den Moment in die Ewigkeit ausdehnen. Alles um einen herum ist vergessen, nur das hier und jetzt zählt - doch wann ist eine solche Freiheit schon möglich?
Heute ist einer dieser Tage an denen ich lieber im Bett geblieben wäre. Obwohl ich letzte Nacht wenig getrunken habe, verhältnismäßig früh im Bett war und ganze sieben Stunden geschlafen habe - irgendwie will mein Kopf heute nicht. Vielleicht liegt's an der Enttäuschung vom "Store Festen": Als größte Feier des Semesters angekündigt, war sie dann doch nicht so groß. Auf der Haupttanzfläche hat kein DJ aufgelegt, die Musik war grausig und es wurde einfach nicht besser. Zwar war das Vorspiel sehr witzig, doch der Hauptakt war ein Reinfall.
Der einzige Lichtblick am heutigen Tag war mein Mitbewohner Hua. Seine koreanischen Freundinnen bringen ihm jetzt ihre Landessprache bei. Er ist Chinese, versteht also kein Koreanisch. Schon faszinierend Lehrbücher mit asiatischen Zeichen zu sehen und festzustellen, dass man nicht der Einzige ist der kein Wort versteht. Zum Abschluss des "Koreanisch-Unterrichts" hat Hua schließlich chinesisch gekocht. Det var so godt!
Vor dem schlafen gehen schauen wir bei dem iranischen Mitbewohner noch "Die Hard 4". So nimmt dieser verkorkste Tag ein versöhnliches Ende.

Freitag, 24. August 2007

Mein Heim, mein Haus, meine Mitbewohner

Vor drei Tagen lag mein erster Mietbescheid im Briefkasten: Anlass genug um von meiner schönen Unterkunft zu berichten. Wie schon früher geschrieben, ist der Weg bis zum Haus Nr. 27 ein wenig weiter und steil - doch ich möchte meine WG gegen keine andere tauschen.
Wir haben sechs Zimmer von denen im Moment fünf belegt sind. Küche und Bad werden gemeinsam genutzt. Mit einem Iraner, einem Chinesen, einem mundfaulen Norweger, einer in Norwegen geborenen Deutschen und mir ist unsere WG durchaus international. Die beiden erstgenannten studieren seit einem Jahr in Oslo und sind unglaublich nett, wodurch die Atmosphäre in der WG sehr entspannt ist.
Mein Zimmer ist angenehm groß. Wenn ich mal abends zuhause bin, kann ich die Abendsonne genießen - ich habe auch keine Wahl, denn bisher besitze ich keine Gardinen. Den Kleiderschrank habe ich nicht ansatzweise voll bekommen, dafür wird mein Schreibtisch in seiner vollen Größe ausgenutzt.
Letzte Woche hatte ich meine ersten Veranstaltungen, die alle samt auf Norwegisch unterrichtet wurden, und bin echt froh - ich verstehe das meiste. Doch das verlangte Pensum ist extrem, ganz zu schweigen von den Preisen für Kompendien. Ich habe über 100 Euro für drei Kompendien und drei Bücher ausgegeben, was im Vergleich zu anderen Fächern noch sehr günstig ist. Apropos kaufen, ich habe mir heute 500g besten norwegischen, brunost geleistet. Das ist eine Art Käse, wie man sie in Deutschland nicht bekommt - aber er schmeckt verdammt lecker.
Heute Abend geht es dann auf die größte Feier des Semesters: "Den Store Festen". Danach ist die Partysaison in Oslo zwar nicht vorbei, aber es wird auf dem Campus ruhiger werden. Zeit zum Lernen und konzentrierten Arbeiten...

Zu Hause... in Oslo

Dienstag, 21. August 2007

Spätsommer

Ein Norweger meinte zu mir einmal, dass es im August nur wenig Sonne in Oslo geben würde. Ich glaubte ihm und nahm daher vor allem warme Kleidung mit. Mittlerweile weiß ich, dass der ausklingende Sommer hier zwar wechselhaft ist - doch die Sonne lässt sich sehr oft blicken. Es ist wunderschön bei dem Wetter einen Blick von Hovedøya auf Oslo zu werfen, durch die Stadt zu laufen oder den Vigelandsparken zu besuchen. Man muss diese Tage nutzen, denn der Winter wird mit Sicherheit kalt und lang.
In gewisser Weise wirkt das Wetter wie ein Abbild des Lebens: Auf sonnige Tage folgen regenreiche Tage - ein ständiges auf und ab dass keine Kontinuität zulässt. Die Achterbahnfahrt scheint kein Ende zu haben, sie reißt dich mit. Du fällst die tiefsten Tiefen hinab, nur um am Ende wieder obenauf zu sein - bis zum nächsten Absturz.
Die letzten Tage waren abwechslungsreich und sehr vollgepackt mit Information Meetings. Abends meistens noch die obligatorische Party und schon ist der Semesterstart eines Austauschstudenten in Oslo zusammengefasst. Jetzt allerdings hat die Uni angefangen. Gestern hatte ich meinen ersten Kurs, der vollständig auf Norwegisch unterrichtet wurde. Immerhin, ca. 60 % habe ich verstanden :-)
Die nächsten Tage werde ich mir Bücher, Kopien und Kompendien besorgen, ganz viel lesen und meine HA abschließen. So langsam wird's Zeit...

Zweite Woche - Impressionen

Sonntag, 12. August 2007

Deutsche Erasmusstudenten

Gestern habe ich schon einen kleinen Rückblick auf die letzte Woche gemacht - heute wird er fortgesetzt. Die sonnigen Tage habe ich vor allem dafür genutzt, die City von Oslo kennenzulernen.
Sehr praktisch fand ich den Fakt, dass es kostenlose Führungen durch's Stortinget gibt. Das habe ich natürlich genutzt und so das Gebäude von innen gesehen. Was mir bei meiner Erkundung von Oslo noch fehlt sind die Inseln und der Vigelandsparken - sowie die gesamte Umgebung der Stadt.
Dank StudiVZ hat sich in der letzten Woche schon ein Großteil der deutschen Erasmus-Studenten kennengelernt. Wie schon im letzten Post geschrieben, war ich am Freitag beim Grillen mit anschließender Küchenparty dabei. Gestern haben wir dann in kleinerer Runde (ca. 7 Leute) Pfannkuchen gemacht, was jeden nur 15 Kronen gekostet hat. Spottbillig - für Osloer Verhältnisse ;-)
Am Abend ging's zum Vorglühen in ein Wohnheim direkt im Stadtzentrum Oslo's, um anschließend die Garage unsicher zu machen. Na ja, der ursprüngliche Plan war das Café Mono - aber den haben wir wegen irgendeinem mir unbekannten Grund verworfen. Die Wartezeit vor der Garage war dann aber so extrem, dass wir ins Rock Inn gehen wollten. Die Musik dort entsprach aber nur dem Geschmack weniger Leute in der Gruppe. Nach ein paar Diskussionen ging's schließlich wieder zurück zur Garage. Ein halbe Ewigkeit später kamen wir endlich rein. Glück dass die Türsteher unsere Ausweise nicht sehen wollten, denn der Eintritt ist erst ab 22. Auch wenn nur noch wenig mehr als ein Monat fehlt... wer weiß ob ich reingekommen wäre.
Ich habe mir ein Bier für 52 kr geleistet (es fühlt sich schon normal an soviel zu bezahlen, das macht mir Angst). Was mich an dem Abend aber aufgeregt hat: Ich hatte mein fast leeres Bier auf einen Tisch nahe der Tanzfläche abgestellt - als ich zurückkam war es weg. Die Bedienung hatte es zusammen mit den leeren Gläsern mitgenommen. Ich zahle 52 kr. und kann dann wegen einem Bedienungsfehler nicht mal austrinken???
Kurz vor drei (die machen eh gegen drei zu) machten wir uns dann auf den Heimweg... zu Fuß. Immerhin, es hat nur eine Stunde gedauert. Die Bilder vom Vorglühen sind im Album "Erste Woche". Dann schreibe ich mal weiter an meiner HA ;-)

Samstag, 11. August 2007

Von mysa frost, mörka und UDI

Es ist jetzt fast neun Uhr und endlich ist das Wetter so wie ich es erwartet habe: dunkle Wolken hängen über der Stadt und es regnet. Christiane würde sich hier pudelwohl fühlen ;-)
Ich weiß nicht warum, aber die wenigen Tage die ich schon hier weile bin ich fast immer zwischen 7 und 8 Uhr wach geworden. Erschreckend, wenn ich bedenke dass ich in Berlin (insofern es möglich war) bis 10 Uhr geschlafen habe. Vielleicht mutiere ich zum Frühaufsteher?

Gestern war ich endlich auf der ersten Party bzw. Grillabend von Erasmus-Studenten... die alle aus Deutschland oder Österreich stammten. Das StudiVZ macht es möglich. Zuerst wurde beim Kiwi in Kringsjå eingekauft, wo wir aber feststellen mussten dass die Einweggrills alle waren. Also ging' noch zum Rimi nebenan, dort bekamen wir auch die Grills. Somit hatten wir alles Nötige zusammen und konnten zum Sognsvann aufbrechen. Der Regen setzte glücklicherweise erst ein, als wir fast fertig waren. Irgendwann bot dann Susi ihre Küche als nächsten Aufenthaltsort an, also ging's zurück nach Kringsjå. Da wurde dann der Vodka rausgeholt...

Ihr fragt euch bestimmt was der Post mit der Überschrift zu tun hat. Bisher noch nichts, aber dazu komme ich jetzt. Die oben geschilderte Party ist die Ausnahme in der letzten Woche gewesen - vor allem war ich mit organisatorischem Kram beschäftigt. So war der erste Laden den ich Oslo betrat ... ein IKEA. Und zwar IKEA Furuset was mit dem Bus bequem zu erreichen ist. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttlebus - ich weiß allerdings nicht von wo der losfährt. Dort versorgte ich mich mit einer warmen Decke (Mysa Frost) und einer kleinen Leselampe (Mörka).
Würde man unter Laden auch Fast-Food-Restaurants zählen, so müsste ich mich korrigieren und sagen, dass ich zuerst in McDonalds war - am Mittwoch. Während meiner gut drei Stunden Wartezeit im Utlendingslektoratet der Polizei bekam ich irgendwann Hunger. Also ich kann jedem, der mal eine Aufenthaltserlaubnis in Norwegen beantragen möchte nur raten: Sei pünktlich zum Beginn der Öffnungszeit (8:15 Uhr) da. Und nicht erst kurz vor 10 Uhr...
Das Kontrollieren des Antrags und der notwendigen Nachweise dauerte dann nur fünf Minuten.
Soviel erstmal aus dem verregneten Oslo. Ich werd' dann mal weiter an meiner HA feilen ;-)

Erste Woche

Donnerstag, 9. August 2007

Der Weg ist das Ziel

So war ich denn nach gut 17 Stunden Fahrt in der Hauptstadt Norwegens angekommen. Nachdem ich vom Busterminal den Weg nach draußen gefunden hatte, hieß es laufen. Ohne Gepäck wäre das alles auch kein Problem gewesen, doch der gefühlte 50 kg schwere Koffer, der Trekkingrucksack, meine Umhängetasche und die Laptoptasche wirkten sich dann nach einiger Zeit negativ auf meine Kräfte aus. Irgendwo auf der Hälfte des Weges entschloss ich mich schließlich den Bus zu nehmen.
Mit der Menge an Gepäck auch nicht gerade das einfachste...
Gegen 10 Uhr erreichte ich die Rezeption in Bjølsen, wo ich gleich fragte ob es schon möglich sei ein Zimmer in Sogn zu beziehen. Es war möglich. Bewaffnet mit Sicherheitskarte, Vaskerikort und Schlüssel ging's in Richtung Nordwesten. Ungefähr um 11 Uhr hatte ich das Ziel erreicht: Haus Nr. 27. Das letzte Stück des Weges war wegen der permanenten steilen Steigung besonders schön: Von dem Muskelkater spüre ich heute noch was. Das liegt jetzt mittlerweile 3 Tage zurück. Eines habe ich auf dem Weg schon gelernt: Ein Fahrrad werde ich mir bestimmt nicht ausleihen, denn ein Bergspezialist war ich bisher nicht.

Mittwoch, 8. August 2007

Neste Holdeplass: Oslo (Teil II)

Auf dem dänischen Festland angekommen ging es gleich weiter mit der Fahrt. Der Zoll ließ uns ohne Kontrolle passieren. So langsam dämmerte es, was auch an der Atmosphäre im Bus zu merken war. Die dänischen Rentner waren plötzlich sehr ruhig und die Norwegerin (oder Dänin, wer weiß...) neben mir tippte ständig SMS. Nur die beiden Deutschen vor mir unterhielten sich prächtig und lernten sich ganz gut kennen. Wie schon erwähnt, er studiert Industriedesign im fünften Semester und hatte immerhin einen dreiwöchigen Intensivkurs in Dänisch vor seiner Abfahrt nach Kopenhagen. Sie kommt frisch vom Abitur und wird versuchen einen Job in Kopenhagen zu bekommen, wohlgemerkt ohne Kenntnisse des Dänischen.
Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr weiterzulesen und habe einfach nur Musik gehört. Die Landschaft vor Kopenhagen war ein wenig interessanter als in Brandenburg, schließlich hatte man streckenweise einen Blick auf die Ostsee. Durch die einsetzende Dunkelheit wurde die Zahl der einströmenden optischen Reize leider immer geringer, wodurch sich mit der Zeit eine gewisse Müdigkeit einstellte.
Ungefähr um 23 Uhr erreichte der Bus sein Ziel: Kopenhagen. Dort musste ich also umsteigen, was problemlos von statten ging. Ein Großteil der Gesichter in diesem Bus war neu. Hier funktionierte die Klimaanlage, was in der Nacht nicht unbedingt nötig war. Zu dem Zeitpunkt hatte sich die Nacht über den Öresund gelegt, doch gerade mal die Hälfte der Strecke war bewältigt. Die Busfahrerin sprach reinstes "bokmål" was nach dem dänischen Busfahrer eine reine Wohltat für meine Ohren war. Beim Verlassen der Stadt sah ich das Hotel "Copenhagen Island": ein schöner Name ;-)
Der nächste Halt war Malmö, wofür die Öresund-Brücke überquert wurde. Auf dem Wasser spiegelte sich der Halbmond. Ein wunderschöner Anblick, den die wenigsten im Bus genossen haben. Es war Schlafenszeit... welche jedoch durch den schwedischen Zoll jäh unterbrochen wurde. Ungefähr gegen 23:30 fuhr unser Bus in eine große, gut beleuchtete Garage und wurde gründlichst durchsucht. Alle Fahrgäste mussten mitsamt ihrem Gepäck den Bus verlassen. Draußen ging's durch die persönliche Kontrolle, die nur bei einer arabisch aussehenden Person sehr pingelig und exakt durchgeführt wurde. Die Zollbeamten fanden nicht Illegales und nach einer guten halben Stunde ging die Fahrt eher müde weiter. Zwischenzeitlich bin ich eingenickt, doch während der gesamten Fahrt habe ich nicht mehr als eine Stunde geschlafen.
Über Malmö ging es nach Göteborg, wo wir gegen vier Uhr eintrafen. Für den letzten Teil der Fahrt gab es einen neuen Busfahrer. Als die ersten Sonnenstrahlen des Morgengrauens meine Augen kitzelten, konnte ich auch wieder die Landschaft genießen. Sie wurde rauher, Felsen säumten den Weg und über den Wiesen waberten Nebelwände. Von Zeit zu Zeit konnte man sogar einen Blick auf die Fjorde erhaschen. An der Grenze zu Norwegen gab es keine Kontrolle. Der letzte Teil des Weges weckte ein Gefühl der Freude, schließlich war es bald geschafft und das Ziel erreicht. Gleichzeitig war es sehr spannend und faszinierend die sich ändernde Landschaft zu beobachten. Im Gegensatz zum Fliegen ein weitaus intensiveres Erlebnis. Angekommen am Busterminal Oslo musste ich dann zunächst den Weg nach Bjølsen finden, was sich als nicht allzu einfach herausstellen sollte.

Oslo Hinfahrt (II)

Dienstag, 7. August 2007

Neste Holdeplass: Oslo (Teil I)

Der Bus hatte eine gute halbe Stunde Verspätung in Oslo, doch das störte nicht. Ehrlich gesagt, hätte die Fahrt noch länger dauern können. Doch der Reihe nach.
Am Sonntag, dem Tag der Abfahrt, schien die Sonne, es waren kaum Wolken zu sehen und nicht einmal ein laues Lüftchen wehte. Ein Horror, wenn man mit dem Bus nach Süden fahren möchte wo es im Prinzip nur wärmer werden kann. Mein Weg sollte mich jedoch nach Norden führen. Leider änderte das zunächst nichts an der stickigen und viel zu warmen Luft im Bus. Auch wenn ich nie in einer war: Das kam einer finnischen Sauna von der Wärme her sehr nahe.
Der Busfahrer war sehr freundlich - nur leider sprach er Dänisch. Zwar konnte ich einige Wortfetzen verstehen, aber die dänische Aussprache... sie wird wohl auf ewig ein Rätsel für mich sein.
Zumindest verstand ihn die Rentnergruppe im Bus sehr gut. Mit ein paar Dosen Tuborg, Salzstangen und Erdnüssen verschönerte sie sich die Fahrt. Vor mir saßen zwei der wenigen Deutschen. Wie ich später erfahren sollte fuhr einer von den Beiden für eine Auslandssemester nach Kopenhagen. Um die Beschreibung meines näheren Umfeldes für den ersten Teil der Fahrt zu vervollständigen: Neben mir saß eine Dänin oder Norwegerin (bei einem Handy-Gespräch konnte ich sie sehr gut verstehen), die den größten Teil der Fahrt das aktuelle Harry-Potter Buch las. Die Kleidung lässt mich mehr in Richtung Norwegen tendieren, schließlich sind Leggings in NO (zumindest in Oslo) durchaus beliebt.
Die Fahrt durch die brandenburgische Wüste war nicht besonders spektakulär. Lediglich die erbarmungslos scheinende Sonne nervte. Die offenen Dachluken brachten keine wirkliche Abkühlung und die Belüftung funktionierte entweder nicht oder war zu schwach um einen Effekt zu erzielen. Mit einem guten norwegischen Buch und Musik waren diese ersten Stunden aber nicht wirklich schlimm.
Gegen 19 Uhr erreichten wir den Fährhafen Rostock, um auf das dänische Festland überzusetzen. Auf der Fähre konnte man den warmen Abend und besonders den wunderschönen Sonnenuntergang bewundern. Allerdings konnte ich es mir nicht verkneifen einen Blick in den Travel Shop zu werfen. Über 50% des Angebots bestand aus Spirituosen, Wein und Bier - das ist bei Überfahrten in skandinavische Länder ja nichts neues. Interessant fand ich die 1,75 l Flasche Finlandia Vodka. Allgemein wurde in dem Laden sehr auf Quantität gesetzt. Da ich leider schon voll beladen war, gab ich mich schließlich mit einer kleinen Toblerone Schachtel zufrieden und ging zum Sonnendeck. Ich hoffe die Fotos fangen wenigstens einen kleinen Teil der sehr beruhigenden Atmosphäre ein.
Als wir gegen 21 Uhr auf das dänische Festland fuhren, war die Sonne noch immer nicht untergegangen. Jetzt musste der Zoll passiert werden.

Oslo - Hinfahrt

Samstag, 4. August 2007

Ein Tag vor der Fahrt

Alles ist vorbereitet... doch die Vorfreude wandelt sich langsam in Nervosität: Hab' ich auch wirklich an alles gedacht? Sind die wichtigen Dinge geregelt? Erwische ich meinen Bus?
Hoffentlich gibt's keine Probleme an den Grenzen...
Bisher habe ich nicht das Gefühl, dass ich Ferien hätte. Zuviel musste ich in den letzten beiden Wochen von Bibliothek zu Bibliothek stiefeln, Organisatorisches klären und mir Gedanken über mein Gepäck machen. Und die Hausarbeit... die ist immer noch nicht fertig. Zumindest habe ich die wichtigste Sekundärlitertaur kopiert.
Also dann: Auf ein fröhliches Schreiben in Oslo!


Der Blick zum Fernsehturm...


... und das Panorama von der Kienbergstr.

Mittwoch, 1. August 2007

THW-Entzug

Die letzten 4 Jahre war im Normalfall jede Woche klar was am Dienstagabend ansteht: Dienst beim THW! Mit dem gestrigen Tag hat dieses Tradition für die nächsten Monate zunächst ein Ende gefunden, denn ab jetzt bin ich im Sonderurlaub. Zeit einen Moment innezuhalten und zurück zu schauen.
Eines ist klar: Ich habe es keine Sekunde bereut weder Militärdienst noch Zivildienst zu absolvieren. Der "Sonderweg" THW ist vom finanziellen Standpunkt her zwar keinen müden Cent wert, doch wird das durch die sehr umfangreiche und vielseitige Ausbildung ausgewogen. Es ist wie immer im Leben: Jede Entscheidung hat ihre guten und ihre schlechten Seiten. Überwiegen jedoch die Guten, so rücken die Schlechten in den Hintergrund.
Die Ausbildung bei meinem Grundausbilder war anstrengend, da ich vorher auch keinerlei Erfahrung mit schwerem Gerät oder handwerklichen Finessen hatte. Nach der überstandenen Grundausbildung (heute heißt es Basisausbildung I) kam zunächst die Bergungsgruppe, die jedoch Anfang 2005 offiziell zur Fachgruppe Beleuchtung wurde. 2005 gab es überraschend viele Brände (u.a. Lagerhallenbrand in der Herzbergstraße, Reifenlagerbrand in Schmöckwitz, der Deponiebrand in Bernau), bei denen auch die FGr Bel ausrücken musste. Die Kakerlaken in Bernau waren sehr interessant zu beobachten wie die Stämme zwischen den Löschwasserpfützen (wobei es Seen besser treffen würde) umherwanderten...
2006, das Jahr der glorreichen WM, bekam ich dann die Stabsfunktion des BÖH. Allerdings erst nach der WM. Allzu viele Einsätze gab es für die FGr Bel in dem Jahr auch nicht, dafür wurden alle Kräfte bei der WM gebraucht. Es war schon seltsam, vor einer improvisierten Leinwand auf dem Maifeld zu sitzen und den Jubel über ein Tor fünf Sekunden vor der Fernsehübertragung zu hören. Theoretisch hätte ich auch an dem Tag des Finales im Bereitschaftsraum "Maifeld"
sein können, doch als freiwilliger Helfer für die Closing Ceremony kam man ins Stadion ;-)
2007 gab es besonders viele Schäden durch Unwetter. Draußen war ich dabei eher selten, dafür habe ich die Artikel zu den Einsätzen geschrieben. Zurückschauend hat mich mein Engagement im THW um viele tolle und außergewöhnliche Erfahrungen bereichert. Gleichzeitig ist die jetzige Zäsur eine Möglichkeit wieder Motivation für die nächsten drei (oder mehr...) Jahre beim THW zu sammeln. Wer weiß, was die Zukunft bringt...

September 2006 - Beim Filmen auf
der Übung "Together 2006"

Freitag, 27. Juli 2007

Ein herzliches Willkommen

Jetzt habe ich es also tatsächlich gemacht... einen Blog angelegt. In den nächsten Monaten wird sich die noch leere Seite füllen, da bin ich mir sicher.

Im Moment bin ich eifrig am Schreiben meiner Hausarbeit, die schließlich so schnell wie nur irgend möglich fertig werden soll. Daher liege ich auch nicht in der Sonne und entspanne bei einem guten Buch - nein, die Bibliothek war die letzte Woche tagsüber mein Zuhause. Und das wird sich nächste Woche auch nicht ändern.
Erst am Sonntag, den 5.August, beginnt die Fahrt. Sie wird lange dauern, aber hoffentlich nicht allzu anstrengend sein.
Nun gut, das soll für den ersten Eintrag reichen. Jetzt geht's erstmal zum Blutplasmaspenden - hoffentlich ist der Alkohol von letzter Nacht halbwegs abgebaut ;-)